Vom Wintersemester 1949/50 bis zum Sommersemester 1969 hielt Adorno Seminare und Übungen in Philosophie und Soziologie an der Frankfurter Universität bzw. im Institut für Sozialforschung ab, und von jeder Sitzung hatte ein Student bzw. eine Studentin ein Protokoll zu verfassen. Band 1 bietet die erhaltenen Protokolle vom Wintersemester 1949/50 bis zum Sommersemester 1957. Zum Inhalt: Wintersemester 1949/50: Transzendentale Dialektik bei Kant. Sommersemester 1950: Dialektik. Vorrede und Einleitung zur "Phänomenologie des Geistes". Wintersemester 1950/51: Begriff des Fortschritts. Wintersemester 1951/52: Kants "Kritik der Urteilskraft". Sommersemester 1952: Ausgewählte Abschnitte aus Hegels "Rechtsphilosophie". Wintersemester 1953/54: Dialektik. Sommersemester 1954: Max Webers wissenschaftlich-theoretische Schriften. Wintersemester 1954/55: Nietzsche, "Genealogie der Moral". Sommersemester 1955: Hegel, "Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften". Sommersemester 1955: Erkenntniskritische Fragen der empirischen Sozialforschung. Wintersemester 1955/56: Die Platonische Ideenlehre. Wintersemester 1955/56: Amerikanische Texte zur Theorie der Gesellschaft. Sommersemester 1956: Fichtes Wissenschaftslehre. Sommersemester 1956: Durkheim. Wintersemester 1956/57: Begriff der Ideologie [I]. Sommersemester 1957: Über den Begriff der kritischen Philosophie. Sommersemester 1957: Zeitgenössische Ideologien · Begriff der Ideologie II.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.09.2021
Rezensent Jörg Später ahnt die Faszination, die einst von der Frankfurter Schule ausging, mit diesen vier von Dirk Braunstein herausgegebenen Bänden mit studentischen Protokollen der Vorlesungen, die Adorno in den Jahren 1949-1969 in Frankfurt abhielt. Die Texte von Peter Gorsen oder Regina (Becker-)Schmidt haben laut Später eine ganz eigene, von Adorno unabhängige (sprachliche) Qualität und bieten dem Leser Einblicke in den Stoff der Seminare und die sich anschließenden Diskussionen. Später stößt auf echte Funde, wie ein Marx-Referat von Oskar Negt. Die philologisch orientierte Arbeit des Herausgebers findet Später hingegen nicht immer befriedigend. Manchmal wäre die historische Perspektive vielleicht ergiebiger gewesen, glaubt er, doch tut dies seinem Respekt vor der Leistung Braunsteins keinen Abbruch.
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