Achille Mbembe

Politik der Feindschaft

Cover: Politik der Feindschaft
Suhrkamp Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783518587089
Gebunden, 235 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Michael Bischoff. In seinem neuen Buch untersucht Achille Mbembe ein Phänomen, das sich in unserem globalen Zeitalter ständig rekonfiguriert: die Feindschaft. Ausgehend von den psychiatrischen und politischen Einsichten Frantz Fanons, zeigt Mbembe, wie als Folge der Konflikte um die Entkolonialisierung des 20. Jahrhunderts der Krieg - in Gestalt von Eroberung und Besatzung, von Terror und Revolte - zur Signatur unserer Zeit geworden ist. Als auf Dauer gestellter Ausnahmezustand führt er zur Erosion der liberalen Demokratie. Mbembes Essay spürt den Konsequenzen dieser Erosion nach: der Ausbreitung autoritärer Regierungsformen. Er beschreibt die Bedingungen, unter denen heute die Fragen zum Verhältnis von Recht und Gewalt, Normalität und Ausnahmezustand, Sicherheit und Freiheit gestellt werden. Mit Blick auf die globalen Migrationsströme und das damit einhergehende unvermeidliche Zusammenwachsen der Welt formuliert er eine scharfe Kritik am atavistischen Nationalismus und plädiert für eine neue Politik der Humanität.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.10.2017

Poststrukturalistisches Vorwissen sollte man vor der Lektüre von Achille Mbembes neuem Essay "Politik der Feindschaft" schon haben, warnt Rezensentin Marie Schmidt vor. Auch wenn ihr Mbembes postkoloniale Theorie nicht fremd ist und ihr der Politologe zunächst verständlich machen kann, dass man hinsichtlich einer wachsenden Weltbevölkerung und zunehmender Migrationsbewegungen im Westen nicht mehr von der "Fremde" reden könne und in Folge "unerwünschte Migranten" nicht länger isoliert werden dürften, schwirrt der Kritikerin nach der Lektüre der Kopf: Die zahlreichen Bezüge zu Giorgio Agamben oder Judith Butler sind nicht genügend von Mbembes eigenen Ausführungen abgegrenzt, bemängelt die Kritikerin, der auch Mbembes Vorschlag einer "Ethik des Passanten", die auf allen Besitz verzichtet, zu "utopisch" ist.