Wie weit sollte der Staat in die Ausübung der Religion eingreifen? Sollen die Beschneidung oder die Burka verboten werden? Ist die staatlich eingezogene Kirchensteuer noch zu rechtfertigen, wenn in zehn Jahren voraussichtlich die Hälfte der Bevölkerung weder katholisch noch evangelisch sein wird? Kopftuch oder Kruzifix - die Frage, ob religiöse Symbole in Schulen benutzt werden sollten, ist nur eine von vielen, die sich im Einwanderungsland Deutschland heute stellen. Hans Markus Heimann zeigt nicht nur, wie brisant das Verhältnis zwischen Religion und Staat in Deutschland heute schon ist. Er entwickelt auch konkrete Vorschläge, wie die im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit in der Praxis gestaltet werden kann. Denn nur ein multireligiöser Staat kann der wachsenden religiösen Vielfalt in Deutschland gerecht werden und ein friedliches Zusammenleben garantieren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.07.2016
Rezensent Florian Meinel, selbst wissenschaftlicher Mitarbeiter am Jurafachbereich der Humboldt Universität, wird nicht glücklich mit dem Buch von Hans Markus Heimann. Das intakte Volkskirchentum, wie es der Autor in einem historischen Rückblick darlegt, scheint ihm nichts zum Verständnis des deutschen Staatskirchenrechts beizutragen. Außer Unterscheidungsvermögen im Hinblick auf neue religiöse Kräfte und die christlichen Großkirchen vermisst er im Buch auch eine prägnante These. Die Hoffnung, der Autor würde die Vor- und Nachteile der konkurrierenden Kirchenmodelle herausarbeiten, muss Meinel begraben. Mit Heimanns verfassungsrechtlichen Erwägungen kann der Rezensent wenig anfangen, seine Darstellung eines bürokratischen Religionsregiments möchte er nicht teilen. Selbstorganisation scheint ihm stattdessen das Ideal im Religionsverfassungsrecht.
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