Anlässlich der großen Caspar-David-Friedrich-Schau im New Yorker Metropolitan Museum of Modern Art, erinnert Hanno Rauterberg in der Zeit daran, dass der Romantiker in den USA keinesfalls auf viel Gegenliebe stößt. Schon nach der Wende wurde Friedrich gezeigt, damals befanden die Kritiker, Friedrich sei "hoffnungslos überschätzt, schrecklich verdüstert sei dessen Kunst und derart todesgetrieben, als hätte sich hier, im Dunst seines Zwielichts, schon der deutsche Vernichtungsdrang, der Hitlerismus, vorbereitet. Es gebe in diesen Bildern eine 'Lust an der Selbstaufopferung, die das geistige Schmiermittel des Krieges ist', befand der Kritiker Peter Schjeldahl." Auch heute, so legt die Historikerin Cordula Grewe im Katalog nahe, lasse sich Friedrichs Werk von der Rezeption durch die Nazis nicht ganz trennen. Aber auch: "aktivistischen Kreisen erscheint heute vor allem Der Wanderer über dem Nebelmeer als imperialistische Galionsfigur, ein weißer Mann, fein gekleidet, also reich, erhebt sich über alles und alle - als gehörte ihm die Welt."
Weitere Artikel: Viel zu lange wurde der Fotograf Kilian Breier nicht ausgestellt, seufzt Christian Schröder (Tagesspiegel), der sich umso mehr freut, dass die Berliner Alfred Ehrhardt Stiftung dem Avantgardisten nun die Schau "Abstrakt Konkret - Materie, Licht und Form" widmet. Zu entdecken ist ein subjektiver Fotograf, dessen Werke sich der Malerei nähern, so Schröder: "Wälder wirken undurchdringlich und unheimlich, das Licht ist hinter hoch aufragenden Baumstämmen und Baumkronen, in denen das Laub zu rascheln scheint, beinahe verschwunden. Surrealistische Märchen könnten dort spielen."
Kateryna Lysovenko, I do not want to live in a world that reproduces collective nameless graves, I am against, 2022, Foto: Kateryna Lysovenko Der Kunstverein Hannover präsentiert Arbeiten dreier ukrainischer Künstler. Neben Videoinstallationen von Roman Khimei & Yarema Malashchuk werden die figurativen Bilder Kateryna Lysovenkos (siehe auch hier) ausgestellt. Von denen ist taz-Autorin Bettina Maria Brosowsky ziemlich angetan. Sie fühlt sich an die Arbeiten Maria Lassnigs erinnert: "Wie die große Österreicherin stellt auch Lysovenko den menschlichen, oft weiblichen Körper ins Zentrum ihrer Bilder, mit all den Zuschreibungen von Empfindungs- und Leidensfähigkeit, aber auch Kraft. Oft transformiert sie Körper zu Hybriden zwischen Tier und Mensch oder zu Märchenfiguren wie Meerjungfrauen. Sie führt die Rhetorik totalitärer Regime und ihre Bildpolitik vor, die Fremde oder Unangepasste zu entwürdigen versucht, indem sie diese in die Nähe des Tierischen und Abnormen rückt."
In der FAZ kommentiert Stefan Trinks den Code of Conduct der Documenta. (Unser Resümee) Zufrieden ist er nicht: "Der so schön im Licht der Selbstzufriedenheit funkelnde CoC weist jedoch einen gewaltigen Schönheitsfehler auf, weil er für die Künstlerische Leitung der Documenta gerade nicht bindend ist. Diese muss sich auch künftig nur jeweils drei Monate nach ihrer Ernennung zu einem öffentlichen Lippenbekenntnis durchringen, die Einhaltung der allerallgemeinsten Menschenrechte in Künstlerauswahl und Gestaltung der Documenta zu gewährleisten. Der CoC ist damit das Papier nicht wert, auf dem er nicht steht - weil er bislang eben lediglich im Netz öffentlich gemacht wurde." Der baldigen neuen Künstlerischen Leiterin Naomi Beckwith vertraut Trinks dennoch.
Außerdem: Frederik Hanssen porträtiert im Tagesspiegel den Künstleragenten Alexander Hollensteiner. Marcus Woeller berichtet in der Welt über eine kommende Caspar-David-Friedrich-Ausstellung in New York. Ingeborg Ruthe gratuliert der Pankower Bildhauerin Carin Kreuzberg in der Berliner Zeitung zum 90. Bernhard Schultz erinnert in monopol an die verstorbene Galeristin Helga de Alvear. Ebenfalls auf monopolspricht Elke Buhr mit der Künstlerin Igi Lọ́lá Ayedun unter anderem über den gegenwärtigen Backlash gegen Diversitätsinitiativen. Und schließlich besucht Lisa-Marie Berndts für monopol die Islamic Arts Biennale 2025 in Dschidda, lässt sich Basil Smash servieren und nimmt die "feinen Risse im großen, staatsgelenkten Narrativ" wahr, das Saudi-Arabien in der Megaausttellung zu zeichnen versucht.
Besprochen wird die Umweltschutzschau "Touch Nature" im Linzer Lentos (Standard).
Bild: Paola Pivi: I know you want it, 2019. Foto:-David Stjernholm. Ausstellungsansicht: We are the Alaskan tourists", Arken Museum of modern Art, Ishoj, 2020 Courtesy the Artist and Perrotin Zwischen all dem "Konformismus und Biedermeier" tut etwas Exzentrik ziemlich gut, findet Annegret Erhard (Welt), die sich in der Pinakothek der Moderne in München die Schau "Eccentric" angesehen hat, deren Bizarrerie jede Menge Toleranz voraussetzt: "Krass und weitab jeder Norm krümmt sich Anna Uddenbergs 'Climber', eine Frauenfigur im nieten- und schnallenbewehrten Catsuit (...), qualvoll uneindeutig und brutal sexualisiert über ein Möbelstück. Der Gynäkologenstuhl der schwedischen Künstlerin mit der Anmutung eines Fitnessgeräts - oder vice versa - verweist auf ein sich ungebremst anbahnendes Amalgam von Mensch und Maschine im Dienst der Selbstoptimierung. Und daneben finden die Altmeister der bei aller Unwahrscheinlichkeit doch zunehmend wahrscheinlichen Gegenwelt des Schreckens und der Transformation ihren Platz: Cindy Sherman, Isa Genzken sowie Max Ernst und Salvador Dalí pfeifen und pfiffen auf die gängigen ästhetischen Regeln. Aber sind sie wirklich Exzentriker? Oder einfach Künstler, die höchst inspiriert Grenzen verschieben, die eigenwillig und radikal überzeugen? ... Gibt es eine Ästhetik der Freiheit? Was unterscheidet sie von der schlicht künstlerisch-originären Bildidee? Kann Exzentrik eine Kategorie der Kunst sein?"
Die Documenta hat einen Code of Conduct veröffentlicht, den sich Saskia Trebing für Monopolangesehen hat. Das Dokument ist ein Kompromiss, wird aber zu Widerspruch anregen, meint sie. So sollte der Kodex auch für die künstlerische Leitung gelten, gilt jetzt aber nur noch intern. Allerdings muss die künstlerische Leitung ihr Konzept drei Monate nach ihrer Wahl öffentlich vorstellen. Auch dass sich der Kodex zur "Gewährleistung von Schutz gegen Antisemitismus, Rassismus und jedweder anderen Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit" bekennt, dabei aber auf die IHRA-Definition zurückgreift, könnte Raum für Konflikte bieten, so Trebing. Problematisch findet sie aber vor allem folgenden Passus: "'Soweit die Documenta künstlerische Äußerungsformen als im Konflikt stehend zu den in diesem Code of Conduct manifestierten Verhaltensgrundsätzen beurteilt, behält sie sich vor, ihre hieraus resultierende Haltung zu kommentieren und dies gegebenenfalls auch im unmittelbaren Wahrnehmungsbereich ausgestellter Kunstwerke durch Kontextualisierungen zum Ausdruck zu bringen.' Hier wird also die Möglichkeit eröffnet, während eines Dissenz' zwischen künstlerischer und organisatorischer Leitung keine einvernehmliche Lösung finden zu müssen, sondern unterschiedliche Beurteilungen nebeneinander stehen lassen zu können. Ironischerweise kehrt hier genau die Strategie wieder, welche die Documenta auch 2022 anwandte, aber nie so klar als als solche benannt hat."
Weitere Artikel: In der Berliner Zeitunggefällt Ingeborg Ruthe Emmanuel Macrons Idee, einen Mehrpreis auf den Anblick der Mona Lisa im Louvre zu erheben, gar nicht schlecht: Könnte man sich in Berlin auch mit der Nofrete vorstellen, meint sie. In der tazberichtet Nadine Conti vom Fall des Bildes "Bunte Wicken und Rosen (Erbsenblüten)" des Malers Lovis Corinth, das seit 2008 von einer jüdischen Familie von der Stadt Hannover zurückgefordert wird.
Besprochen werden die Ausstellung "Ellen Auerbach und Lea Grundig - Zwei Künstlerinnen in Palästina" im Museum Eberswalde (taz) und die Ausstellung "Trésors du Petit Palais de Genève" mit Werken aus der Sammlung Oscar Ghez in der Hermitage in Lausanne (FAZ).
Besprochen werden außerdem die Ausstellungen "Carpaccio, Bellini und die Frührenaissance in Venedig" in der Staatsgalerie Stuttgart (tagesspiegel) und "Im Dialog - Ein fotografisches Gespräch zwischen Walter Vogel und Franziska Stünkel" in der Leica Galerie Frankfurt (FR).
Kateryna Lysovenko, Mermaids embrions, 2023, mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin
Jonathan Guggenberger trifft sich für die FAS mit der ukrainischen Künstlerin Kateryna Lysovenko, deren Ausstellung "Animals" heute im Kunstverein Hannover eröffnet. Lysovenko war vor dem Krieg nach Österreich geflohen. In Hannover sieht ihr Guggenberger beim Bemalen des Treppenhauses zu. "'Ich male die neun Höllenkreise, wie bei Dante', sagt sie und deutet auf die schwindelerregend hohen Stockwerke über und unter uns. Dünnhäutige Wesen ziehen auf den Wänden vorbei, beten hervorstehende LED-Lampen an, kriechen entlang der Fußleisten und lösen sich Stockwerk für Stockwerk in organischen Formen, in Abstraktion auf. 'Angel folding the sky' heißt die Wandarbeit. Unter der Treppe bäumt sich der namensgebende Engel auf, ochsenblutrot, und faltet mit beiden Händen einen der riesigen gemalten Kokons zusammen." Nicht zum ersten Mal ist Guggenberger irritiert von Lysovenkos Arbeiten: "Schon in Venedig fragte ich mich: Ist das nicht furchtbar kitschig? Esoterisch? Symbolistisch? Folklore? Die ikonischen Posen, die blutroten Körper der Mutterfiguren, die Fabelwesen? Jetzt stehe ich in Hannover und frage es mich wieder. Dann aber packt mich etwas. Diese Spur der Gewalt in den Bildern, das überbordende Fresko-Blau, das die symbolistischen Formen bedrohlich umspült. Der negative Raum zwischen den Figuren."
Ilona Keserü, Big Earth, Water, 1985; Copyright Ilona Keserü. Courtesy the artist and Stephen Friedman Gallery, London and New York. Photo by Todd- White Art Photography.
Die hat sich ja was getraut, staunt FAZ-Kritiker Stefan Trinks, berückt von den enorme Energie ausstrahlenden abstrakten Werken der ungarischen Künstlerin Ilona Keserü, die das Engadiner Muzeum Susch gerade ausstellt. Abstrakte Kunst war nach dem Aufstand 1956 in Ungarn nämlich bis zur Perestoika verboten. Keserü scheint das nicht gekümmert zu haben. Sie hatte noch im Studium die französische Abstraktion kennengelernt: "Das früheste im Muzeum Susch ausgestellte Werk von 1954 trägt zwar noch den konkret-gegenständlichen Titel 'Seegras', doch scheint eine kräftige Meeresbrise das selbige zum formbefreiten Fließen gebracht zu haben. Noch erstaunlicher und eigentlich nur durch den vorhergeahnten Systemzusammenbruch erklärbar sind ihre völlig abstrakten Fresken für das Hochschulinstitut für Atomkraft in Budapest 1988, auf denen die Kernfusion abstrakt durch eine 'Sonne' und einen Keil symbolisiert ist und ansonsten Neutronen und Moleküle mit den Elementen in Pop-Art-Farben kämpfen und alles im Fluss ist." (Mehr zu Keserü hier und hier)
Und hier spricht Ilona Keserü über ihr Bild "Südwind":
Ausstellungsansicht "Peche Pop". Foto: MAK/Christian MendezIn der NZZstellt Paul Jandl den österreichischen Künstler Dagobert Peche vor, der 1923 im Alter von 35 Jahren starb. Peche war ein Star zu seiner Zeit, ein "Anarchist der Verspieltheit", ein Übertreibungskünstler, der dem wohlhabenden Bürgertum Wohnungen einrichtete, die dem faden "Ornament ist ein Verbrechen"-Geist Adolf Loos' spotteten. Schön, dass das Wiener MAK dem fast Vergessenen eine große Ausstellung widmet, freut sich Jandl: "Wie weit ist der Weg von den psychedelischen Tapetenmustern des ehemaligen österreichischen Jungstars bis zu den drogenbunten sechziger Jahren? Wie weit der Weg von Peches monströsen Möbeln bis zu den Design-Delirien der Postmoderne? Diese Frage stellt sich die Ausstellung tatsächlich auch. Sie mischt Künstler, die erst viel später im Geiste Peches gearbeitet haben, ins Geschehen, und so muss man oft zweimal schauen."
Weitere Artikel: Tomasz Kurianowicz unterhält sich für die Berliner Zeitung mit dem Fotografen Harf Zimmermann über dessen Lieblingsobjekt: Brandmauern. In der FAZ denkt Petra Ahne über die Wirkung von Naturfotografie nach.
Anna Boberg: Nordlichter. Bild: Nationalmuseum Stockholm, Vermächtnis Ferdinand und Anna Boberg.
Um den borealen Wald zu erleben, muss man nicht mehr nach Skandinavien reisen, auch die Fondation Beyeler mit der Ausstellung "Nordlichter"" ist eine Möglichkeit, freut sich Philipp Meier in der NZZ. Auf Bildern von Künstlern wie Edvard Munch oder Hilma af Klimt bestaunt er "kristallklare Gletscherseen, verwunschene Biberteiche, vom Wind gepeitschte Küstenstriche, im Sonnenlicht funkelnde Schärenlandschaften und Fjorde - und immer wieder grellgrün glimmende Nordlichter." Dabei gehe es der Schau keineswegs um "kunsthistorische Kategorisierungen", sondern um einen naturwissenschaftlichen Ansatz", erkennt Meier: "Allen Malern der Schau gemeinsam ist die Erfahrung einer überwältigenden Natur, die sie in die Kunst zu übersetzen vermochten. (…) Das Atemberaubende vieler der panoramaartig wirkenden Ansichten rührt nicht nur vom Eindruck der unermesslichen Größe des borealen Waldes her, sondern hat auch damit zu tun, dass die Künstler ihre Landschaften oft von oben zeigen, als hätten sie beim Malen eine Drohne benutzt. Ein weiteres Merkmal der erlesenen und meisterhaft choreografierten Auswahl dieser Landschaftsbilder ist der Umstand, dass sie völlig menschenleer sind. Dies gibt der Schau eine tiefe Stille und vermittelt ein Gefühl, als ob man einer Weltgegend ansichtig würde aus einer Ära lange vor der Ankunft des Menschen."
Caspar David Friedrich ist bisher selten in den USA gezeigt worden, das ändert Max Hollein, Direktor des New Yorker Metropolitan-Museums aktuell mit der großen Retrospektive "The Soul of Nature". Im großen SZ-Interview erklärt er den indirekten Einfluss des Künstlers auf die US-amerikanische Malerei und legt den Ansatz seines Hauses dar: "Damit auch die Kunst der Vergangenheit für den Besucher zum Sprechen kommt, müssen wir zeigen, welche Agenda es gehabt hat" - und er macht Mut zum Scheitern: "Nicht jedes Kunstwerk muss den Betrachter mit Freude erfüllen. Es können genauso auch Angst oder Schrecken damit verbunden sein. Ich finde sogar: Nicht jede Ausstellung über einen Künstler muss immer nur die besten Werke beinhalten, Sie wollen auch einmal zeigen, wo der Künstler gescheitert ist."
Weiteres: Die Kunsthalle Kiel hat Bilder aus dem Nachlass der im vergangenen Herbst verstorbenen Künstlerin Anita Albus erworben, meldet die FAZ. Laut FR übernimmt das Documenta-Archiv in Kassel einen Teilnachlass des Fotografen Wilfried Bauer.
Besprochen werden: Die Ausstellung "Friedrich Nerly: Von Erfurt in die Welt" im Angermuseum Erfurt (Tagesspiegel) und Anne Imhofs Performance "Doom: House of Hope" im New Yorker Park Avenue Armory (Monopol).
Eliza Goodpasture (Guardian) macht im RWA Bristol eine tolle Entdeckung: Erstmals seit ihrem Tod wird dort die Avantgarde-Künstlerin Paule Vezelay ausgestellt, die im Kreis von Pablo Picasso, Wassily Kandinsky, Sophie Taeuber-Arp und Jean Arp oder Joan Miro ein ganz eigenes Werk schuf: "Ihre Linien im Raum-Serien umfassen ihre Zeit in Paris und ihre Rückkehr nach England. Diese Arbeiten verbinden Skulptur und Malerei, oft mit Fäden, die über eine Leinwand gespannt sind, um eine Art Reliefskulptur zu schaffen, die an der Wand hängt. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie ihre anderen abstrakten Bilder, aber eine nähere Untersuchung zeigt ihre Dreidimensionalität. Der Ausdruck 'Linien im Raum' scheint Vézelays künstlerisches Ethos schön zu fassen: Ihre Werke kehren alle zu dieser Grundidee zurück."
Weitere Artikel: Nach Notre-Dame nun der Pariser Louvre: Emmanuel Macron hat angekündigt, "einen internationalen Architektenwettbewerb ausschreiben zu wollen, um den Louvre 'neu zu denken, zu restaurieren und zu vergrößern'. Nicht mehr als sechs Jahre soll die Bauzeit dauern, meldet unter anderem Martina Meister in der Welt: "2031 werde Frankreich die 'Neue Renaissance des Louvre' feiern".
Besprochen werden eine Ausstellung mit Werken von RuthWolf-Rehfeldt in der Berliner Galerie ChertLüdde (Zeit), eine Ausstellung mit Fotografien der ehemaligen Chefredakteurin der deutschen Vogue, Angelica Blechschmidt im Berliner Chateau Royal (taz), die LilianeLijn-Ausstellung "Arise Alive" im Wiener Mumok (taz, mehr hier), die Ausstellung "Nachts" des Berghain-Türstehers Mischa Fanghaenel in der Berliner Fotografiska (Tsp).
Erschreckendes berichtet Kerstin Holm in der FAZ über den Stand der Dinge in der russischen Kulturpolitik. Reihenweise werden Museumsleiter entlassen, die nicht zu 100% auf Putin-Linie einschwenken. Ein regierungseigenes Programm mit dem harmlosen Namen "Verwaltungshochschule in der Kultursphäre" geht derweil einen Schritt weiter und macht Museumsmitarbeiter fitt für den ideologischen Kampf: "Teil des Programms sind Trainingsaufenthalte im Wehrertüchtigungslager 'Stal' (zu Deutsch: Stahl) in der Nähe von Nischni Nowgorod, das der kriegsbegeisterte und deswegen mit westlichen Sanktionen belegte Schriftsteller Sachar Prilepin leitet. Deren Teilnehmer werden in Uniformen gesteckt, üben mit Kalaschnikow-Attrappen Angriffsoperationen im waldigen und im urbanen Gelände, die Handhabung von Drohnen und Erste Hilfe im Feld."
Weitere Artikel: Auf Anweisung Trumps stellt die Nationalgalerie in Washington ihre Gleichstellungsprogramme ein, erfahren wir in der FAZ von Frauke Steffens. Gleiches geschieht im Smithsonian Institute, so Maya Pontone auf hyperallergic. Annett Scheffel spricht für die Zeit mit sechs Künstlerin, die in den Bränden in Los Angeles ihre Häuser, Arbeitsstätten oder Kunstwerke verloren haben. Die Documenta hat die sechs Mitglieder ihres wissenschaftlichen Beirats ernannt, wie unter anderem der Standard berichtet. Ebenfalls im Standardlesen wir, dass die "Mona Lisa" im Louvre bald einen eigenen Saal erhält. Philipp Maier berichtet in der NZZ über den Diebstahl eines kulturell bedeutenden Goldhelms, der in Rumänien für Schlagzeilen sorgt.
Besprochen werden die Schau "Lobby Poems" im Wiener Palais Wilczek (Standard), die Gruppenausstellung "Swaying the Current" in der Berliner Zilberman Gallery (taz), die Ausstellung "Von Odesa nach Berlin" in der Berliner Gemäldegalerie (FR), die Ausstellung "Hörner/Antlfinger: Parrot Terristories" in den Räumen des Tieranatomischen Theaters, Berlin (Tagesspiegel) und "A New Look at Cimabue" im Louvre (Tagesspiegel).
Außerdem: In der SZ erklärt uns Werner Bartens die "Ikonodiagnostik" - die Disziplin, Krankheiten auf Gemälden zu identifizieren. Besprochen wird die Ausstellung "Von Odesa nach Berlin. Europäische Malerei des 16. bis 19. Jahrhunderts" in der Gemäldegalerie am Kulturforum in Berlin (FAZ) und eine Ausstellung mit Kunst von David Lynch: "My House is on Fire. David Lynch" im Horst-Janssen-Museum in Oldenburg (tsp).
Patrick Bahners macht sich in der FAZ anlässlich der Ausstellung "Kritik im Nationalsozialismus", die im Kölner NS-Dokumentationszentrum zu sehen ist, Gedanken zum Thema. Besprochen wird die Ausstellung "Cimabue neu sehen - Zu den Ursprüngen der italienischen Malerei" im Louvre in Paris (FAZ) und die Ausstellung "Mary Heilmann" in der Galleria Civica d'Arte Moderna e Contemporanea in Turin (taz).
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