James Hall hat die beste und anregendste Ausstellung von
Renaissance-Zeichnungen seines Lebens
gesehen: "Fra Angelico bis Leonardo" im
Britischen Museum. Skizzen, so zeigt sich dort, galten in der Renaissance nicht als große Kunst, sondern vor allem als
Brainstorming-Technik! "Vor der zweiten Hälfte des fünfzehnten Jahrhundert, als Gutenbergs Buchdruck eine höhere Papierproduktion mit sich brachte, spielten Zeichnungen eine begrenzte Rolle im künstlerischen Prozess. Die meisten Künstler-Zeichnungen wurden auf hölzernen Tafeln angefertigt, die mit Wachs oder
Knochenmehl beschichtet waren und die nach dem Gebrauch gesäubert werden konnten. Da sie ihre vorläufigen Studien nicht lange bewahren konnten, brauchten die Künstler ein viel besseres
visuelles Gedächtnis als diejenigen, die später mit Papier arbeiten konnten. Und sie mussten besser in der Lage sein, Kompositionen im Kopf zu planen."
Letztlich ist Phil Baker nicht ganz glücklich geworden mit
Alex Butterworth' Buch "The World that Never Was", aber einige sehr interessante Geschichten über die
Anarchisten des späten 19. Jahrhunderts hat er ihm doch
entnommen: "Geeint hat sie - wenn überhaupt - die Ablehnung jeder gesetzten Autorität, die Charaktere reichen hier von der Tolstoischen Figur des
Peter Kropotkin bis zum wesentlich wilderen Francois Koenigstein, besser bekannt als
Ravachol. Abgestoßen von
Thomas Huxleys darwinistischem Essay 'Kampf ums Dasein' von 1888 war Kropotkin der große Theoretiker der gegenseitigen Hilfe und er hatte eine Schwäche für
Kaninchen als Spezies. Er bewunderte sie als Symbol der Dauer, das der Selektion entgegensteht. Ravachol dagegen begann seine Karriere damit, die Leiche einer alten Frau zu exhumieren, er ermordete einen 95-jährigen Mann und startete eine Reihe von Terroranschlägen, die einige Kommentatoren dazu veranlasste,
Mut, Güte und Seelengröße des Täters zu preisen."
Mit Gewinn hat J. P. E. Harper-Scott die
Tschaikowsky-Biografie von Roland John Wiley
gelesen, in der er erstmals Tschaikowskys Briefe an Bruder Modest, in denen er über seine Homosexualität schreibt, auf Englisch lesen konnte. Von Adam Zamoyskis
Chopin-Biografie rät er dagegen strikt ab: zu altbacken.