Außer Atem: Das Berlinale Blog
Stichwort: Mauer - 5 Artikel
Außer Atem: Das Berlinale Blog 05.02.2015 Wim Wenders ist ein mutiger Regisseur. Was nervt an ihm, ist auch gut. Er nimmt sich Zeit und Raum. Die Berlinale-Hommage bietet Gelegenheit, einige seiner wichtigsten Filme in neuen Kopien wiederzusehen.
Von Thierry Chervel
Außer Atem: Das Berlinale Blog 06.02.2014 Das Forum zeigt in einer Hommage drei Filme von Noboru Nakamura, der zwischen 1951 und 1964 den Wandel und die Modernisierung Japans untersuchte. Die ersten beiden Filme sind s/w gedrehte Alltagsfilme, der letzte zeigt in farbenprächtigem Cinemascope Verführung und Ausbeutung der Warenwelt.
Von Thomas Groh
Außer Atem: Das Berlinale Blog 10.02.2012
So nahe wie die junge Dienerin Sidonie (Léa Seydoux) kommt an Marie Antoinette (Diane Kruger) im Hofstaat von Versailles sonst nur Gabrielle de Polignac (Virginie Ledoyen), die lesbische Maitresse der Königin.
Wohl jeden Morgen, darf man mutmaßen, findet dieses intime, zärtlich alberne Spiel zwischen der Vorleserin Sidonie und der Monarchin statt: Die Dienerin um Form und Haltung bemüht, wie alles steif und zugerichtet ist an diesem Hof, Marie Antoinette, als erste und - beinahe - einzige in diesem Film, körperlich ausgelassen, verspielt, fast kindisch herumtollend, wenn Sidonie ausgesucht Frivoles aus der Königlichen Bibliothek vorliest. Von Thomas Groh
Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2010
Silviu Chiscan ist 19 Jahre alt und Insasse eines rumänischen Jugendgefängnisses. Kurzrasierte Haare, bullig, eine Narbe auf der Stirn. Die anderen Insassen sehen mehr oder weniger genauso aus. Gemeinsam nehmen sie Mahlzeiten ein, spielen dazwischen Fußball oder arbeiten, handeln untereinander mit Zigaretten und prügeln sich. Silviu steht kurz vor seiner Entlassung. Der Oberwärter, der ihn im ersten Filmdrittel zu sich zitiert, scheint ihm keine Steine in den Weg legen zu wollen. Vor der Entlassung soll er einen Fragebogen ausfüllen, der seine psychosoziale Befindlichkeit betrifft. Er interessiert sich weniger für den Bogen, als für die Praktikantin, die ihm beim Ausfüllen helfen soll. Aus der Bahn werfen wird ihn aber nicht das Mädchen, sondern der Besuch seines Bruders. Von Lukas Foerster
Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2010
In "Son of Babylon" reisen eine alte Frau und ihr 12-jähriger Enkel Ahmed durch den Irak, um den Vater des Jungen zu suchen, den Musiker Ibrahim, der 1991 von der Republikanischen Garde verschleppt worden war. Die beiden sind Kurden und ihre Reise führt vom Nordirak über Bagdad in den Süden Babylons, nach Nasiriya. Hier soll Ibrahim im Gefängnis sitzen. Doch die Gefängnisse sind leer. Männer mit langen Listen sitzen heute davor, die versuchen, den Angehörigen bei der Suche nach Verschollenen zu helfen. Ibrahim steht auf keiner Liste. Und irgendwann begreift die Großmutter: nicht in den Gefängnissen, in den Massengräbern muss sie suchen, die überall im Land ausgehoben werden. Von Anja Seeliger