Was muss ein Theologe wissen, um verantwortlich von Gott zu reden? Marcel Nieden untersucht die im Zeitalter von Reformation und Konfessionalisierung entstandenen, von der historischen Forschung erst ansatzweise wahrgenommenen Anweisungen zum Theologiestudium. Er widmet sich dabei speziell Wittenberger Quellen aus dem 16. und 17. Jahrhundert, fragt nach den darin entfalteten Konzeptionen der Theologenausbildung, untersucht aber auch die universitätsrechtlichen Rahmenbedingungen des Theologiestudiums an der Leucorea. Im Vergleich mit einflussreichen Konzeptionen aus dem Bereich der römisch-katholischen und reformierten Konfession ergeben sich wichtige Einsichten in den geistigen Formierungsprozess, der zur Ausbildung eines evangelisch-geistlichen Selbstbewusstseins und damit zur Vergesellschaftung der neuen Sozialgruppe der evangelischen Geistlichkeit beigetragen hat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.04.2007
Kleine bis größere Mängel beklagt Rezent Harm Klueting an Marcel Niedens Studie über die akademische Ausbildung des Klerus. Seiner Kernaussage stimmt der Rezensent gleichwohl zu, wonach sich der Kleriker seit dem 16. Jahrhundert zum "Intellektuellen" entwickelt habe. Ein theologisches Studium sei aber dem hohen Klerus vorbehalten gewesen, während der einfache Pfarrer das übliche Grundstudium "artes" mit Grammatik, Rhetorik und Dialektik studiert habe. Beim Hauptthema der Studie, den Studienanweisungen u.a. von Luther und Melanchthon, vermisst der Rezensent ein Seminardekret des von Konzils von Trient sowie eine Diskussion zur Priesterausbildung vor der "Ratio studiorum". Für die Ausbildung in Wittenberg, referiert der Rezensent, weise der Autor auf eine Schwerpunktverlagerung zur "frommen Praxis" hin. Weniger die systematische Theologie als die biblische habe hier im Vordergrund gestanden, und insbesondere die paulinischen Briefe.
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