Andreas Reckwitz

Die Gesellschaft der Singularitäten

Zum Strukturwandel der Moderne
Cover: Die Gesellschaft der Singularitäten
Suhrkamp Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783518587065
Gebunden, 480 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Das Besondere ist Trumpf, das Einzigartige wird prämiert, eher reizlos ist das Allgemeine und Standardisierte. Der Durchschnittsmensch mit seinem Durchschnittsleben steht unter Konformitätsverdacht. Das neue Maß der Dinge sind die authentischen Subjekte mit originellen Interessen und kuratierter Biografie, aber auch die unverwechselbaren Güter und Events, Communities und Städte. Spätmoderne Gesellschaften feiern das Singuläre. Ausgehend von dieser Diagnose, untersucht Andreas Reckwitz den Prozess der Singularisierung, wie er sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Ökonomie, Arbeitswelt, digitaler Technologie, Lebensstilen und Politik abspielt. Mit dem Anspruch einer Theorie der Moderne zeigt er, wie eng dieser Prozess mit der Kulturalisierung des Sozialen verwoben ist, welch widersprüchliche Dynamik er aufweist und worin seine Kehrseite besteht. Die Gesellschaft der Singularitäten kennt nämlich nicht nur strahlende Sieger. Sie produziert auch ihre ganz eigenen Ungleichheiten, Paradoxien und Verlierer.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.10.2017

Rezensentin Meredith Haaf findet die Lektüre von Andreas Reckwitzs Gesellschaftsanalyse lohnend. Für Haaf ist es soziologische Grundlagenarbeit, wenn der Autor den von ihm ausgerufenen Kulturkapitalismus genauer untersucht und eine neue Klassengesellschaft konstatiert. Wer bestimmt, welche Bar, welche Ware hip ist, hat das Sagen, erklärt ihm der Autor, und wirft zugleich einen Blick auf die "kulturell entwerteten" Teile der Gesellschaft. Dass Reckwitz bei aller Begeisterung für sein Projekt nicht so eitel ist, prima Lösungen vorzuschlagen, findet Haaf fein. Etwas mehr Biss bei der ökonomischen Analyse hätte dem Buch laut Haaf gut gestanden.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2017

Rezensent Thomas Thiel betrachtet das Buch des Kultursoziologen Andreas Reckwitz als ersten energischen Schritt gegen die Singularisierung auf allen Kanälen. Auch wenn der Autor sich leider des Eventmanager-Sprechs bedient, kann Thiel seinen Ausführungen über die Ausprägung der Gesellschaft der Singularitäten (beim ethischen Konsum, der Profilbildung etc.) vor allem durch die sogenannte Kreative Klasse gut folgen. Wenn der Autor die Nebenwirkungen dieser Entwicklung im zweiten Teil des Buches zu einer Synthese bündelt, ist Thiel beeindruckt. Die Erschöpfung des Individuums bei der ständigen Auf- und Abwertung der eigenen Existenz, von der Reckwitz hier spricht, hat wohl auch der Rezensent schon kennengelernt, die politischen Konsequenzen sowieso.
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