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Stichwort "Georg Simmel"


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Georg Simmel

Georg Simmel war einer der wichtigsten und faszinierendsten Vertreter der Soziologie des 20. Jahrhunderts, der entscheidend zur Formierung dieser Disziplin als eigenständiger Wissenschaft beigetragen hat. Er wurde 1858 als jüngstes von sieben Kindern des Fabrikanten Edward Simmel und dessen Frau Flora (geb. Bodenstein) geboren. Die Familie war jüdischer Herkunft, beide Elternteile traten jedoch schon früh zum christlichen Glauben über. Georg Simmel wurde evangelisch getauft. Nach dem Tod des Vaters 1874 Tod des Vaters wurde ein Freund der Familie, Julius Friedländer, Begründer und Inhaber der Musikedition Peters, zum Vormund Georg Simmels bestellt. Er erbte später (1889) das aus dem Musikgeschäft stammende beachtliche Vermögen seines Vormunds.Von 1876 bis 1881 studierte Simmel an der Berliner Universität Geschichte, Völkerpsychologie und Philosophie. 1881 wurde seine Promotionsschrift "Psychologisch-ethnologische Studien über die Anfänge der Musik" von dem Philosophiehistoriker Zeller und dem Physiker Helmholtz wegen formaler Fehler und "zu gewagter" Thesen abgelehnt. Als Dissertation wurde jedoch die prämierte Abhandlung "Darstellung und Beurteilungen von Kants verschiedenen Ansichten über das Wesen der Materie" akzeptiert. Nach Überwindung weiterer Hindernisse wurde Simmel 1885 mit der Schrift "Kantische Studien" im Fach Philosophie habilitiert und an der Berliner Universität zum Privatdozenten ernannt. Mit der öffentlichen Antrittsvorlesung "Über das Verhältnis des ethischen Ideals zu dem logischen und dem ästhetischen" begann er seine sehr erfolgreichen Veranstaltungen, die auch gesellschaftlich große Resonanz fanden.1896 verlor Simmel durch unglückliche Spekulationen einen Teil des Familienvermögens. Ein Antrag auf Erteilung eines Extraordinariats wurde 1898 vom Kultusministerium abgelehnt. Neben antisemitischen Motiven spielte auch Simmels Außenseiterposition im akademischen Betrieb eine Rolle.1908 scheiterte eine Berufung auf die zweite Professur für Philosophie in Heidelberg trotz der Empfehlungen von Max Weber und Eberhard Gothein am antisemitischen Gutachten des im Alldeutschen Verband engagierten Berliner Historikers Dietrich Schäfer (1845-1929). 1909 gründete Simmel zusammen mit Ferdinand Tönnies, Werner Sombart und Max Weber die Deutsche Gesellschaft für Philosophie. 1910 Gründung der Zeitschrift Logos; bis zu seinem Tod gehörte Simmel zu ihren Herausgebern. 1914 erhielt er einen Lehrstuhl an der Straßburger Universität. Georg Simmel starb 1918 in Straßburg. Zu seinen wichtigsten Werken gehören: "Einleitung in die Moralwissenschaft. Eine Kritik der ethischen Grundbegriffe", "Philosophie des Geldes", "Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung".


3 Bücher von insgesamt 17

Hartmut Scheible: Kritische Ästhetik. Von Kant bis Adorno

Cover: Hartmut Scheible. Kritische Ästhetik - Von Kant bis Adorno. Königshausen und Neumann Verlag, Würzburg, 2012.
Königshausen und Neumann Verlag, Würzburg 2012
ISBN 9783826044854, Broschiert, 382 Seiten, 38,00 EUR
Gegenüber Kants Aufsatz Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht, in dem die liberalistische Ideologie noch nicht in Frage gestellt wird, enthält die Kritik der Urteilskraft eine…

Uta Gerhardt: Soziologie im zwanzigsten Jahrhundert. Studien zu ihrer Geschichte in Deutschland

Cover: Uta Gerhardt. Soziologie im zwanzigsten Jahrhundert - Studien zu ihrer Geschichte in Deutschland. Franz Steiner Verlag, Stuttgart, 2009.
Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2009
ISBN 9783515092869, Gebunden, 392 Seiten, 42,00 EUR
Uta Gerhardt zeigt, wie man eine Geschichte der Soziologie als Gesellschaftsgeschichte schreiben muss. In sechs chronologisch geordneten Studien werden Bruchlinien, Anschlussstellen und Widersprüche der…

Georg Simmel: Georg Simmel: Gesamtausgabe. Band 23. Briefe 1912-1918: Jugendbriefe

Cover: Georg Simmel. Georg Simmel: Gesamtausgabe. Band 23 - Briefe 1912-1918: Jugendbriefe. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2008.
Suhrkamp Verlag, Frankfurt a.M. 2008
ISBN 9783518579732, Gebunden, 1241 Seiten, 72,00 EUR
Bearbeitet und herausgegeben von Ottheim und Angela Rammstedt. Mit Simmels Briefen von 1912 bis 1918 wird der zweite und letzte Teil seines Briefwerks vorgelegt. Dank der größeren Dichte der Überlieferung,…