Außer Atem: Das Berlinale Blog
Stichwort: Kongo - 4 Artikel
Außer Atem: Das Berlinale Blog 18.02.2018
Gleich zu Beginn macht Machérie Ekwa Bahango klar, dass sie uns mit ihrem Debütfilm "Maki'la" keine liebgewonnenen Bilder aus dem Kongo präsentieren wird. Die Sapeurs, die mit ihrem extravaganten Kleidungsstil die europäischen Feuilletons in den Bann schlagen, werden erst mit einem Kübel Spott übergossen. Es sind armselige, zerlumpte Gestalten, die durch die Straße tänzelnd den Willen zum mondänen Leben nachäffen. Von ihnen erzählt Bahango in ihrer rauen Bettleroper aus Kinshasa, mit der Musik von Papa Wemba. Von Thekla Dannenberg
Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2017 Wie Felicité das Geld für eine Operation ihres Sohns aufzutreiben versucht, das sie in dieser unverschämten Höhe natürlich nicht hat, gehört zu den traurigsten Geschichten, die jemals auf der Berlinale erzählt worden sind. Alain Gomis' "Félicité" im Wettbewerb. Von Thekla Dannenberg
Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2013
Eine bittere Lektion in politischer Ökonomie erteilt Raoul Peck mit seinem Film "Assistance Mortelle" über die internationale Hilfe für Haiti nach dem Erdbeben vom 12. Januar 2010, die keine Katastrophenhilfe war, sondern eine katastrophale Hilfe. Pecks Biografie ist sein filmisches Programm geworden: In Haiti geboren, in Zaire/Kongo aufgewachsen, hat er im Ost-Berlin der achtziger Jahre Wirtschaftswissenschaft studiert und in West-Berlin Film. Über den ermordeten kongolesischen Unabhängigkeitsführer Patrice Lumumba hat er gleich zwei Filme gedreht, im vorigen Jahr saß er in der Berlinale-Jury. Mit der ihm eigenen Mischung aus kommentierender Beobachtung und Zahlengewitter ist seine Dokumentation "Assistance Mortelle" eine wütende Abrechnung mit dem System internationaler Hilfe, das nicht in der Lage ist, guten Willen, Kompetenz und Gelder in zweistelliger Milliardenhöhe in sinnvolle Aufbauleistung umzuwandeln. Von Thekla Dannenberg
Außer Atem: Das Berlinale Blog 10.02.2008 Spielt mit zwei Königstigern: Isabel Coixets "Elegy". Dingsymbolisch: Majid Majidis "Avaze Gonjeshk-ha - The Song of Sparrows". Tolle Bewegungsstudie eines Nichtsnutzes: Charles Burnetts "My Brother's Wedding". Abgerechnet wird zum Schluss: Renaud Barrets und Florent de La Tullayes "Victoire Terminus, Kinshasa". Liebt den Gin: Erick Zoncas "Julia". Die reinste Poesie: Boris Despodovs Dokumentarfilm "Corridor #8". Von Thekla Dannenberg, Ekkehard Knörer, Christoph Mayerl