Außer Atem: Das Berlinale Blog
Stichwort: Italienischer Film - 6 Artikel
Außer Atem: Das Berlinale Blog 19.02.2023 Mit seinem vibrierenden Nachtstück "Disco Boy" versetzt der italienische Regisseur Giacomo Abbruzzese dem vor sich hindümpelnden Wettbewerb einen gehörigen Adrenalistoß. In dem hochaufgeladenen Film ist alles Energie, Lebenshunger und dunkle Poesie. Von Thekla Dannenberg
Außer Atem: Das Berlinale Blog 26.02.2020
Der Film beginnt als unbehagliche Idylle und endet in herzzerreißender Traurigkeit. Er spielt in einer weit entfernten Vorstadt von Rom, in einer Reihenhaussiedlung, spießig, aber nicht arm. Die Männer tragen unsympathische Topffrisuren wie die Fußballer, die sie niemals die Chance gehabt hätten zu werden. Es ist nicht so, dass sich die Eltern um die Kinder - die eigentlich im Zentrum des Films stehen - nicht kümmern. Aber die Kälte zwischen den Personen ist in diesem Hitzesommer so unüberwindlich wie ein Alpenmassiv. Von Thierry Chervel
Außer Atem: Das Berlinale Blog 23.02.2020
Erster Eindruck: Es ist dunkel. Es ist drinnen. In der ersten Einstellung verdeckt die Rückenansicht eines Mannes das Gegenüber und preist Jesu' Verteidigung der Prostituierten im Tempel. Keiner wirft den ersten Stein. Dies ist ein Film über Bianca Dolce Miele, ein Film, der Biancas Wohnung niemals verlässt, meist bleibt es dunkel, von einer Stelle abgesehen ist das Bild eng kadriert, ein Innenraumfilm. Draußen Regen, draußen Blitze. Die Freundin, Natasha, ist für einen längeren Aufenthalt in Brasilien, der Telefonkontakt reißt, wenn er überhaupt zustande kommt, öfter mal ab. Von Ekkehard Knörer
Außer Atem: Das Berlinale Blog 22.02.2020
"Hidden Away", die Übersetzung des italienischen Titels von Giorgio Dirittis Biopic, verfehlt das Original und verfehlt in diesem Verfehlen einiges mehr. "Volevo nascondermi" heißt "Ich wollte mich verstecken", und das Wollen, also das Aktive, und das Ich, also das Subjekt dieses Wollens, und sei es von allen Teufeln zum Verstecken getrieben, sind für die Deutung des Lebens von Antonio Ligabue, wie der Film sie versucht, von zentraler Bedeutung. Von Ekkehard Knörer
Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2019
Oje, diesen Film hätte man so auch in Hollywood drehen können. Claudio Giovannesi hat mit "Piranhas" einen Roman von Roberto Saviano verfilmt, den "Clan der Kinder". Er erzählt vom Aufstieg der Bande des 15-jährigen Nicolas, die in Neapel von Kleinganoven zu Dealern für die Camorra, Schutzgeldeintreibern und schließlich Chefs eines eigenen Viertels aufsteigen. Von Anja Seeliger
Außer Atem: Das Berlinale Blog 18.02.2018
Vor drei Jahren machte die italienische Regisseurin Laura Bispuri auf der Berlinale mit ihrem Film "Vergine Giurata" Furore, in dem die stets hinreißende Alba Rohrwacher eine albanische Schwungjungfrau spielte. Auch für "Figlia Mia" haben sich die beiden zusammengetan, um weibliche Lebenswelten zu erkunden, auch wenn das heutige Sardinien in Sachen Archaik nicht mit Albaniens Bergwelt mithalten kann (wo der Vater zur Hochzeit seiner Tochter eine Gewehrkugel mitgibt, mit der ihr Ehemann sie erschießen kann, wenn sie nicht gehorcht). Von Thekla Dannenberg