Carl Hanser Verlag, München 2026
ISBN
9783446282223 Gebunden, 216 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Wie totalitäre Herrschaft in den Alltag dringt. Noah ist vierzehn Jahre alt und Taubenzüchter. Eines Tages flattern seine geliebten Tiere unruhig durch die Lüfte, über der Stadt kreisen die Helikopter des Kalifats. Noah erlebt einen Sommer voller Umbrüche: Für seinen Vater muss er Frauenkörper auf Produktfotos schwärzen, sein älterer Bruder steigt zum Leiter einer Sicherheitsbehörde auf, seine Mutter und seine Schwester dürfen nicht mehr allein aus dem Haus - und bald schon steht das Leben seiner Tauben auf dem Spiel. Mit großer Zartheit und feinem Humor erzählt "Der letzte Sommer der Tauben" vom Verlust der Kindheit und vom Erwachsensein in einer von Willkür und Gewalt bestimmten Gesellschaft.
"Was für eine Geschichte", mit diesen Worten beschließt Rezensent Marko Martin seine kurze, aber eindringliche Lobrede auf Abbas Khider und dessen neues Buch. In "Der letzte Sommer" erzählt der im Irak geborene Autor mit beeindruckender Präzision und Anschaulichkeit vom Aufwachsen des 16-jährigen Noah unter den Mudschahedin, von einem Alltag also, der von Gewalt und Unterdrückung geprägt ist, und in dem es dem Protagonisten nur knapp - dank seiner Familie und seiner geliebten Tauben - gelingt, nicht zu zerbrechen. Bemerkenswert findet Martin vor allem, wie wenig Khider braucht, um Stimmungen zu transportieren, soziale und psychologische Dynamiken veranschaulichen, und wie es ihm gelingt, eigene existenzielle Erlebnisse als universelle Erfahrungen zu vermitteln, ohne sie bis zur Unkenntlichkeit zu abstrahieren. Prägnanz, Sinnlichkeit und Schlichtheit machen diesen Roman aus, so der bewegte Rezensent. Und "was für ein Roman" das ist, schießt er.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…