Außer Atem: Das Berlinale Blog

Stichwort: Italienischer Film - 6 Artikel

Malessere: "Favolacce" der Brüder D'Innocenzo

Außer Atem: Das Berlinale Blog 26.02.2020 Der Film beginnt als unbehagliche Idylle und endet in herzzerreißender Traurigkeit. Er spielt in einer weit entfernten Vorstadt von Rom, in einer Reihenhaussiedlung, spießig, aber nicht arm. Die Männer tragen unsympathische Topffrisuren wie die Fußballer, die sie niemals die Chance gehabt hätten zu werden. Es ist nicht so, dass sich die Eltern um die Kinder - die eigentlich im Zentrum des Films stehen - nicht kümmern. Aber die Kälte zwischen den Personen ist in diesem Hitzesommer so unüberwindlich wie ein Alpenmassiv. Von Thierry Chervel

No sex, Vorlust ist alles: "La Casa dell'amore" von Luca Ferri (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 23.02.2020 Erster Eindruck: Es ist dunkel. Es ist drinnen. In der ersten Einstellung verdeckt die Rückenansicht eines Mannes das Gegenüber und preist Jesu' Verteidigung der Prostituierten im Tempel. Keiner wirft den ersten Stein. Dies ist ein Film über Bianca Dolce Miele, ein Film, der Biancas Wohnung niemals verlässt, meist bleibt es dunkel, von einer Stelle abgesehen ist das Bild eng kadriert, ein Innenraumfilm. Draußen Regen, draußen Blitze. Die Freundin, Natasha, ist für einen längeren Aufenthalt in Brasilien, der Telefonkontakt reißt, wenn er überhaupt zustande kommt, öfter mal ab. Von Ekkehard Knörer

Wenn er ein Huhn malt, wird er zum Huhn: "Hidden Away", Giorgio Dirittis Film über den naiven...

Außer Atem: Das Berlinale Blog 22.02.2020 "Hidden Away", die Übersetzung des italienischen Titels von Giorgio Dirittis Biopic, verfehlt das Original und verfehlt in diesem Verfehlen einiges mehr. "Volevo nascondermi" heißt "Ich wollte mich verstecken", und das Wollen, also das Aktive, und das Ich, also das Subjekt dieses Wollens, und sei es von allen Teufeln zum Verstecken getrieben, sind für die Deutung des Lebens von Antonio Ligabue, wie der Film sie versucht, von zentraler Bedeutung. Von Ekkehard Knörer

Heilige Mütter in Laura Bispuris "Figlia Mia" (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 18.02.2018 Vor drei Jahren machte die italienische Regisseurin Laura Bispuri auf der Berlinale mit ihrem Film "Vergine Giurata" Furore, in dem die stets hinreißende Alba Rohrwacher eine albanische Schwungjungfrau spielte. Auch für "Figlia Mia" haben sich die beiden zusammengetan, um weibliche Lebenswelten zu erkunden, auch wenn das heutige Sardinien in Sachen Archaik nicht mit Albaniens Bergwelt mithalten kann (wo der Vater zur Hochzeit seiner Tochter eine Gewehrkugel mitgibt, mit der ihr Ehemann sie erschießen kann, wenn sie nicht gehorcht). Von Thekla Dannenberg