David Miller

Fremde in unserer Mitte

Politische Philosophie der Einwanderung
Cover: Fremde in unserer Mitte
Suhrkamp Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783518587119
Gebunden, 330 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Frank Lachmann. Das Thema Einwanderung wirft gewichtige gesellschaftspolitische, moralische und ethische Fragen auf, die seit einiger Zeit im Zentrum intensiver Debatten stehen. Der britische Philosoph David Miller verteidigt in seinem Buch eine Position zwischen einem starken Kosmopolitismus, der für uneingeschränkte Bewegungsfreiheit und offene Grenzen plädiert, und einem blinden Nationalismus, der oft in pauschale Ausländerfeindlichkeit und dumpfen Rassismus umschlägt. In ständiger Auseinandersetzung mit Gegenargumenten entwickelt er seinen Standpunkt, der die Rechte sowohl der Immigranten als auch der Staatsbürger berücksichtigen soll - und einen schwachen Kosmopolitismus ebenso einschließt wie das Recht von Nationalstaaten, ihre Grenzen zu kontrollieren. Ziel von Millers Ausführungen ist eine Immigrationspolitik liberaler Demokratien, die so gerecht ist wie möglich und so realistisch wie nötig.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.02.2018

Rudolf Walther empfiehlt das Buch des englischen Philosophen David Miller als ruhige und sachliche Argumentation in Sachen Einwanderungspolitik. Miller berichtet ihm von Einwanderungsbeschränkungen in den USA im Jahre 1882, vom Recht der Staaten, ihre Grenzen zu kontrollieren, aber auch von der Pflicht, Einwandererrechte, d. h. für Miller Menschenrechte, zu berücksichtigen. Wenn Miller von Fairness gegenüber Einwanderern spricht, erhält der Rezensent eine aufwändige Erklärung des Begriffs. Dass Miller dann begrifflich unklar bleibt, wenn es um die Frage der nationalen Selbstbestimmung geht, kann Walther nicht verstehen. Den ein oder anderen schiefen Vergleich lässt er dem Autor aber durchgehen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.01.2018

Das Buch des britischen Philosophen David Miller reicht laut Rezensent Wolfgang Taus tief in die Einwanderungsproblematik hinab, um eine politische Philosophie der Einwanderung zu entwerfen. Dass der Autor eine Mittelposition einnimmt zwischen Kosmopolitismus und restriktiver Abschottunspolitik, wenn er die Flüchtlingsströme von 2015 in den Blick nimmt, scheint Taus nachvollziehen zu können, auch wenn ihm unklar bleibt, wie genau das Gleichgewicht zwischen kulturellem Pluralismus und gemeinsamen Überzeugungen hergestellt werden soll. Millers Vorschlag einer ethischen Herangehensweise, die neben dem politischen, den Wohlfahrtsstaat aktivierenden Ansatz moralischen Grundprinzipien folgt, scheint ihm bedenkenswert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2017

Friedemann Bieber gefällt die Konkretisierung der "verständlich" geschriebenen Erörterungen in diesem Buch des Philosophen David Miller. Wenn Miller über moralische Verpflichtungen in Migrationsfragen nachsinnt, versteht Bieber das zunächst einmal deskriptiv, auch wenn sich der Autor gegen einen politischen Kosmopolitismus auszusprechen scheint. Grundsätzlichen Überlegungen, so Bieber, folgen Argumente gegen den Imperativ offener Grenzen und dann empirische Befunde. Für Bieber bei aller Strittigkeit ein Beleg dafür, dass politische Philosophie zum Nachdenken über aktuelle politische Fragen beitragen kann.