Per Leo, Maximilian Steinbeis, Daniel-Pascal Zorn

Mit Rechten reden

Ein Leitfaden
Cover: Mit Rechten reden
Klett-Cotta Verlag, Suttgart 2017
ISBN 9783608961812
Kartoniert, 183 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Mit Rechten reden heißt nicht nur, mit Rechthabern streiten. Sondern auch mit Gegnern, die Rechte haben. Und mit Linken. Demokratie ist kein Salon. Die Republik lebt vom Streit, von Rede und Gegenrede, nicht nur von Bekenntnissen und moralischer Zensur. Dieser Leitfaden zeigt, dass es in der Auseinandersetzung mit "Rechtspopulismus" und "Neuen Rechten" um mehr geht als die Macht des besseren Arguments. Es geht vor allem um die Kunst, weniger schlecht zu streiten. Leo, Steinbeis und Zorn sagen nicht, wie man mit Rechten reden muss. Sie führen vor, warum, wie und worüber sie selbst mit Rechten reden. Und sie denken über das Reden mit Rechten nach. Mal analytisch, mal literarisch. Teils logisch, teils mythologisch. Hier polemisch, dort selbstironisch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2017

Mit großer Freude zerlegt Stephan Lessenich dieses Buch des Autoren-Trios Leo, Steinbeis, Zorn, die der Kritiker als "die Drei von der Zankstelle" bezeichnet, in seine Einzelteile. Wenn der Historiker, der Jurist und der Philosoph rechte Sprachspielereien entlarven wollen, dabei mitunter "rechte Stereotype affirmieren" und geradezu im Vorbeigehen versuchen, rechte Redner mittels Logik zu durchschauen und schachmatt zu setzen, erscheinen sie dem Rezensenten nicht nur wie sich selbst überschätzende "Volkspädagogen", sondern er stellt auch kopfschüttelnd fest, dass die Autoren sich gelegentlich selbst rechte Inhalte zu eigen machen. Widersprüchlich, "herablassend" und mit Sicherheit nicht geeignet, Rechte zu erreichen, findet Lessenich.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.10.2017

Tobias Sedlmaier wünscht sich mehr Versuche, bei der Auseinandersetzung mit Rechten Moral und Affekt durch das Argument zu ersetzen. Ebendiesen Ansatz findet er bei dem Historiker Per Leo, dem Philosophen Daniel-Pascal Zorn und dem Juristen Maximilian Steinbeis. Den von den Autoren mit dem Band kommunizierten Wunsch nach differenzierter Streitkultur, historischem Bewusstsein und begrifflicher Schärfe kann Sedlmaier unterschreiben. Als Intervention gegen den Kreislauf aus Beleidigung und Beleidigtsein gefällt ihm das Buch, auch wenn die Autoren "in der Diagnose" wenig Neues zu bieten haben und mitunter recht abgeklärt herüberkommen, wie Sedlmaier erklärt. Die Fehler der Debattenkultur in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext zu stellen und wieder mehr zuzuhören, findet er schon mal klug und richtig.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.10.2017

Für Rezensentin Nina Apin ist dieser von Per Leo, Maximilian Steinbeis und Daniel-Pascal Zorn herausgegebene Band ein als "Sachbuch getarnter Mindfuck". Das bedeutet für die Kritikerin zunächst nichts Schlechtes, denn der Historiker, der Jurist und der Philosoph bohren nicht nur tief in die Hirnwindungen von Rechten, meint Apin, sondern verlassen auch die üblichen Diskurse und richten ihren Blick insbesondere auf Kommunikationsformen: Dass das rechte Denken vor allem über die Abgrenzung von den Linken funktioniere, lernt die Rezensentin hier ebenso wie sie erfährt, dass den Rechten mit "Moralisieren" und "paternalistischer Erziehung" nicht beizukommen sei. Mit Interesse liest Apin auch die Verweise auf die bei Rechten beliebten Autoren Ernst Jünger und Carl Schmitt. Wenn ihr das Autorentrio schließlich einen "moralisch unappetitlichen Informanten" auftischt, der von Szene-Theaterstücken mit "HJ-Zwergen" und jungen Männern in Lederhosen erzählt, fühlt sich die Kritikerin angesichts dieses "Irrsinns" zwar gut unterhalten; wie (oder vielleicht ob?) sie künftig mit Rechten reden soll, weiß sie aber nach der Lektüre immer noch nicht.