Nach jahrelangem Hin und Her haben sich alle beteiligten Seiten auf ein neues Verfahren für die Rückgabe von
Raubkunst an die Nachfahren jüdischer Besitzer geeinigt,
berichtet unter anderem Klaus Hillenbrand in der
taz: "Kernpunkt der Reform ist die
Einrichtung eines Schiedsgerichts, das künftig darüber entscheidet, ob ein im Besitz der öffentlichen Hand befindliches Kunstwerk den Nachfahren zurückgegeben wird. Dieses Gremium löst die bisherige
Beratende Kommission ab. Diese litt unter dem Geburtsfehler, dass sie nur dann tätig werden konnte, wenn alle Beteiligten dem Verfahren zustimmten. Es war also möglich, dass eine öffentliche Einrichtung wie ein Museum mit der Behauptung, das betreffende Kunstwerk sei kein NS-Raubgut, dafür sorgte, dass eine Untersuchung dieser Frage nicht stattfand." "Das ist ein
gewaltiger Fortschritt bei der Restitution von durch das NS-Regime gestohlenes Eigentum",
freut sich Hillenbrand in einem Kommentar zum Thema.
Die
Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat den Zwischenstand ihrer Strukturreform vorgestellt,
berichtet ein maximal unenthusiastischer Boris Pofalla in der
Welt. Bisschen was tut sich, aber Mann, geht das langsam: "Von der Konzernstruktur zur beweglichen Holding. Globalhaushalt statt Kameralistik. 'SmartFuture', mehr Sponsoring. Wenn man mit den vielen Folien der Präsentation in die Strukturen des SPK-Komplexes eintaucht, wird einem erst klar, was für eine
byzantinisch verwinkelte Einrichtung da über die Jahrzehnte herangewachsen ist. Was nach 1945 die Kunstschätze Preußens auffangen und über die deutsche Teilung hinweg bewahren sollte, ist von einem Provisorium zu einer
beamtenhaften Großstruktur geworden, in der Dienstreisen von Institutsleitern nach dem Prinzip 'first come, first serve' am Jahresanfang auf Vorrat beantragt werden, weil sie kein festes Budget dafür haben. Das wird nun anders."