Literarischer Rettungsschirm für Europa
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Literarischer Rettungsschirm für Europa 02.10.2012 Im letzten der 19 Europe-now-Texte skizziert die dänische Autorin Janne Teller die fünf wesentlichen Voraussetzungen für ein Europa der Bürger. Zuerst jedoch müssen wir Europäer sein wollen. Und eine europäische Identität entwickeln, auf die sich alle beziehen können, ungeachtet ihrer Hautfarbe oder Kultur, Religion, ihrer Traditionen, Ess- oder anderer Gewohnheiten. Besonderes Kennzeichen dieser Identität: Diskrete Qualität. Von Janne Teller
Literarischer Rettungsschirm für Europa 01.10.2012 Ostap Slyvynskys Vater baute sich während der Sowjetzeit in der Ukraine sein eigenes Europa: Es bestand aus Büchern in den Sprachen befreundeter sozialistischer Länder, vor allem aus Polen. Ausländische Prosa, schwarze Bände von Existenzialisten, oder ein Album mit Luftschiffen. Ein Europa aus Papier, in einem Dutzend Bücherregale. Von Ostap Slyvynsky
Literarischer Rettungsschirm für Europa 30.09.2012 1997, da war sie zwanzig Jahre alt, reiste die serbische Autorin Dragana Mladenovic erstmals mit einem Bus durch Europa: Wien, Paris, Mailand, Verona und Venedig in sieben Tagen. Neben ihr: Josef K., der den Modergeruch der Bestechung verabscheute. Vierzehn Jahre später sieht sie ihn wieder. Von Dragana Mladenovic
Literarischer Rettungsschirm für Europa 29.09.2012 Interpretation bedeutet in der modernen Welt, in der verschiedene Werte und Sichtweisen des Lebens koexistieren, zwangsläufig auch Konfrontation. Davon jedoch, fürchtet der slowenische Autor Drago Jan?ar, wollen die Pragmatiker des freien Handels nichts wissen. Und darum stehen wir heute vor einer apokalyptischen Vision: Fällt der Euro, fällt Europa. Von Drago Jančar
Literarischer Rettungsschirm für Europa 28.09.2012 Wenn der lettische Autor Sergej Timofejew versucht, sich Europa vorzustellen, steht er "vor einer kilometerlangen und stummen Mauer, der Europäischen Mauer, der Mauer meiner eigenen Unfähigkeit, der Mauer eines tiefen Unverständnisses". Nur die Alten wissen, was Europa für sie ist. Von Sergej Timofejew
Literarischer Rettungsschirm für Europa 27.09.2012 "Mehrstaatlichkeit ist meine Identität. Ich glaube an Vermischung und Verfärbung." Deshalb und weil die Niederlande immer antieuropäischer werden, möchte Adriaan van Dis endlich einen europäischen Pass, eine europäische Krankenversicherung und europäische Steuern zahlen. Von Adriaan van Dis
Literarischer Rettungsschirm für Europa 26.09.2012 Im europäischen Haus ist kein Platz für den russischen Bären. Wo soll er hin, fragt sich Michail Schischkin. Er vergleicht Russland mit einem Metrozug, "der vom einen Ende des Tunnels zum anderen fährt - von der Diktaturordnung zur Anarchodemokratie und zurück. Das ist seine Strecke. Kein anderes Ziel erreicht man in diesem Zug." Von Michail Schischkin
Literarischer Rettungsschirm für Europa 25.09.2012 Von Europa sprechen, heißt von Freiheit sprechen. Für den ungarischen Autor György Dragomán ist diese Freiheit nach den Erfahrungen der Diktatur der einzige Sinn von Europa. Von György Dragomán
Literarischer Rettungsschirm für Europa 24.09.2012 Der kroatische Dichter Marko Pogacìar resümiert seine wichtigsten Integrationserfahrungen: hinter den verschlossenen Türen der Polizeistation in der Zagreber Petrinska-Straße, auf der Titelseite der größten türkischen Tageszeitung, in einer Massenschlägerei beim Lyrikfestival im polnischen Bydgoszcz und auf dem Flughafen in Kopenhagen, wo ihm ein Licht aufgeht. Von Marko Pogacìar
Literarischer Rettungsschirm für Europa 23.09.2012 Anatolij Grinvald, in Kasachstan geboren, lebt in Leipzig und macht sich wenig Illusionen über ein europäisches Haus: "Die Geschichte kennt da einige Präzedenzfälle. Der älteste ist wohl der Turmbau zu Babel. Was Gott damals tat, das wissen wir alle. Nun, solange Europa keine einheitliche Staatssprache hat, wird daraus nichts werden." Von Anatolij Grinvald
Literarischer Rettungsschirm für Europa 22.09.2012 Julia lebt in einem Dorf in der Westeifel, direkt an der belgischen Grenze. Hier verlief Hitlers Westwall, hier wurden während des Kriegs Juden über die Grenze geschmuggelt und nach dem Krieg Kaffee und Zigaretten. Heute machen hier die Kraniche Rast auf ihrem Weg in den Süden. Eine Geschichte aus dem Grenzland. Von Norbert Scheuer
Literarischer Rettungsschirm für Europa 21.09.2012 In vier Bilddichtungen und einem Essay schreitet der bulgarische Dichter Georgi Gospodinov die Skala des europäischen Radios von der Vorkriegszeit bis heute ab, bis zum Europa der Krise. Von Georgi Gospodinov