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Stichwort "Gaddafi"


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Muammar al-Gaddafi

Muammar al-Gaddafi wurde 1942 in Sirte (Tripolitanien) geboren. Er erhielt eine Offiziersausbildung in Großbritannien und gründete später, vom Panarabismus beeinflusst, den Bund Freier Offiziere. Mit diesem stürzte er 1969 König Idris durch einen Putsch und übernahm als Führer einer Militärjunta die Macht. In der Folgezeit formte Gaddafi das Königreich in einen sozialistischen Staat um. Er ging allerdings weitgehend eigene Wege. Das Land, das sich fortan Sozialistische Libysch-Arabische Volks-Dschamahirija nannte, versuchte auf der Basis seines Ölreichtums eine Hegemonialstellung über Afrika aufzubauen. Gaddafi propagiert innenpolitisch das System der Volkskongresse als direkte Demokratie ohne Parlamentarismus. 1976 veröffentlichte er das "Grüne Buch" in dem er seine politischen Ziele darstellte. 1979 trat er offiziell von der Staatsführung zurück, ohne jedoch seinen beherrschenden Einfluss auf sämtliche Staatsgeschäfte zu verlieren.Ab 1973 befand sich Libyen im Konflikt mit dem Tschad, weil Gaddafi Korrekturen der Grenzen zu Lasten des Tschad forderte. Trotz eines Waffenstillstandes 1987 zogen sich die libyschen Truppen erst 1994 aus dem nördlichen Tschad zurück. Gaddafi setzt sich auch stark für die arabische Einheit ein, verschiedene Unionspläne mit Ägypten oder den Maghrebstaaten konnten aber nicht verwirklicht werden (z.B. gescheiterte Union mit Tunesien 1974). Seit einigen Jahren versucht er, die afrikanische Einheit zu fördern. Die auf sein Betreiben gegründete Afrikanische Union (AU) als Nachfolgerin der Organisation Afrikanischer Einheit (OAU) hat die EU zum Vorbild und soll langfristig zu einem einheitlichen Wirtschaftsraum in Afrika führen.Gaddafi führte Libyen in weitgehende Isolation gegenüber dem Westen, besonders den USA, die 1986 Tripolis und Banghazi bombardierten, da Libyen Terroranschläge gegen US-Bürger unterstützte. 1999 bekannte Gaddafi sich zur Schuld Libyens an der Sprengung eines Passagierflugzeugs der amerikanischen Luftfahrtgesellschaft PanAm über der schottischen Stadt Lockerbie; er lieferte die Attentäter aus und ließ den Hinterbliebenen der Opfer eine hohe Entschädigung zahlen. 2003 gab Gaddafi bekannt, dass sein Land die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen betreibe, dass er aber bereit sei, dieses Programm aufzugeben. Gaddafis Verhältnis zum Westen hat sich seitdem stark verbessert. Im März 2004 besuchte ihn Tony Blair und durchbrach damit die lange Isolation Libyens. Im Oktober folgte Gerhard Schröder als erster deutscher Kanzler.


1 Buch

Thomas Riegler: Im Fadenkreuz: Österreich und der Nahostterrorismus 1973 bis 1985.

Cover: Thomas Riegler. Im Fadenkreuz: Österreich und der Nahostterrorismus 1973 bis 1985. Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen, 2011.
Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Wien 2011
ISBN 9783899716726, Gebunden, 187 Seiten, 13,00 EUR
Mord, Geiselnahmen und wahllose Attentate - von 1973 bis 1985 befand sich Österreich im Fadenkreuz des internationalen Nahostterrors. Dieses Buch arbeitet den Gesamtkomplex der Ereignisse - die Geiselnahmen…