Aus dem Französischen von Franziska Grän. Sie sind Acht. Unterschiedlicher Herkunft und Religion, aus unterschiedlichen sozialen Milieus, von verschiedenem Alter und Charakter. Sie alle wollen mitten im libyschen Bürgerkrieg Tripolis verlassen. Gemeinsam in einem Land Cruiser, unter Beschuss, in sengender Hitze. Quer durch die Wüste in Richtung Tunesien. Wegen einer Reifenpanne müssen sie in einem von den Regierungstruppen zurückeroberten Dorf Rast machen und in der Ruine eines Hotels übernachten, in dem ausgerechnet auch der Kommandant der Besatzungstruppe logiert. Nun nimmt kein griechisches, so aber ein ganz reales libysches Drama seinen Lauf.
Im Perlentaucher:
Aus dem Staub
Topin entwirft jede Szene mit wenigen eleganten Strichen. Alles ist Atmosphäre, Bewegung, Rhythmus oder ein Gesicht in Großaufnahme. Thekla Dannenberg in Mord und Ratschlag
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.01.2016
Tobias Lehmkuhl kann nur staunen über so ein Alterswerk. Was Tito Topin mit 81 Jahren hier vorlegt, so stringent, leicht und lässig erzählt, zieht ihn unweigerlich in den Bann, nicht zuletzt wegen seiner souveränen Erzählökonomie: "Ein paar Striche, nicht zu dick und nicht zu dünn". Dabei handelt es sich nicht um ein Roadmovie und auch um keinen Krimi im herkömmlichen Sinn, wie Lehmkuhl erklärt. Vielmehr blättert der im französischen Original 2013 erschienene Roman laut Rezensent unterschiedlichste Welten auf, vereint im Exodus aus Libyen, ansonsten allerlei wenig harmonische Verwicklungen bietend. Als Kammerspiel um eine Notgemeinschaft rasant in der Wüste endend, ist das Buch für Lehmkuhl ein Knaller.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.01.2016
Peter Körte freut sich schon auf Weiteres von Tito Topin. Derart spannend und trocken erzählt erscheint ihm die Geschichte über acht Menschen auf der Flucht von Libyen durch die Wüste nach Tunesien, dass sich Fragen nach der Aktualität des Stoffes (der Roman spielt 2011) erübrigen, wie er findet. Und was wäre aktueller als Flucht und Überleben? Die Verdichtung und Verknappung der Figurenrede und Charakterzeichnung scheint Körte gut geeignet, um das Drama anzuheizen, bei dem der ein oder andere auf der Strecke bleibt, wie er verrät.
Die Art von Aussichtslosigkeit lässt sich Rezensent Elmar Krekeler gefallen. Wenn Tito Topin ein Dutzend schräger Gestalten in die libysche Wüste schickt, während um sie herum der Bürgerkrieg gegen Gaddafi tobt, wittert der Rezensent eine existenzielle Story nach Art des französischen Polar-Krimis. Und wirklich, es wird irreal, der Ton ist hardboiled. Zum Glück, meint Krekeler, kennt der Autor seinen Camus und die Sterne über Nordafrika. Und das Ende ist auch nicht so unversöhnlich, wie es zunächst scheinen mag. Der Autor ist vielleicht ein bisschen altersmilde geworden, meint der Rezensent.
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