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Stichwort "Rudi Dutschke"


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Rudi Dutschke

Rudi Dutschke wurde 1940 in Schönfeld in der Mark Brandenburg geboren. Wegen seiner politischen Auffassung durfte er nach dem Abitur im Jahr 1968 in der DDR nicht studieren. Kurz vor dem Bau der Mauer im Jahr 1961 zog Dutschke nach Westberlin und begann an der Freien Universität Berlin ein Soziologie-Studium. Im Jahr 1962/63 befand er sich unter den Mitbegründern der Subversiven Aktion, die sich im Jahr 1964 dem "Sozialistischen Studentenbund" (SDS) anschloss. Im Jahr darauf wurde er Mitglied im politischen Beirat des Sozialistischen Studentenbundes von Westberlin.Ab 1966 nahm er an Demonstrationen gegen den Vietnam-Krieg, gegen die Notstandsgesetze und gegen die große Regierungskoalition zwischen CDU/CSU und SPD teil. Er war einer der führenden Organisatoren von Demonstrationen gegen das "Establishment". Rudi Dutschke forderte eine außerparlamentarische Opposition, die APO. Er initiierte die Springer-Kampagne mit, die die Enteignung von Axel Springer zum Ziel hatte. Doch er distanzierte sich klar von terroristischen Anschlägen, die er als "Zerstörung der Vernunft" bezeichnete. Im Jahr 1968 gehörte er zu den Organisatoren des Internationalen Vietnam-Kongresses in Berlin. Während des Prager Frühlings zeigte er dort Präsenz.Am 11. April 1968 wurde Rudi Dutschke von dem Hilfsarbeiter Baumann niedergeschossen. Er erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen. Auf die Tat folgten nationale und internationale Proteste. Zur Genesung reiste Dutschke in die Schweiz und später nach Italien und Großbritannien. Im Jahr 1969 wurde er aus Großbritannien ausgewiesen. Er hielt sich kurz in Irland auf und durfte sich dann wieder in Großbritannien niederlassen. In dieser Zeit lebte er in London in einer Wohngemeinschaft. Im Jahr 1970 studierte er an der Universität Cambridge bis er wegen angeblicher "subversiver Tätigkeiten" wiederholt das Land verlassen musste. Er siedelte nach Dänemark über. Dort wurde er Dozent an der Universität Aarhus.Im Jahr 1973 nahm er an der Anti-Vietnam-Kundgebung in Bonn teil Auf dieser Veranstaltung hielt er seine erste öffentliche Rede nach seinem Attentat, die viel Beachtung fand. Im gleichen Jahr promovierte er an der Freien Universität Berlin im Fach Soziologie zum Dr. phil. Das Thema seiner Dissertationsarbeit lautet: "Zur Differenz des asiatischen und westeuropäischen Weges zum Sozialismus". Er wurde ab dem Jahr 1976 wieder vermehrt politisch aktiv. Er beteiligte sich an der Anti-Atomkraft-Demonstration in Brockdorf. Im Wintersemester 1977/78 war er Gastdozent an der Universität Groningen in den Niederlanden. In den beiden Jahren 1978 und 1979 beteiligte er sich an dem ersten und zweiten Russel-Tribunal über Menschenrechte in der Bundesrepublik. Politisch engagierte er sich für die Grünen. Rudi Dutschke starb 1979 unerwartet in Aarhus in Dänemark. Die Ursache waren vermutlich Spätfolgen des schweren Attentats.


3 Bücher von insgesamt 15

Nadja Klinger: High Fossility. Der Sound des Lebens

Cover: Nadja Klinger. High Fossility - Der Sound des Lebens. Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2014.
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2014
ISBN 9783871347566, Gebunden, 240 Seiten, 18,95 EUR
Nadja Klinger erzählt von der verwegenen Gründung des Chores "High Fossility": wie die Musik aus Fremden eine Gemeinschaft macht, Tage im Tonstudio zur Zerreißprobe werden und eine Konzertreise zum Wunder…

Tilman Fichter/Siegward Lönnendonker: Dutschkes Deutschland. Der Sozialistische Deutsche Studentenbund, die nationale Frage und die DDR-Kritik von links

Cover: Tilman Fichter / Siegward Lönnendonker. Dutschkes Deutschland - Der Sozialistische Deutsche Studentenbund, die nationale Frage und die DDR-Kritik von links. Klartext Verlag, Essen, 2011.
Klartext Verlag, Essen 2011
ISBN 9783837504811, Gebunden, 318 Seiten, 14,95 EUR
Kein Ereignis der Nachkriegszeit traf die bundesrepublikanische Linken und Grünen so unvorbereitet wie die Wiedervereinigung. Dabei vergisst man, wie Tilman Fichter und Siegward Lönnendonker herausarbeiten,…

Jens Rosteck: Hans Werner Henze. Rosen und Revolutionen

Cover: Jens Rosteck. Hans Werner Henze - Rosen und Revolutionen. Propyläen Verlag, Berlin, 2009.
Propyläen Verlag, Berlin 2009
ISBN 9783549073506, Gebunden, 576 Seiten, 26,96 EUR
Hans Werner Henze war eine Ausnahmeerscheinung der deutschen Nachkriegskultur. Seine Opern lösten Eklats aus. Als radikaler Nonkonformist kehrte er der Enge der Adenauer-Jahre den Rücken, um sich in Italien…