Martin Heckel

Martin Luthers Reformation und das Recht

Die Entwicklung der Theologie Luthers und ihre Auswirkung auf das Recht unter den Rahmenbedingungen der Reichsreform und der Territorialstaatsbildung im Kampf mit Rom und den "Schwärmern"
Cover: Martin Luthers Reformation und das Recht
Mohr Siebeck Verlag, Tübingen 2016
ISBN 9783161544682
Taschenbuch, 988 Seiten, 29,00 EUR

Klappentext

Die Entwicklung des evangelischen Kirchenrechts und des Staatskirchenrechts in Deutschland seit Beginn der Reformation ist nur aus der steten Wechselwirkung der juristischen Probleme und Dynamik mit ihren theologischen und politischen Ursachen und Folgen zu erfassen. Erst durch ihre Umsetzung in Rechtsformen führen die geistigen und gesellschaftlichen Kräfte und Bewegungen zur umwälzenden Veränderung oder beharrlichen Verfestigung ihrer Epoche. Durch seine rechtshistorischen Aspekte und Analysen will dieses Werk auch den theologischen und historischen Nachbardisziplinen dienen, auf deren Vorarbeiten es fußt. Es ist problemgeschichtlich ausgerichtet. Es sucht die Entstehung und Wandlung der rechtlichen Institutionen aus den geistlichen und weltlichen Ursprüngen, die dem modernen Empfinden fremd geworden sind, verständlich zu machen und zugleich das Bewusstsein der Kontinuität zu stärken, die unsere pluralistische Geisteswelt und Rechtsordnung mit ihren geschichtlichen Wurzeln verbindet und bis heute prägt und bedingt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.11.2016

Rezensent Michael Stolleis bekommt von Martin Heckel nicht nur ein monumentales Werk über die theologische und kirchenrechtliche Entwicklung im 16. Jahrhundert bis heute, sondern auch eine intensive Beschäftigung mit der existenziellen Frage, wie ein Christ heute im Sinne seiner Glaubensgrundlage leben kann. Keine Patentrezepte bietet ihm der Autor an, sondern vorsichtige Abwägungen zu den Problemen religiöser Pluralisierung. Luthers theologische Positionen und den Weg des evangelischen Kirchenrechts aber vermittelt Heckel dem Rezensenten mit der Überzeugungskraft eines ganzen Gelehrtenlebens. Indem er das Lutherbild von zeitbedingten Sichten bereinigt und dennoch nicht den Anspruch auf einen ultimativen Blick auf den Wittenberger erhebt, sondern Luther selbst zu Wort kommen lässt, wie Stolleis schreibt, entsteht ein Bild des Theologen, das sowohl seine lebenslangen Überzeugungen zeigt, als auch die je nach Lebenszeit unterschiedlichen Konsequenzen. Die Lesbarkeit des Buches mit seiner Stofffülle überrascht Stolleis, Heckels direkter Stil, seine eindringlichen Deutungen und seine enorme Gelehrsamkeit machen das Buch für den Rezensenten zu einem Ereignis.