Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Film

3651 Presseschau-Absätze - Seite 18 von 366

Efeu - Die Kulturrundschau vom 26.07.2025 - Film

Bert Rebhandl spricht in der FAS mit der Schauspielerin Fritzi Haberlandt, die aktuell im Kino in Maren-Kea Freeses Ostfrauen-Porträt "Wilma will mehr" (besprochen in der WamS) zu sehen ist. Felicitas Kleiner führt im Filmdienst durch das angekündigte Programm des Filmfestivals Venedig. Katharina Zeckau porträtiert im Filmdienst den Filmemacher Max Kronawitter. Martin Scholz plaudert in der WamS mit Mark Hamill, der aktuell in Mike Flanagans Stephen-King-Verfilmung "The Life of Chuck" im Kino zu sehen ist. Katharina J. Cichosch schreibt in der taz einen verspäteten Nachruf auf den bereits Mitte Juni verstorbenen Kölner Filmrebell und Kinomacher Bernhard Marsch (hier unser erstes Resümee zu dessen tragischen und viel zu frühen Tod).

Besprochen werden Maura Delperos Melodram "Vermiglio" (Standard, unsere Kritik), Charlène Faviers "Oxana" (FAZ, unsere Kritik), die auf MagentaTV gezeigte Serie "The German" mit Oliver Masucci (taz, Tsp), Nikias Chryssos' und Viktor Jakovleskis "Rave On" mit Aaron Alataras (FAS), die ZDF-Serie "Rembetis" (FAZ) und der Superheldenfilm "The Fantastic Four - First Steps" (Standard).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 25.07.2025 - Film

Fabian Tietke freut sich in der taz über die Werkschau Aysun Bademsoy in Frankfurt. Erst kürzlich brachte die türkischstämmige Berliner Filmemacherin mit "Spielerinnen" (unsere Kritik) ein P.S. zu ihrer 1995 mit "Mädchen am Ball" begonnenen Langzeit-Doku-Trilogie über fußballspielende türkische Mädchen in Berlin-Kreuzberg in die Kinos. "Im Rückblick wird noch deutlicher, dass schon in ihren ersten Filmen Menschen um ein Verhältnis ringen zu der Gesellschaft, in der sie leben, aber auch zu den Menschen in ihrer Familie, ihrem Freundeskreis. In den Filmen über die Fußballerinnen geht es neben diesen Themen auch um vermachtete Projektionen und Erwartungen, mit denen sich Frauen herumschlagen müssen. ... Mitte der 2000er Jahre porträtiert Bademsoy in 'Am Rand der Städte' das Leben von Menschen, die aus der Arbeitsemigration in die Türkei zurückgekehrt sind und oft in abgeschlossenen Siedlungsbauten leben. Geduldig und behutsam zeigt der Film Szenen aus dem Alltag der Zurückgekehrten, viele der Bilder zeigen sie beim Rentnerdasein in ihren Wohnungen, während ihre Kinder versuchen den Nicht-Orten am Strand etwas abzugewinnen. ... Gut zehn Jahre später zeigt sie in 'Spuren - Die Opfer des NSU' ein Panorama der Trauer und Enttäuschung unter Hinterbliebenen und Freunden der vom NSU Ermordeten."

In seiner wöchentlichen Artechock-Kolumne ärgert sich Rüdiger Suchsland über durchformatiertes Kino, darüber, dass selbst gestandene Autorenfilmer in Deutschland mit Filmförderung nicht rechnen dürfen, dass der Filmnachwuchs offenbar jeden Hunger verloren hat und dass der Tod des einst für den deutschen Film sehr wichtigen Produzenten Rob Houwer von der hiesigen Medienöffentlichkeit quasi komplett verpennt wurde. Noch "vor drei Jahren hatte ihm das Münchner Filmmuseum eine Retrospektive gewidmet. ... Immerhin in Blickpunkt Film gibt es einen Nachruf, der ihn angemessen als 'eine Schlüsselfigur der sich emanzipierenden Filmszene der BRD' und des Autorenfilms ehrt. Früh arbeitete er mit Regisseuren wie Volker Schlöndorff, Michael Verhoeven, Johannes Schaaf, Peter Fleischmann und Hansjürgen Pohland zusammen. Der von ihm produzierte Film 'Jagdszenen aus Niederbayern' (1969) wurde zum internationalen Erfolg und zählt heute zu den ikonischen Werken des westdeutschen Autorenkinos. Ebenso 'O.K.' von Michael Verhoeven, der 1970 für einen Abbruch der Berlinale sorgte. 1982 ehrte ihn die Bundesrepublik mit dem Filmband in Gold als Unterzeichner des Oberhausener Manifests. 2022 wurde sein Film 'Der Soldat von Oranien' (Regie: Paul Verhoeven) Weltkulturerbe."

Weiteres: Jörg Gerle widmet sich im Filmdienst neuen 4K-Editionen von David Finchers frühen Filmen. Marion Löhndorf (NZZ) und Alexander Menden (SZ) gratulieren Helen Mirren zum 80. Geburtstag.

Besprochen werden Charlène Faviers Biopic "Oxana - Mein Leben für die Freiheit" (Artechock, Standard, Tsp, unsere Kritik), Maura Delperos Melodram "Vermiglio" (Artechock, unsere Kritik), Adam Elliots Animationsfilm "Memoiren einer Schnecke" (Artechock, mehr dazu bereits hier), Mike Flanagans Stephen-King-Verfilmung "The Life of Chuck" (Artechock, Welt), Lena Dunhams Serie "Too Much" (Freitag), Petra Costas Netflix-Dokumentation "Apokalypse in den Tropen" über die politischen Turbulenzen in Brasilien in den letzten Jahren (SZ), die auf MagentaTV gezeigte Serie "The German" mit Oliver Masucci (Welt) und der vom Europapark Rust produzierte Animationsfilm "Grand Prix of Europe" (FAZ, Welt).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 24.07.2025 - Film

Sensibel und mit der Last der Welt auf den Schultern: Albina Korzh spielt Oksana Schatschko

Charlène Favier erzählt in "Oxana - Mein Leben für die Freiheit" die Geschichte der Künstlerin Oksana Schatschko (gespielt von Albina Korzh), die die Protestgruppe Femen gründete. Wir erinnern uns, das war jenes Kollektiv, das um 2010 mit nackten Brüsten und subversiven Aktionen gegen Putin und andere Patriarchen aus Osteuropa international für einiges Aufsehen sorgte und damit deren Hass auf sich zog. Die Regisseurin "zeigt das Patriarchat als Problem, das in jede Nische des privaten und gesellschaftlichen Lebens eindringt", schreibt Alice Fischer im Perlentaucher. "Schon früh spürt man in den packenden Bildern dieses Films, dass diese sehr verletzliche und sensible Person unter der Last der Welt, die sie sich auf die Schultern geladen hat, vielleicht zusammenbrechen wird. Favier schafft in ihrem Film beeindruckende Momente der Konversion: Das religiöse Motiv wird immer wieder aufgegriffen, nicht nur, weil Schatschko später in Paris eine Ausstellung mit ihren Ikonen eröffnen wird. Nun sind die religiösen Bilder in blasphemischer Weise verfremdet, wir sehen Penisse, Madonnen, die Burka tragen, einen Erzengel mit Sturmgewehr. Aber der Film geht viel weiter in seinem kunstvollen Spiel mit dem Thema: Als Oksana in Paris spontan ein intensives Sexerlebnis mit einem Fremden hat, gehen ihre Augen beim Cunnilingus wie die einer Märtyrerin zum Himmel: 'Ich werde nie heiraten', schwört sie in Ekstase dem Allmächtigen."

Unwahrscheinlich depressiv, aber dafür auch unwahrscheinlich niedlich: Adam Elliotts "Memoiren einer Schnecke" sendet mixed messages

Acht Jahre lang hat Adam Elliott an seinem Knete-Animationsfilm "Memoiren einer Schnecke" buchstäblich herumgedrückt, entstanden ist "ein melancholisches Juwel", freut sich Daniel Kothenschulte in der FR. Ein Kinderfilm ist das nicht - in den verschroben-skurrilen Bildwelten geht es um Tod und Depression. "Alle Menschen sind fragile Wesen in diesem Film, Weichtiere gewissermaßen." Für den Film hat sich Elliott von der lebensweltlich allumfassenden Bräune seiner Kindheit in den Siebzigern inspirieren lassen, schreibt Jens Balzer in der Zeit. "Braun ist nicht gleich Braun, es gibt immer noch ein anderes Braun, und alles führt zurück in die Kindheit: Das sagt schon viel über die Kunst dieses Films. Er führt in eine Welt, in der es wimmelt und in der sich alles unaufhörlich verwandelt, auch dort, wo es eng und gedrückt erscheint; er führt in eine Welt, die voller Nuancen und Feinheiten ist, auch dort, wo man sie nicht erwartet oder nicht auf den ersten Blick sieht." Katharina Granzin ist in der taz ein bisschen skeptischer: Die Geschichte "ist so überbordend voll mit Unglück, dass es fast schon beliebig wirkt". Als "Kontrapunkt" ist hier "in zahllosen visuellen Details ein liebevoller Humor am Werk, der allerdings auch widersprüchliche Botschaften vermittelt. Manchmal schwappt er ins Sarkastische" und "dann wieder ins Allzuniedliche: All die Schnecken-Accessoires, die Grace um sich versammelt, verbreiten ein solches Feelgood-Ambiente, dass Grace' Unglücklichsein darin fast unangemessen wirkt".

Weiteres: Tilman Krause freut sich in der Welt, dass das Berliner Zeughauskino noch bis Ende August eine (von Perlentaucher-Filmkritiker Lukas Foerster mitkuratierte) Reihe mit den Filmen von Willi Forst zeigt. Besprochen werden Maura Delperos Melodram "Vermiglio" (Perlentaucher), Matt Shakmans Superheldenfilm "Fantastic Four: First Steps" ("ein Lieblingsfilm", schwärmt ein völlig hingerissener Andreas Platthaus in der FAZ), Oliver Rihs' Berlinkomödie "#SchwarzeSchafe" (NZZ),  Mike Flanagans Stephen-King-Verfilmung "The Life of Chuck" mit Tom Hiddleston (FAZ, Standard), Caroline Poggis und Jonathan Vinels vorerst nur in der Schweiz startender Film "Eat the Night" (NZZ) und eine Arte-Doku über Liza Minnelli (Welt). Filmdienst und Tagesspiegel schauen außerdem auf die Kinostarts der aktuellen Woche.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 23.07.2025 - Film

Ein Leckerbissen für Freunde des Analogfilms präsentiert ab morgen und bis zum Sonntag das Hamburger Metropolis-Kino: Da läuft das von Thorsten Wagner kuratierte Festival "Grainy Days from 16mm". Das Programm zeigt "wie einschneidend das Format seit seiner Einführung im Jahr 1923 die Film- und Kinokultur beeinflusst hat", schreibt Wilfried Hippen in der taz. "Filme wurden dank der Verkleinerung der Filmstreifen von 35mm auf 16mm billiger und dadurch demokratischer." Auf diese Weise "entstanden viele Nischen, in denen eine neue, vielfältige und wilde Filmkultur sprießen konnte. ... Auch der Dokumentarfilm, wie wir ihn heute kennen, wurde erst durch die 16mm-Kameras möglich, denn nur mit ihnen konnten die Kameraleute nach draußen gehen, um dort beweglich und spontan die Wirklichkeit in ihren Bildern einzufangen. Für das Kurzfilmprogramm 'Die Star Maschine' (24. 7., 21 Uhr) hat Wagner drei dokumentarische Filme über Pop-Stars aus den 1960er- und 1970er-Jahren ausgewählt. Darunter 'Das Tor zum Garten der Träume', für den Rolf Schübel mit der Kamera zwei junge Mädchen aus Oberhausen bei einem Tag mit ihrem Idol, dem Schlagersänger Bernd Clüver, begleitet hat."

Außerdem: Milos Vec staunt auf der Geisteswissenschaften-Seite der FAZ mit einer von Davide Vaira verfassten, juristischen Studie über Hayao Miyazakis "Porco Rosso" darüber, wie gut sich die Erzählung dieses japanischen Animationsfilms über einen privat quasi-militärische Einsätze fliegenden Piloten mit dem dafür gesetzten normativen Rahmen des Völkerrechts deckt. Besprochen werden Adam Elliots Animationsfilm "Memoiren einer Schnecke" (critic.de), Maura Delperos "Vermiglio" (taz, critic.de), die von Arte online gestellte Thriller-Serie "Das Attentat - Geheimoperation Belgrad" (Tsp) und Matt Shakmans Superheldenfilm "The Fantastic Four: First Steps" (Welt).
Stichwörter: Analoger Film, 16mm

Efeu - Die Kulturrundschau vom 22.07.2025 - Film

Russland will diese Woche ein Gesetz verabschieden, das es Onlineanbietern verbieten soll, Filme zu vertreiben, die "die traditionellen geistig-moralischen Werte Russlands diskreditieren", berichtet Stefan Scholl in der FR. "Wie die meisten repressiven Gesetze der Putin-Legislative ist auch dieser Entwurf sehr schwammig", ähnlich wie schon genannte Werte nur raunend beschrieben werden. So "rätseln auch linientreue Portale, welche Filme welche dieser Werte verletzen könnten. In Gefahr seien 'Game of Thrones', 'Harry Potter', 'House of Cards' und 'Sex and the City', vermutet das Unterhaltungsportal dtf.ru. Allerdings gerieten diese US-Serien schon vorher unter Beschuss. Denn sie spielen zumindest in Passagen mit Motiven und Gedanken der in Russland inzwischen gesetzlich verbotenen 'Bewegungen' LGBT oder Childfree. Die neuen Verbote drohen also vor allem westlichen Filmen, deren Personal Phobien bei der nationalpopulistischen Szene Russlands hervorruft.. ... 'Welchen Zuschauer wir haben', verkündete Vizepremier Tatjana Golikowa schon 2023, 'das hängt vor allem davon ab, welchen Zuschauer wir erziehen.' Aber ein Großteil der russischen Jugend konsumiert längst kostenfrei Netflix-Serien auf ausländischen Piratenportalen, VPN ist für 14-Jährige Alltag."

Weiteres: Stefan Stiletto arbeitet sich in einem Werkporträt für den Filmdienst durch die Animationsfilme von Adam Elliot. In der FAZ gratuliert Dietmar Dath dem Schauspieler Willem Dafoe zum 70. Geburtstag. Besprochen werden Maura Delperos "Vermiglio" (Tsp), Jennifer Kaytin Robinsons neuer Film aus der Slasher-Reihe "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" (Standardund Mike Flanagans Stephen-King-Verfilmung "The Life of Chuck" (SZ).
Stichwörter: Russland, Zensur in Russland

Efeu - Die Kulturrundschau vom 21.07.2025 - Film

Yelizaveta Landenberger berichtet in der taz vom Internationalen Filmfestival Queer Voices in Chișinău in Moldau. Das Filmfestival von Locarno kämpft um den Erhalt ihrer ikonischen Open-Air-Leinwand auf der Piazza Grande, berichtet Matthias Daum in der Zeit.

Besprochen werden Oliver Rihs' fördermittellos entstandene Berlin-Komödie "#SchwarzeSchafe", die tazler Ekkehard Knörer allerdings nicht überzeugt ("Figuren wie Publikum hetzen durch einen windschiefen Plot, der sich selbst und seiner Botschaft nicht glaubt"), die Netflix-Miniserie "Untamed", die laut tazler Florian Schmid als Krimi im Yosemite-Nationalpark beginnt, sich dann aber zum "komplexen Opus voller Gewalt und Traumata vor dem Hintergrund geradezu verstörend schöner Landschaftsbilder entwickelt", Thor Kleins und Lena Vurmas Biopic "Leonora im Morgenlicht" über die Künstlerin Leonora Carrington (Standard) und ein Arte-Porträt des Schauspielers Jeff Bridges ("über weite Strecken nervtötend", insbesondere wegen des "prätentiösen Off-Kommentars", schreibt Heike Hupertz in der FAZ).
Stichwörter: Moldau, Queer

Efeu - Die Kulturrundschau vom 19.07.2025 - Film

Hanns-Georg Rodek erzählt im Filmdienst, wie es dem Filmunternehmer Peter Wagner mit einigen Mühen gelang, die Kinorechte an den Prügelsausen von Bud Spencer und Terence Hill zu ergattern, sodass die Filme in den nächsten Monaten nun peu à peu wieder im Kino zu sehen sein werden. Besprochen werden Fabian Stumms Debütfilm "Knochen und Namen", mit dem der RBB seine diesjährige Queer-Reihe eröffnet (Tsp), James Gunns "Superman" (Jungle World) und Chris Millers "Die Schlümpfe" (FAZ, unsere Kritik).
Stichwörter: RBB, Queer

Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.07.2025 - Film

"Rhinos Conquered the Middle East' von Vahid Vakilifar (Cinema Iran)

Wolfgang Lasinger führt auf Artechock durch das Programm des Festivals Cinema Iran, das zum nunmehr zehnten Mal in München stattfindet. Ziemlich drastisch "schlagen sich die bedrückenden Verhältnisse im Iran in den zwei Filmen von Vahid Vakilifar nieder. ... Die ästhetische Radikalität seiner Filme sucht ihresgleichen. 'Rhinos Conquered the Middle East' (2024) kriecht der persönlichen Krise des desperaten Schauspielers Elias förmlich bis in die Eingeweide nach, um seiner selbstquälerischen Männlichkeit Ausdruck zu verleihen. 'K9' (2020) ist eine beklemmend ausbuchstabierte Science-Fiction-Dystopie. Dieser visuell konsequent durchkomponierte Film entwirft die postapokalyptische Szenerie einer Erde, von der sich die Sonne zurückgezogen hat. Das Kürzel K9 steht für 'ca-nine', Hunde also, und das Arbeitslager Iran K9 (ein hündischer Iran gewissermaßen), in dem der Film spielt, lässt sich als Parabel auf die in Düsternis und Aussichtslosigkeit versunkene islamische Herrschaft im Iran lesen."

Weitere Artikel: Rüdiger Suchsland wird auf Artechock beim Rückblick auf das Filmfest München, wie es vor dreißig Jahren war, sehr nostalgisch und, bei aller Sympathie, sehr bitter, wenn er auf die Gegenwart des Festivals blickt. Sein Kollege Thomas Willmann resümiert das Festival ebenfalls. Leonard Krähmer berichtet für critic.de das 59. Filmfestival in Karlovy Vary.

Besprochen werden die den Filmschaffenden Véréna Paravel und Lucien Castaing-Taylor gewidmete Ausstellung im soylent green in Berlin (critic.de, mehr dazu bereits hier), Alex Ross Perrys auf Mubi gezeigtes Porträt der Indieband Pavement (critic.de), Elsa Kremsers und Levin Peters "Dreaming Dogs" (Artechock), Oliver Rihs' "#Schwarze Schafe" (Artechock), Chris Millers "Die Schlümpfe" (Artechock, unsere Kritik), Marianne Elliotts "Der Salzpfad" (NZZ, Standard), Lena Dunhams neue Fernsehserie "Too Much" (NZZ) und die Netflix-Serie "Untamed" (FAZ, Zeit Online).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.07.2025 - Film

Körperlichkeit aus fast unerträglicher Nähe: "De humani corporis fabrica" von Véréna Paravel und Lucien Castaing

Heute eröffnet im silent green Kulturquartier in Berlin eine Ausstellung zum filmischen Schaffen von Véréna Paravel und Lucien Castaing, die seit einigen Jahren daran arbeiten, die dokumentarische Filmform mit experimentell-avantgardistischen Arbeiten auf ein neues Niveau zu heben. Den beiden geht es "nicht darum, die Welt zu verstehen; es geht vielmehr darum, sie zu spüren", erklärt Patrick Holzapfel In einem Filmdienst-Essay: "Im Bildergetümmel ist das Sinnliche eine Leerestelle geworden", diagnostiziert Holzapfel unsere bildgetränkte Gegenwart. "Alles erscheint wie hinter Glas, das der Ansatz von Paravel und Castaing-Taylor immer wieder zu brechen verspricht." Ihre Bilder "tauchen im wahrsten Sinne des Wortes in die jeweiligen Gegebenheiten und Orte ein. Das sieht man etwa bei 'De humani corporis fabrica', der Bilder aus dem Inneren von Körpern in französischen Krankenhäusern zeigt. Man sieht Körperlichkeit aus fast unerträglicher Nähe. Sie wird nicht eingeordnet und erklärt; sie wird in ihrer Grenzenlosigkeit dargeboten. Die Filme trachten nach Immersion und verstehen sie als Akt, in dem man nicht mehr weiß, wo man ist."

Außerdem: Ralph Eue empfiehlt im Filmdienst eine Frankfurter Werkschau mit den Film von Alain Jessua. Volker Weidermann hat für die Zeit Armin Mueller-Stahl besucht. Besprochen werden Christian Lerchs Roadmovie "Karli & Marie" (Perlentaucher Jochen Werner hat viel Freude am "herrlich größenwahnsinnigen Schlusspunkt"), die DVD-Ausgabe von Adilkhan Yerzhanovs kasachischem Thriller "Steppenwolf", der sich zugleich laut tazler Ekkehard Knörer mit "einiger Wucht" bei den Klassikern des Westernkinos bedient, Thor Kleins und Lena Vurmas "Leonora im Morgenlicht" (FR), Marianne Elliotts "Der Salzpfad" mit Gillian Anders (FR, Welt) und Chris Millers "Die Schlümpfe - Der große Kinofilm" (Perlentaucher).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.07.2025 - Film

Michael Ranze resümiert im Filmdienst das 59. Filmfestival in Karlovy Vary. Besprochen wird Thor Kleins und Lena Vurmas "Leonora im Morgenlicht" (taz).