Auf die Frage von Simon Strauß, ob es eine "gute Idee" war,
Nan Goldin am Wochenende "sprechen zu lassen", möchte
Joe Chialo im
FAZ-Interview lieber keine Antwort geben. Deutlicher wird er, wenn es um die Einsparungen beim
Berliner Kulturetat geht: "In der Vergangenheit war es so, dass wir die Gelder
mit vollen Händen ausgegeben haben. Das ist eine regelrechte
Mittelexplosion gewesen, und man muss sich schon fragen, wie wurden die Ausgaben denn eigentlich gedeckt?" Es müsse ein Mentalitätswechsel stattfinden: "Dieses paternalistische 'Ich halte die Hand über euch, macht euch keine Sorgen' weicht einem Mehr an
Eigenverantwortung". Man müsse überlegen, so Chialo, "wer eigentlich in Berlin von der Kultur profitiert. Und das sind ja auch viele Unternehmen, die Berlin als die Stadt preisen, die für ihre Mitarbeiter sexy und spannend ist und wo man Kultur erleben kann. Und wenn es tatsächlich in der Staatsoper Unter den Linden diese wunderbare
Kooperation mit BMW gibt, von der alljährlich viele Menschen profitieren, dann ist das beispielhaft."
Die Regierungen in Namibia und Deutschland brauchen dringend Achtungserfolge, weshalb ein Abkommen der beiden Staaten (
unsere Resümees) über Wiedergutmachung des von Deutschland dort verübten Völkermords an Herero und Nama wohl bald zum Abschluss kommt, schreibt der Historiker
Jürgen Zimmerer im
Tagesspiegel. "Die namibische Regierung ist offenbar bereit, ihren Widerstand gegen das Abkommen aufzugeben, ohne dafür tatsächlich substantielle Verbesserungen erreicht zu haben." Das Abkommen beinhaltet eine Zahlung von 37 Millionen Euro jährlich. Verbände der Nama und Herero
liefen dagegen Sturm, klagten vor dem Verfassungsgericht in Windhoek gegen die Ratifizierung des Abkommens. Neben der Summe stand vor allem das Zustandekommen des Abkommens in der Kritik. Ohne angemessene Beteiligung, völlig intransparent, sei das Abkommen zwischen beiden Regierungen ausgehandelt worden. (...) Ob nun aus diesem
(post-)kolonialen Ablasshandel wirklich eine Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Kolonialismus wird, hängt von den Details jenseits der Wiedergutmachungszahlungen ab."