Alfred Apfel

Alfred Apfel, geboren 1882 in Düren; gestorben 1941 in Marseille, war ein deutscher Rechtsanwalt.Der promovierte Jurist Apfel war nach dem Studium zunächst an einem kleinen rheinischen Amtsgericht tätig. Von seinem ursprünglichen Berufswunsch des Richters rückte er wegen der gesellschaftlichen Verhältnisse ab, die es ihm seines Judentums wegen nahezu unmöglich machten, Reserveoffizier zu werden: Er ließ sich als Rechtsanwalt nieder und verweigerte die ihm damit schon frühzeitig zugewiesene Diskriminierung. Apfel entwickelte sich zum überzeugten und engagierten Zionisten. Ab 1918 war er zunächst Rechtsanwalt, dann Notar in Berlin. Als Strafverteidiger in vielen auch politischen Prozessen verteidigte er unter anderem Carl von Ossietzky. Als bekannter Demokrat, Jude und Zionist gehörte er zu den ersten, die unmittelbar nach dem Reichstagsbrand am 28. Februar 1933 in sogenannte Schutzhaft genommen wurden. Nach seiner Freilassung floh er nach England. Apfel stand auf der Ersten Ausbürgerungsliste des Deutschen Reichs von 1933 und wurde zum 23. August 1933 ausgebürgert. Er starb im Alter von 58 Jahren in Marseille.

Alfred Apfel: HInter den Kulissen der deutschen Justiz. Erinnerungen eines deutsche Rechtsanwalts 1882-1933

Cover: Alfred Apfel. HInter den Kulissen der deutschen Justiz - Erinnerungen eines deutsche Rechtsanwalts 1882-1933. Berliner Wissenschaftsverlag (BWV), Berlin, 2013.
Berliner Wissenschaftsverlag (BWV), Berlin 2013
Herausgegeben von Ursula und Jan Gehlsen. Mit SchwarzWeiß-Abbildungen. "Da ich keine Neigung hatte, 'auf der Flucht' erschossen zu werden oder in einem Konzentrationslager dahinzuvegetieren, habe ich…