Magazinrundschau - Archiv

Forum24

2 Presseschau-Absätze

Magazinrundschau vom 26.11.2019 - Forum24

Der tschechische Priester und Religionsphilosoph Tomáš Halík ist in Polen mit der St-Georgs-Medaille geehrt worden und fand in seiner Dankesrede deutliche Worte zum Zustand der katholischen Kirche. Forum24 veröffentlicht die Rede, in der Halik unter anderem fragte, ob die Christen genug täten gegen Populismus, Nationalismus und Xenophobie. Auch warnte er vor einer Strömung in der katholischen Kirche, die er "Katholizismus ohne Christentum" nennt, ein autoritatives, erstarrtes Denksystem, das selbst kirchliche Würdenträger verblende, sodass diese statt gegen populistische Demagogen zu opponieren, sich zur Kollaboration mit ihnen verleiten ließen: "Als ich auf Warschauer Straßen Menschenscharen sah, die antisemitische Slogans ausriefen und zugleich skandierten 'Wir wollen Gott', habe ich mich gefragt, was für einen Gott diese Leute wollen. Der Gott, den Jesus von Nazareth seinen Vater nannte, ist es ganz eindeutig nicht."

Magazinrundschau vom 30.07.2019 - Forum24

Johana Hovorková berichtet über eine Online-Kampagne russischer Frauen mit dem Hashtag "Ich wollte nicht sterben" (#Янехотелаумирать), die von den Menschenrechtsaktivistinnen Alena Popowa und Alexandra Mitroschinowa nach offenbar zunehmender häuslicher Gewalt in Russland ins Leben gerufen wurde. Häusliche Gewalt ist in Russland keine Straftat, die Gesetze wurden zuletzt sogar zugunsten der Täter geändert. Schlägt jemand ein Mitglied seiner Familie 'nur' einmal im Jahr zusammen, droht ihm lediglich ein Ordnungswidrigkeit-Bußgeld. "In Russland gibt es 16 Millionen Opfer häuslicher Gewalt, doch es wird der Gewalttäter geschützt, nicht das Opfer", so Popova. "In Russland schlägt ein Mann seine Frau zusammen, zahlt die Geldbuße aus der Haushaltskasse und geht wieder nach Hause. (…) Staatliche Würdenträger sprechen von 'Klapsen' statt von 'Prügeln'. Und die Polizisten sagen der betroffenen Person: 'Wenn es eine Leiche gibt, kommen wir und nehmen es auf.' Vier Fünftel aller Frauen, die wegen Mordes in Haft sitzen, sitzen dort, weil sie sich gegen Misshandlung zur Wehr gesetzt haben." An der Kampagne haben sich Tausende von Frauen beteiligt.