Außer Atem: Das Berlinale Blog
Stichwort: Chinesischer Film - 6 Artikel
Außer Atem: Das Berlinale Blog 18.02.2023
In seinem neuen Film zeigt der koreanisch-chinesische Regisseur Zhang Lu ein melancholisches Bild Pekings, in dem Gu, ein geschiedener Foodblogger zwischen der schwierigen Beziehung zu seinem Vater, einer sich nie wirklich auslebenden Liebe zu seiner deutlich jüngeren Mitarbeiterin und dem Dasein für seine Tochter versucht, sein tristes Leben zu meistern. Mit sanften humoristischen und poetischen Einschüben dümpelt der Film dabei zwischen bewegenden Momenten und uninspirierten Gemeinplätzen des romantischen Entfremdungskinos. Man begreift die Schwere des Seins, aber fühlt sie nur bedingt. Von Patrick Holzapfel
Außer Atem: Das Berlinale Blog 23.02.2020
"The Calming", der zweite Spielfilm der chinesischen Regisseurin Song Fang, von Jia Zhang-ke koproduziert, ist ein kleines Wunder, schon weil er alles, was der Titel verspricht, tatsächlich einlöst. Aber auch, weil man denken könnte, man hätte das, was man hier sieht, auch die Art, wie es gefilmt ist, schon oft und öfter gesehen - ich staune aber, wie sehr es mich in diesem Film noch einmal anders, noch einmal neu, wie ein erstes Mal packt, wobei "packen" hier eigentlich das Gegenteil meint: leise berührt, besänftigt, auf fast schon aufwühlende Weise beruhigt. Von Ekkehard Knörer
Außer Atem: Das Berlinale Blog 21.02.2020
Mit allen Mitteln, die das Kino zur Verfügung stellt, versuchen die chinesischen Filmemacher den rasanten Wandel ihres Landes zu erfassen, ihm Bilder und Bedeutung zu geben.
Im vorigen Jahr lief Wang Xiaoshuais ergreifendes Melodram "So long, my son" im Wettbewerb, das von drei befreundeten Paaren erzählt, die mit den grundstürzenden Veränderungen des Systems innerhalb von dreißig Jahren klar kommen mussten, vom Ende der Kulturrevolution bis zum Turbokapitalismus. Von Thekla Dannenberg
Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2019
Nicht nur Zhang Yimous Film "One Second" über die Kulturrevolution ist von den chinesischen Behörden zensiert worden. Auch Derek Kwok-cheung Tsangs "Better Days", der in der Reihe Generation laufen sollte, hat keine Freigabe bekommen. In Variety gibt Rebecca Davis einen guten Einblick in die Lage des chinesischen Independent-Kinos, das Davis zufolge so gut wie tot sei. Wenn Filme heute Indie aussähen, würde damit nur einem Publikumsgeschmack Rechnung getragen, der für das kommerzielle Kino nicht zu haben sei. Die Zensur passiert hätten aber auch diese Filme. Von Thekla Dannenberg
Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2019
Li ist Nachtwächter in einem großen Bürogebäude in Peking. Tagsüber hat er ein Bett in einem fensterlosen Zimmer, das nachts von einem Mitbewohner benutzt wird. Wobei man Li nicht viel schlafen sieht. Er ist ein aufmerksamer junger Mann. Wenn er die Pappbecher im Konferenzraum wegräumt, dann richtet er auch immer die Mikrofone auf den Tischen in eine Richtung. Er ist der Typ, der ein Plakat in einer Abstellkammer gerade hängt, dessen Klebstreifen sich am Rand verkrisselt hat. Von Anja Seeliger
Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2019
Jemand hätte diesem Regisseur sagen sollen, dass er besser zuhören soll, statt seinen Film so wie er ist ins Forum zu hieven.
Lei Lei, 1985 in Nanchang, China, geboren, arbeitet seit 2017 am California Institute of the Arts (CalArts) im Bereich Experimental Animation, informiert das Programmheft. Von Anja Seeliger