Ibram X. Kendi

Gebrandmarkt

Die wahre Geschichte des Rassismus in Amerika
Cover: Gebrandmarkt
C. H. Beck Verlag, München 2017
ISBN 9783406712302
Gebunden, 604 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Susanne Röckel und Heike Schlatterer. Wenn Sie Amerikaner sind und schwarz, dann ist ihre Chance, von der Polizei erschossen zu werden, höher als wenn sie weiß sind. 21-mal höher. Obwohl die USA sich rühmen, ein post-rassistisches Land zu sein und sogar einen farbigen Präsidenten gewählt haben, sitzt der Rassismus tief. Dieses zornige Buch ist die Geschichte einer nationalen Schande - so intensiv, dass es weh tut. In einer Tour de Force erzählt der junge amerikanische Historiker Ibram X. Kendi die wahre Geschichte des Rassismus in Amerika - von den Puritanern bis zu Black Lives Matter. Er zeigt, dass der Rassismus nicht nur aus den trüben Quellen von Ignoranz und Hass aufsteigt, sondern von Anfang an dazu diente, Diskriminierung zu rechtfertigen und plausibel zu machen. Sein Buch führt uns durch eine erschreckende Geschichte voller Gewalt, Dummheit und Arroganz. Die Vorstellung, dass Schwarze minderwertig sind und selber schuld an ihrer schlechten Lage, hat sich so tief in die kulturelle DNA der Vereinigten Staaten eingeschrieben, dass der Rassismus bis heute allgegenwärtig ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.10.2017

Matthias Kolb wird von Ibram X. Kendi mit der schrecklichen Wahrheit konfrontiert, dass sich die rassistischen Strukturen der USA erst dann ändern werden, wenn die Abschaffung der Diskriminierung Politikern Vorteile bringt. Für Kolb ist Kendis Text das Buch der Stunde, weil es die Debatten in den USA in einen Kontext stellt. Der hiesige Leser erfährt laut Kolb Aufschlussreiches über Charlottesville, Denkmälerstreit oder auch die Kontinuitäten im Diskurs über Schwarz und Weiß. Die Illusion, dass die Geschichte eine Verbesserung des Verhältnisses bringt, nimmt der Autor dem Leser mit Macht, warnt Kolb. Wie Bücher und Filme rassistische Vorstellungen befördern und einbrennen, vermag ihm der Kulturhistoriker eindrücklich darzulegen.
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