Seit Ende der Ost-West-Konfrontation hat die Idee der Zivilgesellschaft eine Renaissance erlebt. Aber die Freiheit der Bürger muß gegen den Neoliberalismus genauso verteidigt werden wie gegen Totalitarismus oder fundamentalistische Intoleranz. Viroli diskutiert die Idee der republikanischen Freiheit ausgehend von Machiavelli, ihrem eigentlichen Begründer, bis heute. Er setzt sich dabei mit vielen Denkern, von Tocqueville bis Habermas, auseinander. Für die deutsche Ausgabe seines Buches hat Viroli ein aktuelles Vorwort geschrieben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.08.2002
Gegenüber John Pococks "großer Geschichte" des republikanischen Denkens, "The Machiavellian Moment", legt Maurizio Viroli keine neuen Erkenntnisse vor, stellt Rezensent Gustav Flake fest. Das mag er Viroli aber nicht vorwerfen, da sein Ansatz ist ein anderer ist. Viroli will die politische Theorie nicht als Teil der Philosophie, sondern als Teil der Rhetorik verstanden wissen, erklärt Flake. Der Republik sei nach Viroli das öffentliche Reden eigen. Wie Flake weiter referiert, schließt ein solches Reden nach Viroli zwar rationale Forderungen ein, zielt aber doch im wesentlichen darauf ab, leidenschaftliche Anteilnahme zu erregen. Ein Beispiel für eine solche leidenschaftliche Rede gibt Viroli nach Ansicht des Rezensenten bereits in seinem Vorwort, in dem er seinen italienischen Landsleute vorwirft, ihre egoistischen Interessen über das Gemeinwohl zu stellen. Viroli will den Republikanismus dagegen als eine neue politische Vision beschwören. Deutlich werde bei Viroli vor allem, worin der gewaltige Vorzug des Rechts- und Verwaltungsstaates gegenüber der republikanischen Rhetorik besteht. Süffisant bemerkt Flake am Ende seiner Rezension: "Man weiß wenigstens, worüber gerade nachgedacht werden soll."
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