
Im
Magazin der
New York Times stellt Andrew Ross Sorkin uns das "Big History"-Projekt vor, das der 24-Stunden-Philanthrop
Bill Gates zusammen mit dem australischen Historiker
David Christian entwickelt hat und das bereits an über 1200 US-Schulen gelehrt wird. Grob gesagt geht es dabei um eine in Modulen vermittelte
interdisziplinäre Menschheitsgeschichte. Gates schwärmt dafür, doch es gibt auch Kritik: "Von den Carnegies bis zu den Rockefellers war Bildung stets ein Steckenpferd der Milliardäre und ihrer Vorstellungen davon, wie gelernt werden sollte. Neuerdings jedoch gehen die großen Philanthropen davon aus, dass der Einsatz für ein kaputtes Bildungssystem die
Wirtschaft ankurbelt. Hedgefonds-Manager, wie Paul Tudor Jones, oder Industrielle, wie Eli Broad, begreifen Bildung vor allem als Geschäft. Die Walton Foundation etwa gibt über eine Milliarde Dollar für
Privatschulen und Alternativprogramme zum staalichen Schulsystem aus. Solche Mäzene wollen das System restrukturieren, es effizienter machen, indem sie die neuesten Technologien und Managementphilosophien anwenden, um eine ganz neue Generation von hoch ausgebildeten Arbeitskräften zu erschaffen." Lehrer etwa, die aus Erfahrung im Berufsalltag sprechen, bemängeln an "Big History", dass dieses Projekt ganz
ohne Methodenlehre auskommt.
Besprechungen in der
Book Review widmen sich
neuen Romanen von
Elena Ferrante,
James Ellroy,
Ben Lerner und
Joseph O"Neill; außerdem Diane Ackermans anregende
Geschichte des
Anthropozäns "The Human Age" (wussten Sie, dass Ingenieure die
Körperwärme von 250.000 täglich Stockholms Zentralbahnhof passierenden Reisenden nutzen, um ein nahegelegenes
13stöckiges Bürogebäude zu heizen?) und
Henry Kissingers Buch "World Order". Gregory Cowles schließlich
empfiehlt Robert Prestons "The Hot Zone", ein Buch, das sich schon 1995 mit dem Ebola-Virus beschäftigte.