Aus dem Englischen von Yvonne Badal und Udo Rennert. Mit einem Vorwort von Sir Richard J. Evans. Hobsbawms 1995 erstmals erschienenes Werk "Das Zeitalter der Extreme" ist längst ein moderner Klassiker, der Titel zur Chiffre für das 20. Jahrhundert geworden. Erzählt wird darin die Geschichte des "Kurzen 20. Jahrhunderts" von 1914 bis 1991 - aus der Sicht des marxistischen Historikers, der zugleich teilnehmender Beobachter dieses 20. Jahrhunderts war.
Die Autobiografie "Gefährliche Zeiten" ergänzt das "Zeitalter der Extreme": Es ist der eindrucksvolle Lebensbericht eines großen Gelehrten, der Rechenschaft ablegt über sein persönliches 20. Jahrhundert. Im Zusammenspiel von Geschichtsbuch und Lebensgeschichte entsteht ein weites Panorama dieses Jahrhunderts.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 29.06.2019
Rezensent Michael Hesse freut sich über die Neuausgabe von Eric Hobsbawms "Meisterwerk der Geschichtsschreibung" im Verein mit den Lebenserinnerungen des Historikers. Die beiden Bücher ergänzen sich laut Hesse vortrefflich, illustriert Hobsbawms bewegter Lebensweg doch das Jahrhundert der Extreme zwischen 1914 und 1989 wie kein zweiter, wie der Rezensent findet. Wie der Autor den Ersten Weltkrieg, die Oktoberrevolution und den Nationalsozialismus analysiert, Krieg, Chaos und Völkermord gegen den Frieden und den Wohlstand der Folgezeit absetzt und nebenbei (und das schon in den 80ern) die Krisen unserer Gegenwart wittert, scheint Hesse höchst lesenswert.
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