Magazinrundschau - Archiv

Outlook India

338 Presseschau-Absätze - Seite 25 von 34

Magazinrundschau vom 15.03.2004 - Outlook India

Die ganze Welt ist verrückt nach Bollywood-Filmen, nur nicht China. Bedauerlich und eigenartig findet das Pallavi Aiyar - denn schließlich werden nirgendwo mehr Filme produziert als in Indien, und der chinesische Markt hat enormes Potential. Doch dummerweise verbindet man im bevölkerungsreichsten Land der Erde Kino aus Indien noch immer mit "sozialistischen, ländlich orientierten Botschaften", und ältere Leute schwärmen von den Hindi-Filmen der sechziger und siebziger Jahre, aus der Zeit nach dem Ende der Kulturrevolution. Junge urbane Chinesen hingegen haben keine Ahnung, dass Bollywood-Filme längst von Ambitionen und Wünschen handeln, die ihren eigenen ganz ähnlich sind. Wenn sie es doch nur wüssten, seufzt Aiyer - denn was könnte besser zur Verständigung zwischen beiden Völkern beitragen!

Die Titelgeschichte gehört dem Kricket. Manu Joseph konnte es noch nicht wissen, als er seinen Artikel schrieb, aber er ahnte es schon: Das indische Team wird Pakistan im Prestigeduell auf gegnerischem Boden schlagen, und genauso ist es (nach Reaktionsschluss der Print-Ausgabe) gekommen. Der Grund für Josephs Zuversicht: Die unteren Schichten Indiens haben den reichen Söhnen das Spiel aus der Hand genommen und den Charakter der Mannschaft verändert. Geradliniges Spiel, wenig Drumherum, und fertig ist die laut Joseph beste indische Kricket-Mannschaft aller Zeiten. Mehr über das bis zum Schluss spannende Match hier.

Außerdem: Auszüge aus Khushwant Singhs Schlüsselroman "Burial at Sea", der die Liebesaffären von Nehru und seiner Tochter Indira schildert und offenbar solide recherchiert ist.

Magazinrundschau vom 08.03.2004 - Outlook India

William Dalrymple geht hart mit V.S. Naipaul ins Gericht, genauer gesagt mit dessen "absurd einseitigem Verschnitt der mittelalterlichen Geschichte Indiens". Denn ob es um den Niedergang Vijayanagars oder die Herrschaft der Moguln geht - für Sir Vidia zeuge alles nur von einer "fatale Kombination von islamischer Aggression und hinduistischer Schwäche". Und selbst am Taj Mahal könne er kein gutes Haar lassen, den Naipaul als dekadente, grausame Extravaganz bezeichnet hat. "Es bedarf schon einer ungewöhnlichen Perversion, eines der schönsten Gebäude der Welt als bloßen Teil des kulturellen Vandalismus zu betrachten. Naipauls absolut negative Sicht auf die Geschichte des islamischen Indiens ist fest in der imperialistischen Geschichtsschreibung des Viktorianischen Großbritanniens verwurzelt".

Weiteres: S. Anand geht dem "kleinen dreckigen Geheinnis" nach, das Tausende von indischen Mittelklasse-Haushalten hüten: Die Beschäftigung von Kindern als Domestiken. Im Politikteil ist ein umfassendes Dossier den Wahlen im April gewidmet; die Meinungsumfragen sehen die BJP kurz vor der absoluten Mehrheit. Schließlich gibt es noch ein Interview mit Sri Lankas Premierminister Ranil Wickramasinghe und einen Serviceteil zum cleveren Geldanlegen.

Magazinrundschau vom 01.03.2004 - Outlook India

Der erste Preis des Outlook-Picador Nonfiction Contest 2003 geht an Anuradha Roy für ihre wunderbar stillen Kindheitserinnerungen an die Frauen ihrer Familie und den Ort, an dem sich ihre Hierarchie manifestiert: in der Küche. Es geht um Familie und Tradition, die Rituale des Kochens und um Früchte, die auf den Märkten der Städte längst nicht mehr erhältlich sind. Ein Auszug: "Ich sah meine Tante nie die Fisch-Currys essen, die sie zubereitete. Das hat mich nicht zum Nachdenken gebracht. Was mich jedoch fesselte, war ein praktisches Problem: Wie kochte sie Speisen, deren Geschmack sie vergessen haben musste? Es war ihr nicht einmal erlaubt, irgend etwas zu essen, das Zwiebeln oder Knoblauch enthielt. Sie musste sicherstellen, nichts zu sich zu nehmen, dass sie übermäßig aktiv machte. Die Lust lauerte nicht weit vom Knoblauch. Der Köstlichkeiten beraubt, kochte sie für uns. In unserer erweiterten Familie gab es viele Frauen wie sie. Manchmal saßen sie mit ihrem speziellen Essen zusammen, nachdem wir alle gegessen hatten und gegangen waren. Stundenlang drifteten die Fetzen ihres Gekichers und Tratsches in die verdunkelten Räume hinein, in denen wir unsere ruhelosen Nachmittagsschläfchen hielten."

Die Titelgeschichte ist der aktuellen und aller Voraussicht nach auch nächsten indischen Regierungspartei BJP gewidmet. Sie galt einmal ausschließlich als Kraft der rechten Hindu-Nationalisten, doch inzwischen, konstatiert Saba Naqvi Bhaumik mit kritischer Anerkennung, ist sie dabei, die gesellschaftliche Mitte zu erobern. Prem Shankar Jha dagegen traut dem Frieden nicht so recht und erinnert an die Guajarat-Riots: "Wenn die BJP sich zwischen der Verteidigung der indischen Verfassung und ihren ideologischen Verankerungen entscheiden muss, wird sie ersteres immer zugunsten von letzterem opfern."

Dazu zwei Filmkritiken: Soma Wadhwa stellt "Matrubhoomi" vor, einen auf Festivals schon außerordentlich erfolgreich gelaufenen Film, in dem eine Gesellschaft sich vollständig ihrer Frauen beraubt - mit barbarischen Folgen. Und Namrata Joshi bespricht eine einblicksreiche Doku über Shah Rukh Khan, den Superstar des Hindi-Films.

Magazinrundschau vom 23.02.2004 - Outlook India

"Ablenkungen sind für die einfachen Leute bestimmt. Die Menschen müssen schließlich vor der Wirklichkeit bewahrt werden. Deshalb hatte der Römische Senat Gladiatoren. Deshalb hat die indische Regierung in einer Zeit, die allgemein als 'modern' bezeichnet wird, Männer mit demselben Berufsprofil. Im März werden sie nach Pakistan fahren und im Kollosseum Aufstellung nehmen, umgeben vom aufgepeitschten Publikum." Gemeint sind Indiens beste Cricketspieler, die im Namen der Diplomatie und zur Freude der Sponsoren beim Nachbarn antreten. Manu Josephs Titelgeschichte handelt von Sport, Politik und der Hoffnung auf einen historischen Sieg - die übrigens bei den Wahlstrategen der Regierungspartei BJP ganz besonders ausgeprägt ist.

Ansonsten: Saumya Roy stellt den Schauspieler Irrfan Khan vor, bis vor kurzem ein ewiges Talent mit zweitrangigen Fernsehrollen, doch seit seiner Hauptrolle im hochgelobten "Maqbool" (einer indischen Version von Shakespeares "Macbeth", mit zwei Polizisten als Hexen!) ein spät aufgegangener Stern am Himmel über Bollywood. (Hier ein Interview mit dem Mann in Time Asia). Und Soma Wadhwa offenbart in einem gründlich recherchierten Artikel, wie den Ärmsten von Indiens Armen systematisch eine anständige Schulbildung vorenthalten wird - und warum das die Kehrseite einer Bildungspolitik ist, die sich doch gerade das Recht auf Bildung für alle und die Chancengleichheit auf die wehenden Fahnen geschrieben hat.

Magazinrundschau vom 16.02.2004 - Outlook India

Myanmars (Burmas) berüchtigtes Goldenes Dreieck bietet den Drogenhändlern seit einiger Zeit - genauer: seit den drakonischen Maßnahmen der burmesischen Diktatur gegen den Mohnanbau - eine neue Produktpalette an: Methamphetamine und Amphetamine. Larry Jagan war exklusiv für Outlook vor Ort und weiß auch, wohin ein Großteil der synthetischen Drogen gehen soll: nach Indien.

"14th of February is when love makes the world go broke", schreibt Hari Menon in der Titelgeschichte und fragt sich, wie zum Kuckuck der Brauch nach Indien gelangte, bei dem man überteuerte belgische Schokolade kaufen muss, um damit die Liebe zu füttern. Also, was ist der Valentinstag? Alle Befragten haben eine Antwort parat: Die einen reden von Romantik, die anderen reiben sich die Hände und verdreifachen den Preis von roten Rosen. Kein Widerspruch, denn am 14. Februar ist Markttag im Paradies junger Liebe.

Außerdem: Sheela Reddy erzählt die Geschichte einer Frau, die vor fünfundfünfzig Jahren von Jawaharlal Nehru ein Kind erwartete und sehr viel mehr war als eine Geliebte. Anita Pratap schreibt über einen tamilischen Schuster, der seit Jahrzehnten vor dem Haus ihrer Eltern sitzt und Sandalen flickt - und über die Millionen Migranten, die beharrlich im Auge des Sturms sitzen, der seit Jahren durch Indien fegt und das Landes verändert. Chander Suta Dogra vollzieht die Erfolgsgeschichte von buddhistischer Sakralmusik nach, die von einem tibetanischen Kloster zur Grammy-Verleihung nach L.A. führte. Sie begann vor einigen Jahren, als sich ein Mönch mit Noten im Gepäck auf den Weg über Berge und an Grenzposten vorbei machte ... Und Madhu Jain war dabei, als Tina Turner Indien bereiste und hat aufgeschrieben, was der Diva dabei durch den Kopf ging.

Magazinrundschau vom 09.02.2004 - Outlook India

Der bei weitem interessanteste Artikel dieser Woche steht nur im Netz: Ian Buruma (David Levines Karikatur) stellt die Thesen seines gemeinsam mit Avishai Margalit (nochmal Devid Levine) verfassten, demnächst erscheinenden Buches "Occidentalism: The West in the Eyes of its Enemies" vor. Die islamistischen Angriffe gegen die als barbarisch wahrgenommene westliche Zivilisation und ihren Hauptvertreter, die USA, sind demnach ein "Krieg gegen eine bestimmte Idee des Westens, die weder neu noch ein einzigartiges Merkmal des islamistischen Extremismus ist. (...) Diese Vorstellung hat historische Wurzeln, die jeder Form von 'US- Imperialismus' weit vorausgehen." Buruma zieht eine Linie von der deutschen Romantik über den russischen Panslawismus zum japanischen und deutschen Faschismus. Der gemeinsame Nenner: die Ablehnung des als kalt empfundenen Rationalismus der Aufklärung und die Beschwörung von - spiritueller, rassischer, nationaler - Reinheit und Seele. "Wo immer er auftritt", schreibt Buruma, "wird der Okzidentalismus von einem Gefühl der Demütigung befeuert. (...) Demütigung kann leicht zu einem Kult des Reinen und Authentischen führen. (...) Und wenn Reinheit und Authentizität - des Glaubens oder der Rasse - zur Säuberung vom vermeintlich Unauthentischen, angeblich Unreinen führen, dann beginnt der Massenmord."

In der Druckausgabe: Charubala Annuncio berichtet von empörten Filmemachern und politischer Zensur beim Mumbai International Film Festival. Shobita Dhar ist auf der India Fashion Week aufgefallen, dass das modische Indien immer androgyner wird. Bha Vdeep Kang stellt in der Titelgeschichte die neuen jugendlichen Hoffnungsträger der Kongresspartei vor, die der favorisierten BJP im Wahljahr 2004 vielleicht doch noch ein Bein stellen sollen. Ihre Namen: Gandhi - Rahul und Priyanka, die Kinder von Rajiv und Sonia. Und Jawid Laiq weist auf ein Buch hin, das Einblicke in die Wurzeln der Hindutva- Ideologie verspricht - vielleicht keine uninteressante Lektüre in Zeiten, da die BJP vor der Wiederwahl steht und der Hindunationalismus sich immer wieder als aggressiv-untolerante Bewegung hervortut.

Magazinrundschau vom 02.02.2004 - Outlook India

Nun liegt ein Buch vor über das, was Outlook "the best thing that came out of the Indian educational system" nennt, nämlich die Indian Institutes of Technology (hier die Website des Instituts von Delhi), die den Ruf Indiens in der Informationstechnologie begründeten. Sandipan Deb beschreibt in "The IITians" die Geschichten einiger Absolventen der Schulen, die häufig in den USA reüssierten. "Genährt mit Staatsgeldern sollten die 'IItians' den Tempeln des neuen Indien dienen", schreibt Chidanand Rajghatta, "aber aus Mangel an Herausforderungen (so die eigene Version) oder angezogen von fetteren Wiesen (so der Volksglaube) ging fast die Hälfte von ihnen in den Westen, meist in die USA. Hier erlebten sie von den Siebzigern bis zu den Neunzigern eine wahre Blüte und erreichten solche Höhen in Akademia, das sie eine Art Schwnidel bei Freunden und Kollegen auslösten. Und natürlich lösten sie bei den Zurückgebliebenen aus Neid und Missgunst aus."

Bei der Gelegenheit weisen wir gleich noch auf den Aufmacher von Wired hin: "How India became the capital of the computing revolution".

Empfohlen wird in Outlook auch der große Bildband "India The Definitive Images: 1858 to the Present" (mehr hier und hier).

Stichwörter: Delhi, Neid

Magazinrundschau vom 26.01.2004 - Outlook India

"In einer Straße voller identischer Mittelklasseapartments, wo mit Ausnahme der Straßenverkehrsordnung niemals eine Regel gebrochen wird, hat sich ein sehr eigenartiges Büro eingenistet, das vollständig auf einer übergeschnappten Frage errichtet ist: Warum nicht?" Manu Joseph liefert eine wunderbare Geschichte über Ram Gopal Varma, einen allerorts Furcht und Ehrfurcht erregenden Mann, der dem Bollywood-Establishment über kurz oder lang seinen Willen aufzuzwingen gedenkt. Varma, Regisseur und Produzent (zum Beispiel "Company"), will nicht weniger als beweisen, dass man auf die bewährte Formel von verschlungener Familiengeschichte und Musikeinlagen getrost verzichten kann. "Er hat versprochen", schreibt Joseph, "ein Paralleluniversum zu errichten, ohne dabei in Kunst abzurutschen". Dazu stellt er Unmengen von Filmen fertig, lässt auch mal jemanden Regie führen, der noch nie eine Kamera von nahem gesehen hat - Hauptsache, der Enthusiasmus stimmt! - und ignoriert konsequent das Starsystem. Trotzdem stehen allem bei ihm Schlange ..."

Weitere Artikel: B. R. Srikanth informiert über eine mögliche Mitwirkung Indiens am Mond-Mars-Programm der USA und sagt ein asiatisches Space-Race voraus. Und Ranvir Nayar berichtet aus Paris von Protesten der in Frankreich lebenden Sikhs - das Kopftuchverbot ist auch ein Turbanverbot.

Magazinrundschau vom 19.01.2004 - Outlook India

Vergangene Woche wurde schon kurz darüber berichtet, jetzt schreibt Harsh Kabra einen detaillierteren Bericht über die Stürmung des renommierten Bhandarkar Oriental Research Institute in der Universitätsstadt Pune am 5. Januar. Der britische Historiker James Laine hatte sich dort zu Recherchezwecken aufgehalten und kürzlich sein Buch "Shivaji: Hindu King in Islamic India", über einen Herrscher des 17. Jahrhunderts veröffentlicht. Mitglieder einer einflussreichen Gruppe namens Sambhaji Brigade (mehr) sehen in Laines Studie das Ansehen Shivajis verunglimpft und haben ihre Wut an den wertvollen Archiven des Institutes ausgelassen, das sie sozusagen der Mithilfe zur Majestätsbeleidigung schuldig befanden. Am schlimmsten aber, schreibt Kabra, ist die offene Unterstützung der Sambhaji Brigade durch offizielle Stellen, die einen Bann über das Buch verhängten (mehr).

Sanghamitra Chakraborty berichtet über die Movers and Shakers von Kalkutta, der westbengalischen Metropole, die bis vor kurzen als "sterbende marxistische Hölle" galt und jetzt eine Renaissance erlebt. Wirtschaftsboom und Lebensqualität sind die Stichwörter, und Chakraborty ist beeindruckt: Neubauten, Restaurant, Clubs, und all die jungen, dynamischen, gut angezogenen Menschen ...

Weitere Artikel: In der Titelgeschichte fragt sich Saba Naqvi Bhaumik, ob die Regierungspartei BJP mit ihrem Spitzenkandidaten, dem amtierenden Premierminister Atal Behari Vajpayee (Porträt), zu Beginn des Wahljahres 2004 wirklich Grund hat für all ihren demonstrativ zur Schau gestellten Optimismus. Sind die Hindunationalisten wirklich die Überflieger, für die sie sich halten? Oder ist die Konkurrenz von der Kongresspartei mit ihrer Spitzenkandidatin Sonia Gandhi (mehr) momentan einfach nur zu schwach? Saumya Roy erklärt, was das für Leute sind, die seit Tagen zu Tausenden nach Bombay strömen und sich unter seine ohnehin schon gestressten Bewohner mischen. Und was es mit dem Weltsozialforum auf sich hat. Warum es gut ist, dass es in diesem Jahr in Indien stattfindet. Und warum Kritiker trotzdem der Meinung sind, dass seine Teilnehmer keineswegs die Welt verändern, sondern bloß Woodstock verpasst haben. Dom Moraes schließlich erinnert sich liebevoll an den kürzlich im Alter von 79 Jahren verstorbenen Dichter Nissim Ezekiel (Biografie und hier ein Gedicht).

Magazinrundschau vom 12.01.2004 - Outlook India

Er war der erste Premierminister des unabhängigen Indien, doch welche Bedeutung kann Jawaharlal Nehru (mehr) heute noch haben, da seine Idee einer sozialistisch geprägten, modernen indischen Nation lange schon auf dem Müllhaufen der Geschichte vermodert? Und warum erscheinen ausgerechnet in einer Periode des Hindu-Nationalismus so viele Biografien des erbitterten Kämpfers für eine säkularisierte Gesellschaft? Alam Srinivas hat sie alle gelesen und glaubt, dass es sicher nicht an Nehrus tatsächlicher Politik liegt, aber möglicherweise an seinem Talent für Visionen.

"Hoffnung - endlich". In der Titelgeschichte geht es um die behutsame, hoffentlich wegweisende Annäherung zweier schlagkräftiger Erzfeinde: Auf dem Gipfel der Südasiatischen Vereinigung für Regionale Zusammenarbeit Saarc in der vergangenen Woche trafen sich die Staatschefs Indiens und Pakistans, Vajpayee und Musharraf, und ließen gar ein gemeinsames Papier erarbeiten - noch keine Garantie für Frieden und Zusammenarbeit, aber angesichts des brodelnden Konflikts der vergangenen Jahre ein enormer Schritt nach vorn, findet zumindest V. Sudarshan, der mit seinem Text ein Paket von Analysen und Kommentaren einleitet.

Ansonsten: schlechte Nachrichten. Indien ist bereitwilliger Müllschlucker des Westens; jedes Jahr, hat Anupreeta Das in Erfahrung gebracht, werden illegal 100.000 Tonnen Giftmüll importiert, darunter große Mengen quecksilber- und asbesthaltiger Materialien, die unkontrolliert in schlecht ausgerüsteten Recyclinganlagen verschwinden. Das meiste kommt aus den "sogenannten entwickelten Ländern", schreibt Das und prophezeit, wenn das so weiter geht, einen kurzen Weg von der Müllhalde zum Friedhof. Und Harsh Kabra berichtet von einem Schwarzen Montag in der Gelehrtenstadt Pune, wo vor Wochenfrist eine Gruppe von 150 wütenden Randalierern das altehrwürige Bhandarkar Oriental Institute stürmte und riesigen Schaden im einzigartigen Bestand von raren Büchern und Manuskripten anrichtete.