Außer Atem: Das Berlinale Blog
Stichwort: Ökonomie - 10 Artikel
Außer Atem: Das Berlinale Blog 15.02.2016 Ein Film über Roma, ein Film über afrikanische Flüchtlinge, die auf den Sprung nach Spanien warten - beide Male übergeben die Regisseure die Kamera ihren Protagonisten, die das Bild mitgestalten, das sich die Welt von ihnen machen soll. Von Thekla Dannenberg
Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2016 Ausgerechnet im "Silent Green" diskutierten internationale Filmkritiker die Misere des deutschen Films. Ist er zu deutsch oder nicht deutsch genug? Ist er zu kalt und starr? Nein, er ist überfinanziert. Von Thekla Dannenberg
Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2014 Celina Murgas Vater-Sohn-Geschichte ist mit deutschen Geldern finanziert und wirkt ein wenig wie Berliner Schule aus Buenos Aires. Der Film überzeugt nicht.
Von Thomas Groh
Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2013
Vorletzter Wettbewerbstag, die Pressevorstellung liegt auf der Frühschiene, um neun Uhr morgens, der Film ist ein fast zwei Stunden langes Debüt aus Kasachstan: Dass der Berlinalepalast auch bei "Harmony Lessons" gut gefüllt ist, spricht für die Ausdauer der akkreditierten Festivalgänger.
Als dann gleich in den ersten drei Minuten ein Schaf direkt vor der Kamera erst eingefangen, dann geschlachtet und ausgeweidet wird, geht zwar ein hörbares Stöhnen durchs Publikum (nebenbei bemerkt: Das ist bei weitem nicht die erste derartige Szene des Festivals; im Gegenteil sind derartige, von der Kamera beglaubigte Tiertötungen eines der quintessentiellen Motive des Festivalkinos, fast könnte man meinen, dass die Schlachtung im Weltkino wieder eine rituelle Bedeutung zurückgewinnt, ein Band über Raum und Zeit hinweg zum Zuschauer knüpft). Von Lukas Foerster
Außer Atem: Das Berlinale Blog 10.02.2013 Was es heißt, kein Geld, oder zumindest eindeutig zu wenig Geld zu haben, im Alltag, im Familienleben, in Beziehungen, für Versuche, Beziehungen aufzubauen, potentielle Partner kennenzulernen: Das war eines der zentralen Themen von "Men on the Bridge", einer bedrückenden, realistischen Milieustudie, dem außergewöhnlichen ersten Spielfilm der in Berlin lebenden Türkin Asl? Özge. Ein Leben auf der Brücke, im Freien und doch bedrängt von allen Seiten. Das Paar, das im Zentrum des Nachfolgefilms "Hayatboyu" steht, lebt dagegen im durchgentrifizierten Istanbuler Stadtteil Ni?anta??. Wer sich da eine Wohnung leisten kann, hat keine Geldsorgen, zumindest keine drängenden. Was noch lange nicht heißt, dass er (beziehungsweise in diesem Fall vor allem: sie) ein entspanntes Leben führen kann. Von Lukas Foerster
Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2013
Eine bittere Lektion in politischer Ökonomie erteilt Raoul Peck mit seinem Film "Assistance Mortelle" über die internationale Hilfe für Haiti nach dem Erdbeben vom 12. Januar 2010, die keine Katastrophenhilfe war, sondern eine katastrophale Hilfe. Pecks Biografie ist sein filmisches Programm geworden: In Haiti geboren, in Zaire/Kongo aufgewachsen, hat er im Ost-Berlin der achtziger Jahre Wirtschaftswissenschaft studiert und in West-Berlin Film. Über den ermordeten kongolesischen Unabhängigkeitsführer Patrice Lumumba hat er gleich zwei Filme gedreht, im vorigen Jahr saß er in der Berlinale-Jury. Mit der ihm eigenen Mischung aus kommentierender Beobachtung und Zahlengewitter ist seine Dokumentation "Assistance Mortelle" eine wütende Abrechnung mit dem System internationaler Hilfe, das nicht in der Lage ist, guten Willen, Kompetenz und Gelder in zweistelliger Milliardenhöhe in sinnvolle Aufbauleistung umzuwandeln. Von Thekla Dannenberg
Außer Atem: Das Berlinale Blog 17.02.2012
Flechten, immer wieder flechten: einen Korb flechten, einen Zaun flechten, ein Dach flechten. Aus Stroh und getrockneten Palmblättern. Die Verbindung von Vertikalen und Horizontalen. Im Bild also immer wieder die grundlegende Operation des Verknüpfens, die Herstellung von etwas, das mehr ist als die Summe seiner Teile. Von Elena Meilicke
Außer Atem: Das Berlinale Blog 15.02.2012
Die thomistische Trias christlicher Tugenden - Glaube, Liebe, Hoffnung – hat Pate gestanden für Peter Kerns neue filmische Selbstentäußerung. Allein Hoffnung mag in diesem Rundumschlag gegen die unchristlichen Zustände an der europäischen Außengrenze keine aufkommen. Darum folgt auf den Glauben und die Liebe... der Tod. Von Nikolaus Perneczky
Außer Atem: Das Berlinale Blog 18.02.2011 Was kann man Höheres und Schöneres erreichen im Blockbuster-Kino als eine Szene, in der es der Plot des Films möglich macht, dass Liam Neeson und Aidan Quinn chorisch einen Satz mit irgendwas über Vitruv sprechen, aus heiterem Himmel, und selbst nicht begreifen, warum sie tun, was sie da tun?
Oder Bruno Ganz als stolzen Ex-Stasimann und nunmehr in Friedrichshain residierenden Privatdetektiv in den Armen eines von Frank Langella gespielten Oberbosses der Killer nach genossenem Trank aus dem Schierlingsbecher in aller Ganovenehre dahinscheiden zu lassen? Oder be Von Ekkehard Knörer
Außer Atem: Das Berlinale Blog 18.02.2011
Die Schulden des frisch aus dem Knast entlassenen Ghost Jr. (Nicholas Tse) belaufen sich auf rund 800.000 Dollar. Bis er die, was unwahrscheinlich ist, zusammenkriegt, bleibt seine Schwester in den Händen von Zuhältern. 780.000 Dollar kostet ein kleiner Ohrring in einem Edel-Schmuckladen, der bis unter die Decke vollgepackt ist mit solchem und teureren Schmuck. Der Juwelier soll ausgeraubt werden - Ghost Jr. ist da nur eines von vielen Rädchen im Getriebe. Zugleich ist Ghost Jr. Spitzel für die Polizei - wenn alles glatt läuft und am Ende seiner Tätigkeit eine Verhaftung steht, erhält er eine Million Dollar. Von Thomas Groh