Mit 43 Schwarzweiß-Abbildungen. Warum lagern eigentlich Millionen Objekte aus Afrika und Übersee in deutschen Museen? Auf welche Weise sind sie dorthin gelangt? Und wie lässt es sich erklären, dass die Debatte um Raubgut, die schon vor Jahrzehnten geführt wurde, erst heute Wirkung zeigt? Sollen die Artefakte zurückgeben werden, oder ist Restitution nur ein Ablasshandel? In einer Mischung aus Reportage, Essay und Analyse nähert sich Moritz Holfelder der Geschichte und Gegenwart des Kolonialismus. Er besucht deutsche und europäische Museen, Künstler und Filmemacher und erkundet den verschiedenartigen Umgang mit Kulturgütern ungeklärter Herkunft. Ausgehend von dem Vorstoß des französischen Staatspräsidenten Macron zu einer radikalen Rückgabe entwickelt er Vorschläge zum Umgang mit der kolonialen Vergangenheit.
Laut Rezensentin Sabine Seifert streitet der Journalist Moritz Holfelder in seinem Buch für die Aufarbeitung des Kolonialismus und für Restitution. Ein Patentrezept bietet der Autor laut Seifert zwar nicht, dafür veranschaulicht er die Restitutionsdebatte anhand von Sammlungen, Museen und Akteuren, deren Sicht er in Gesprächen herausdestilliert und darstellt, und unter Einbeziehung von Film, Kunst und Wissenschaft. Das Kapitel über das Humboldt-Forum in Berlin lässt Seifert das institutionelle Gewirr besser begreifen.
Rezensent Andreas Eckert, selbst Professor für die Geschichte Afrikas, dankt Moritz Holfelder für die "eindringliche" Darlegung der nicht ganz neuen Raubgut-Probematik und ihrer historischen Zusammenhänge. Auch wenn die Vorschläge des Autors zur Sache laut Eckert nicht eben zielführend oder auch nur originell sind, erfährt der Rezensent hier doch immerhin, was die afrikanische Seite eigentlich zum Thema Raubgut und Restitution zu sagen hat. So kommt etwa Flower Manase vom tansanischen Nationalmuseum zu Wort und beklagt die eurozentrische Debatte, informiert Eckert. Warum die bereits in den 70ern geführte Debatte erst jetzt wieder aufflammt, kann ihm im Buch aber niemand erklären.
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