Christoph Ribbat

Deutschland für eine Saison

Die wahre Geschichte des Wilbert Olinde jr.
Cover: Deutschland für eine Saison
Suhrkamp Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783518427729
Gebunden, 272 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Nur ein "Ausländer" pro Mannschaft: Das ist 1977 die Obergrenze in der deutschen Basketball-Bundesliga. Der Ausländer in Göttingen heißt Wilbert Olinde und ist gerade aus Los Angeles gekommen. Die Deutschen wundern sich über ihn. Er wundert sich über die Deutschen. Nur ein Jahr will er bleiben. Doch dann kommt alles anders. "Deutschland für eine Saison" erzählt von deutscher und amerikanischer Zeitgeschichte. Es führt in den Alltag Roth-Händle rauchender Basketballprofis, sektbeschwipster Damenmannschaften und im Kraftwerk-Sound singender Fans. Und es erkundet den Rassismus auf beiden Seiten des Atlantiks. Vor diesem Panorama entsteht das Porträt des Wilbert Olinde: eines nachdenklichen amerikanischen Sportlers, aus dem ein deutscher Inspirationscoach, Vater und Nachbar wird. Christoph Ribbat nimmt den Leser mit in die Sonne Südkaliforniens, in bundesrepublikanische Sporthallen und in die von Gewalt geprägte Geschichte Louisianas. Er berichtet von einer ganz besonderen Familie: von Krisen und Neuanfängen, von Diskriminierung und von Courage. Wilbert Olinde, so zeigt dieses Buch, ist ein Held der Migrationsgesellschaft.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.11.2017

Fasziniert hat Rezensent Martin Eimermacher "Die wahre Geschichte des Wilbert Olinde jr." gelesen, die der Anglistik-Professor Christoph Ribbat hier weder romanhaft noch biografisch, sondern vielmehr historisch rekonstruiert, wie der Kritiker lobt. Eimermacher taucht hier gemeinsam mit dem schwarzen Basketball-Star ein in Bonner Mentalitätsgeschichte, erlebt Rassismus in den Südstaaten oder in Göttingen und staunt, wie lebensnahe und sinnlich Ribbat zu erzählen vermag.