Außer Atem: Das Berlinale Blog
Stichwort: Wohnen - 3 Artikel
Außer Atem: Das Berlinale Blog 08.02.2013
Thom Anderson denkt in seinem Videoessay "Los Angeles Plays Itself" (2003) (Youtube) unter anderem darüber nach, warum modernistische Architektur im Hollywoodkino so schlecht wegkommt: es wohnen immer die Bösen in den Richard-Neutra- und Frank-Lloyd-Wright-Häusern. Von Elena Meilicke
Außer Atem: Das Berlinale Blog 17.02.2012
Flechten, immer wieder flechten: einen Korb flechten, einen Zaun flechten, ein Dach flechten. Aus Stroh und getrockneten Palmblättern. Die Verbindung von Vertikalen und Horizontalen. Im Bild also immer wieder die grundlegende Operation des Verknüpfens, die Herstellung von etwas, das mehr ist als die Summe seiner Teile. Von Elena Meilicke
Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2010
Benjamin verkauft Nachthemden im Textilgeschäft seiner Mutter in der örtlichen Mall. In einer großartigen Sequenz bekommt er Besuch von Tabatha (Halley Feiffer). Während hinter ihm die bunten, langen Nachthemden adrett nebeneinander geordnet sind, sieht man hinter Tabatha die Schusswaffen des Nachbargeschäfts. Benjamin wird bei Tabatha keine Chance haben. Er schreibt ohnehin lieber Science-Fiction-Romane, als Nachthemden zu verkaufen. Und auch seine Mutter designt in ihrer Freizeit lieber Kleider, die gut in die Romane ihres Sohnes passen würden. Außerdem backt sie bizarre Kugeln aus Popkorn, die sich wie eine Seuche im Film verbreiten und überall kleben zu bleiben drohen. Mutter und Sohn wohnen irgendwo in der amerikanischen Provonz, vielleicht in Utah, dem Heimatstaat des Regisseurs Jared Hess. Eigentlich wohnen die beiden natürlich zuallererst in Jared-Hess-Country. Einem Ort, den man in "Napoleon Dynamite", Hess' vorzüglichem Erstling, ausführlich kennengelernt hat. Einige Details scheinen direkt aus diesem Erstling übernommen, wie etwa der Zaun hinter dem Haus der Familie, von dem aus Benjamin und Dusty, der neue Freund der Mutter, ekelhafte Pfeile mit einem Blasrohr verschießen. In "Napoleon Dynamite" stand hinter dem Zaun ein Lama.
Benjamin hat allerdings im Film nicht viel Zeit für solchen Unsinn.
Von Lukas Foerster