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Stichwort "Paul Verlaine"


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Paul Verlaine

Verlaine wurde am 30. März 1844 in Metz geboren und an der Lycee Bonaparte in Paris erzogen. Seine frühen Werke, wie die "Poemes saturniens" (1866; Saturnische Gedichte) und "Fêtes galantes" (1869; Galante Feste), sind von der antiromantischen, experimentellen Stilrichtung der Parnassiens geprägt, mit denen der Dichter damals persönlich in Verbindung stand. 1870 heiratete Verlaine, verließ seine Frau aber nach zwei Jahren, um mit dem 17-jährigen Dichter Arthur Rimbaud zusammenzuleben. Rimbaud und Verlaine unternahmen mehrere gemeinsame Reisen. Die Beziehung endete 1873 mit einem Streit, bei dem Verlaine in betrunkenem Zustand mit einer Pistole auf Rimbaud schoss und ihn verletzte. Er wurde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Die Sammlung mit dem programmatischen Titel "Romances sans paroles" (1874; Lieder ohne Worte), die er im Gefängnis schrieb, reflektierte sein Leben mit Rimbaud. Während seiner Haftzeit, wohl auch unter dem Eindruck der vorangegangenen Ereignisse, erfolgte eine Rückbesinnung Verlaines auf den Katholizismus seiner Kindheit. Die folgende Gedichtsammlung "Sagesse" (1881; Weisheit) enthielt konfessionelle religiöse Dichtung. Verlaine gab von 1875 bis 1877 Französischunterricht in England und kehrte dann nach Frankreich zurück. Gemeinsam mit seinem Englischschüler Lucien Letinois, den er seinen Adoptivsohn nannte und der Bezugsfigur zahlreicher Elegien in "Amour" (1888; Liebe) wurde, versuchte er sich erfolglos als Landwirt. 1883 starb Letinois plötzlich an Typhus. Verlaines restliches Leben stand im Zeichen wechselnder Ausschweifungen und reumütiger Askese. In seinem literaturkritischen Essay "Les Poetes maudits" (1884; Die verfemten Dichter) - über Rimbaud, Tristan Corbiere (1845-1875), Stephane Mallarme, Marceline Desbordes-Valmore (1786-1859) und Villiers de L'Isle Adam - sowie in der Lyriksammlung "Jadis et naguere" (1884) erwies sich Verlaine als Bannerträger symbolistischer Dichtung. Damit hatte Verlaine einen beträchtlichen Einfluss auf die folgende Generation französischer Dichter. Er verfasste gegen Ende seines Lebens autobiografische Bekenntnisprosa, wie "Mes Hôpitaux" (1892; Meine Spitäler), "Mes Prisons" (1893; Meine Gefängnisse) und "Confessions" (1895; Beichte). Verlaine starb am 8. Januar 1896.


3 Bücher von insgesamt 6

Emmanuelle Bayamack-Tam: Wenn mit meiner Unschuld nicht alles vor die Hunde ging. Roman

Cover: Emmanuelle Bayamack-Tam. Wenn mit meiner Unschuld nicht alles vor die Hunde ging - Roman. Secession Verlag, Zürich, 2014.
Secession Verlag, Zürich 2014
ISBN 9783905951295, Gebunden, 344 Seiten, 24,95 EUR
Aus dem Französischen von Christian Ruzicska und Paul Sourzac. Erster Akt der Revolte: sich den Anfang aneignen, die eigene Geburt. Wie? Lassen Sie sich überraschen! Zweiter Akt der Revolte: sich die…

Yves Bonnefoy: Die lange Ankerkette.

Cover: Yves Bonnefoy. Die lange Ankerkette. Hanser Berlin, Berlin, 2014.
Hanser Berlin, München 2014
ISBN 9783446241329, Kartoniert, 136 Seiten, 16,90 EUR
Übersetzt von Elisabeth Edl und Wolfgang Matz. In Prosastücken und Gedichten greift Yves Bonnefoy, einer der wichtigsten zeitgenössischen Dichter Frankreichs, lebenslange Motive von Neuem auf: die Sprache,…

Camille de Peretti: Der Zauber der Casati. Roman

Cover: Camille de Peretti. Der Zauber der Casati - Roman. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2013.
Rowohlt Verlag, Reinbek 2013
ISBN 9783498053123, Gebunden, 256 Seiten, 19,95 EUR
Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel. Ihre Auftritte waren provokant, ihre Feste legendär - gegen Gräfin Luisa Casati sehen Schlagzeilen produzierende It-Girls unserer Tage wie arme Waisenkinder…