Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.06.2015 - Design


The Golden Fleece Headpiece von Giovanni Corvaja, 2009. Es besteht aus 22 Karat and 18 Karat Gold, das in 160 Kilometer lange superfeine Fäden gesponnen wurde. Die Verarbeitung dauerte 2.500 Stunden. Courtesy of Adrian Sassoon, London

Was ist Luxus? Mit dieser Frage beschäftigt sich gerade das Victoria & Albert Museum in London. Marion Löhndorf findet die Ausstellung interessant, hätte sich aber etwas mehr Gegenwartsbezug gewünscht, erklärt sie in der NZZ: "Ausgespart wird die Frage, wer heute die Luxusgegenstände kauft, die hier (vom fragilen Leuchter des Amsterdamer Studios Drift bis zum chinesischen Lackgefäss) vorgestellt werden - aber auch, wer die Käufer jener Güter sind, die in der Schau ausgelassen werden: die protzigen Vorzeigestücke mit Signalwirkung für jedermann. Auch gibt es keine Hinweise darauf, warum Luxusgegenstände gekauft werden und wer sie vermarktet. Der Gedanke an den goldenen Ferrari, der hinter der nächsten Straßenecke abgestellt wurde, oder an die Prada-Tasche, die von der Schulter der Museumsbesucherin baumelt, wird gewissermaßen diskret ausgeblendet."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.06.2015 - Design

Typografie-Legende Hermann Zapf ist tot. Im Deutschlandfunk (und ausführlicher in der SZ) schreibt Ulf Erdmann Ziegler einen Nachruf. Nerdcore bringt dazu eine Kurz-Doku:

Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.06.2015 - Design

In der SZ schreibt Alexander Hosch über Philippe Starcks Design-Exzentrik, die erstaunlich krisenresistent sei: "Warum gelang es Starck, selbst in den Zeiten der platzenden Wirtschaftsblasen zu faszinieren? Weil es Menschen gibt, die - egal wie der Weltgeist tickt - immer alles üppig wollen."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 29.05.2015 - Design


Foto: Chanel. Haute Couture. Chanel Collection. Bundeskunsthalle Bonn

Ein Thema in der großen Karl-Lagerfeld-Schau der Bundeskunsthalle Bonn ist die "Papiersucht" des Designers, erzählt Marc Zitzmann in der NZZ. Aber: "Den papierenen Leitfaden zieht die Schau nicht durch. Und auch ihren zweiten Vorsatz löst sie nicht ein: jenen, Lagerfelds Schaffensprozess zu beleuchten. Wohl zeigt sie das Alpha, die mit Anmerkungen und Stoffproben angereicherten Zeichnungen, und das Omega, die fertigen Modelle auf eigens angefertigten Mannequins von Carmen Lucini sowie ihre Fotos auf Hochglanzpapier. Aber alle Zwischenstationen des Entstehungsprozesses eines Kleids, die etwa Loïc Prigent 2005 in seinem Dokumentarfilm "Signé Chanel" so einfühlsam festgehalten hatte, fehlen hier. So ist "Karl Lagerfeld - Modemethode" letztlich eben doch eine Art Retrospektive. Die erste übrigens, die eine Übersicht über Kaiser Karls Kleider aus sechs Jahrzehnten bietet."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.05.2015 - Design

Der Tages-Anzeiger meldet, dass der dänische Industriedesign-Pionier Jacob Jensen 89-jährig gestorben ist. Im Bild zu sehen sind einige der Stücke, die er als Chefdesigner für Bang & Olufsen (1965-1991) entworfen hat.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.05.2015 - Design


Mercedes-Benz Fashion Week, Moskau, Yegor Zaitsev Fall/Winter 2015

Die russische Mode setzt in dieser Saison ganz auf Militäruniformen und patriotische Töne, erfahren wir aus Tatjana Dwornikowas, Roman Oscharows und Jarina Kajafas taz-Reportage von der "Mercedes-Benz Fashion Week" in Moskau. "Verdienen lässt sich mit Militärmode offensichtlich ganz gut. Nach der Krim-Annexion hat sich die Moskauer Hochschule für angewandte Kunst voll den Nöten des Verteidigungsministeriums verschrieben. Von Studenten werden Militärkleidung, Accessoires und Souvenirs im Military Look erarbeitet. ... Krieg ist in Russland salonfähig geworden. Normal."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.05.2015 - Design

In der Jungle World gratuliert Elke Wittich dem Nylonstrumpf, der vor 75 Jahren auf den Markt kam.


Stichwörter: Nylon

Efeu - Die Kulturrundschau vom 28.04.2015 - Design

John Gallianos antisemitische Ausfälle in einer Bar, die 2011 zu seiner Entlassung bei Dior führten, waren kein Thema beim Vogue-Gespräch mit dem Designer, meldet Jess Cartner-Morley im Guardian. Es war trotzdem interessant, fand sie, denn Galliano - für seine Schneiderkunst so berühmt wie für seine pompösen historischen Kostümspektakel - hat erstmals erklärt, wie er sich die Zukunft des Avant-Garde-Labels Martin Margiela vorstellt, dessen Chef er seit Oktober 2014 ist: "Er hat das Innenfutter der Kleider als die Essenz dessen definiert, was Margiela unter seiner Aufsicht sein soll. "Ich möchte, dass das Innenfutter das wird, was die Dior-Jacke ist oder die Chanel-Kamelie", sagte er und erklärte weiter, wie das Innenfutter die Grundwerte von Margiela definieren kann - einem Haus, das auf der Unsichtbarkeit gegründet wurde, dem Unerwarteten, Unglamourösen. Das scharlachrote Outfit aus der jüngsten Margiela-Kollektion wurde auf der Bühne von innen nach außen gekehrt um zu zeigen, das was wie ein Seidenkleid aussieht in Wahrheit ein nach außen gekehrter Herrenmantel ist, das Seidenfutter zerschnitten und drapiert, so dass die Originalform verborgen ist. "Ich möchte dies in der Psyche der Menschen etablieren, so dass sie Margiela aus 50 Meter Entfernung erkennen", sagte Galliano."

Außerdem: Zu moralinsauer findet Gemma Sieff im New Republic Dana Thomas" Buch "Gods and Kings: The Rise and Fall of Alexander McQueen and John Galliano". In der New York Times  erzählt Hiroko Tabuchi wie Google mit seinen auf Sucheingaben basierenden Trendreports die Mode beeinflussen will.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.04.2015 - Design


Serie "Belleville" für Vitra. Entwurf: Ronan und Erwan Bouroullec. Foto: Dezeen

Geschichten erzählen, das ist für Andrea Eschbach das wichtigste Motiv auf der Möbelmesse in Mailand. Besonders gut können das klassische Firmen wie Vitra, für die die Brüder Ronan und Erwan Bouroullec eine neue Tisch-Stuhl-Serie, "Belleville", entworfen haben, erklärt sie in der NZZ: "Der stapelbare Kunststoffstuhl besteht aus zwei Komponenten - einer Rahmenstruktur und der Sitzschale. So kann er schlank und dennoch robust sein. Die feine Silhouette des Stuhls prägt der schwarze Kunststoffrahmen für Beine und Rückenlehne. Der Rahmen nimmt eine nur 3 Millimeter dünne Schale auf. Die Sitzschale ist dabei in farbigem Polyamid, furniertem Formsperrholz oder in Leder beziehungsweise gepolstert erhältlich. Erst auf den zweiten Blick erschließen sich Materialität und Konstruktion."

Auch Thomas Steinfeld wandert für die SZ über die Möbelmesse, die jährlich ihren Stück für Stück ihren Charakter verändere, wie er beobachtet. Weil die Ästhetik des Wohnens mehr und mehr zu einer Sache der Repräsentation wird, nimmt sie zusehends "den Charakter einer Messe für zeitgenössische Kunst an". Was zu Folge hat, dass auch mancher "Gestalter, als wäre er ein Künstler, seinem abstrakt freien Ich offenbar freien Lauf lassen darf und die so entstehenden Dinge oft der Skulptur näher stehen als etwa einem Stuhl."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 01.04.2015 - Design


Spray-painted dress, No. 13, Spring/Summer 1999. Model: Shalom Harlow. Image: Catwalking

Marion Löhndorf besucht für die NZZ die Londoner Alexander-McQueen-Ausstellung, die nach New York um 66 Stücke und ganze Arrangements erweitert wurde. Und sie begreift, warum die Biografie des schwulen Sohns eines Londoner Taxifahrers nicht nur für die Ausstellung von Bedeutung war: "McQueen erzählte seine Geschichte in Kleidern. Auf dem Laufsteg - und an den Menschen, die sie kauften, wurde sie neu belebt. Sein Lebensprojekt, man kann es so hochtrabend formulieren, war die Dramatisierung des eigenen Lebens durch das Medium der Mode. Deshalb präsentiert das Londoner Victoria & Albert Museum (V&A) die Ausstellung "Alexander McQueen - Savage Beauty" als Mischung aus glamouröser Show und ganz großem Seelentheater."