Am Wochenende findet in Halle die von der Buchhändlerin
Susanne Dagen gegründete Buchmesse "Seitenwechsel" statt. Fabian Schmid hat sich für den
Standard das Programm
angesehen und findet "geballte rechtsextreme Schlagkraft" (und dann und wann ein roter Elefant): "Der Publizist und AfD-Brandenburg-Geschäftsführer
Erik Lehnert diskutiert mit dem Wiener Antiquitätenhändler Ronald F. Schwarzer, der einst mit FPÖ-Politikern nach Afghanistan reiste und im Ferdinandihof in Wien Vernetzungstreffen mit rechts außen veranstaltet. Ex-Politiker und Musiker
Dieter Dehm (Linke) stellt seinen Krimi vor. Auch
Gloria von Thurn und Taxis und
Roger Köppel sind mit von der Partie. Am Sonntag darf dann der frühere deutsche Verfassungsschutzchef
Georg Maaßen über 'Systemüberwindung' philosophieren. Mit dem einst bejubelten, nun nach stark rechts abgedrifteten Autor
Uwe Tellkamp wird es literarisch. Und auch der Sonntag bietet eine Österreich-Komponente: Die Österreichische Landsmannschaft und deren Eckartschriften laden zu einer Lesung des Rechtsextremen
Benedikt Kaiser. Er fragt, ob der 'antiwoke, heimatverbundene' Osten 'einfach deutscher' als der Rest des Landes ist."
Teils amüsiert, teils unfreundlich
kommentiert Paul Jandl in der
NZZ den undotierten
Spiegel-
Literaturpreis, bei dem es, findet Jandl, weniger um Literatur geht als um den
Spiegel: "Man darf sich nicht täuschen lassen. Mit seinem undotierten neuen Buchpreis bewirbt der 'Spiegel' nur sich selbst. Schon jetzt darf das Politmagazin mit dem Aufkleber
Spiegel-Bestseller' auf Büchern Gratiswerbung für sich machen. Vielleicht kommen ja mit der jetzt erfundenen Auszeichnung neue Aufkleber dazu. Neben '
Spiegel-Besteller' steht dann 'Platz 20 beim
Spiegel-Buchpreis'. Die Verlage sollten Miete verlangen für solche Werbeflächen. Bei der Gestaltung des neuen Preises hat man sich eine Art Schutzbehauptung ausgedacht. Es müsse ihn geben. Schon deshalb, weil er als einziger nicht nur deutsch-, sondern auch fremdsprachige Literatur mit auf die Liste nehme. Hut ab vor einer siebenköpfigen Jury, alles achtbare Leute im Übrigen, die sich durch
Zehntausende deutsche und internationale Belletristik-Titel des Jahres 2025 gearbeitet haben, um Preiswürdiges zu destillieren."
Weitere Artikel: Der
Standard bringt den Wortlaut des Siegertextes eines FM4-Literaturwettbewerbs. Mladen Gladic blickt in der
Welt auf
Uwe Johnsons "Zwei Ansichten" zurück. Die
FAZ druckt in ihrer virtuellen Beilage "Bilder und Zeiten" eine Rede ab, die
Felicitas Hoppe am 11. September im Literaturhaus Zürich hielt: Es geht um Kunst, Hochmut und Weltuntergang. Und Marica Bodrožić übernimmt Teil 2 der Serie "Leben, Lesen, Denken in dokrinären Zeiten" und schreibt unter anderem über
Manès Sperber und Heiner Müller. Karen Krüger unterhält sich in der
FAS mit der Schriftstellerin und Drehbuchautorin
Alice Urciolo - unter anderem - über das italienische Patriarchat. Dieter Borchmeyer
erzählt in der
NZZ von
Goethes Weimarer Zeit.
Besprochen werden unter anderen
Peter Stamms "Auf ganz dünnem Eis" (
taz),
Matthias Timanders "Dein Wille wohnt in den Wäldern (
taz),
Richard Dawkins' "Das große Buch der Evolution" (
FAZ),
Andreas Möllers Kleinmachnow-Buch "Am Rande Berlins lebt die Intelligenz" (
FAZ),
Raphaela Edelbauers "Die echtere Wirklichkeit" (
FR)
und
Judith Kesslers Bruno-Balz-Biographie "Kann denn Liebe Sünde sein?" (
Tagesspiegel).