Saul Steinberg

Saul Steinberg wurde 1914 in Rimnicu-Sarat (bei Bukarest) geboren. Die wichtigste Schule für den jungen Steinberg war das Buchbinderatelier seines Vaters in der rumänischen Provinz, in dem er als Kind malen und basteln konnte. Später studierte er in Bukarest Philosophie, dann Architektur in Mailand, doch: "Die Linie ist meine wirkliche Sprache." Steinberg hat alle Zeichner nach sich beeinflusst: Chaval, Bosc, Sempe, Flora oder Ungerer wären ohne ihn undenkbar. Die ersten Karikaturen erschienen während seines Studiums in Mailand, das er 1940 abschloss. Den kleinen Zusatz "di razza ebraica" im Abschlussdiplom hinter seinem Namen sah er als Warnung.
Er packte seinen Koffer, "verbesserte" von Hand seinen abgelaufenen Pass und brach nach Amerika auf. Auf Ellis Island wurde er abgeschoben, weil die Einwanderungsquote für Rumänen erreicht war. Die Einreise gelang schließlich dank des Herausgebers des "New Yorker", für den Steiberg dann jahrzehntelang gearbeitet und dessen berühmtestes Umschlagbild er gezeichnet hat: New York aus der eingeschränkten Sicht seiner Bewohner - die Ninth Avenue und der Hudson River im Vordergrund, dahinter Amerika als kleine grüne Wiese und der Rest der Welt als schmale Landstriche.

Saul Steinberg: Schatten und Spiegelungen. Eine Art Autobiografie

Cover: Saul Steinberg. Schatten und Spiegelungen - Eine Art Autobiografie. Diogenes Verlag, Zürich, 2002.
Diogenes Verlag, Zürich 2002
Aus dem Italienischen von Maja Pflug. Mit zahlreichen Abbildungen. Sein Vater war Buchbinder und besaß eine kleine Kartonfabrik. Zwei seiner Onkel waren Schriftenmaler. Und zwei weitere hatten ein Schreibwarengeschäft…