Leo Baeck

Leo Baeck wurde 1873 in Lissa (heute: Leszno/Polen) als Sohn des Rabbiners Samuel Baeck geboren. Er studierte Philosophie, Geschichte und Religionsphilosophie in Berlin und absolvierte sein Rabbinatsstudium an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums. Ab 1895 war er Rabbiner in verschiedenen Gemeinden, u.a. in Berlin und während des 1. Weltkriegs Feldrabbiner an der West- und Ostfront. Leo Baeck war 1919 Sachverständiger für jüdische Angelegenheiten im preußischen Kultusministerium und übernahm bis1933 repräsentative Aufgaben in der Jüdischen Gemeinde Berlins. 1933 war er Präsident der "Reichsvertretung der Deutschen Juden". In den Jahren von 1933 bis 1943 organisierte er die Emigration zahlreicher Juden. 1943 wurde seine ganze Familie nach Theresienstadt deportiert, wo er in den folgenden Jahren die Gefangenen durch Predigten und Vorträge unterstützte. Er überlebt, seine drei Schwestern kamen alle um. Nach der Befreiung Theresienstadts emigrierte er nach London und wurde 1945/46 Präsident des "Council of Jews from Germany" und der "World Union for Progressive Judaism". 1947 gründete Leo Baeck das später nach ihm benannten "Institut zur Erforschung der Geschichte des Judentums in Deutschland seit der Aufklärung" Bis zu seinem Tod im Jahre 1956 lehrte er an verschiedenen Universitäten in Europa und in den USA.

Leo Baeck: Leo Baeck: Werke. Band 5: Nach der Schoa. Warum sind die Juden in der Welt? Schriften aus der Nachkriegszeit

Cover: Leo Baeck. Leo Baeck: Werke - Band 5: Nach der Schoa. Warum sind die Juden in der Welt? Schriften aus der Nachkriegszeit. Gütersloher Verlagshaus, München, 2002.
Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2002
Herausgegeben von Albert H. Friedlander und Bertold Klappert. Leo Baeck hätte schweigen können. Stattdessen: Nach Theresienstadt und nach den Untaten an seinem Volk spricht er die Deutschen und das Christentum…