Ernst Buchner (1892-1962) war Kunsthistoriker und zweimal Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München. Seit 1933 hätte er sein Amt trotz massiver Einmischung der nationalsozialistischen Kulturpolitik rein künstlerisch und gänzlich unpolitisch ausgeführt, behauptete Buchner nach seiner Entlassung aus demselben 1945. Andere warfen ihm dagegen enge Kontakte zu Hitler, systemkonforme Kunstankäufe und Kunstraub vor. Dennoch wurde er 1953 erneut als Generaldirektor berufen und bei der Wiedereröffnung der Alten Pinakothek 1957 als "Retter der Pinakotheken" gefeiert. Die Studie rekonstruiert Buchners wechselvolle Biografie und analysiert sein Wirken im Spannungsfeld zwischen Kunst und Politik.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.04.2021
Rezensentin Catrin Lorch empfiehlt wärmstens Theresa Sepps Dissertation über den Münchner Museumsmann Ernst Buchner. Buchners Karriere unter Hitler und seine spätere 180-Grad-Wende kann ihr die Kunsthistorikerin anhand eines genauen Archiv-, Tagebuch- und Aktenstudiums dokumentieren. Lesenswert findet die Rezensentin das Buch, weil es das "Musterbeispiel" eines Deutschen zeigt, der sich mit dem NS-Regime sowie mit der Nachkriegsordnung zu arrangieren wusste und aus beidem für sein Fortkommen Kapital schlagen konnte. Auch als Studie über die opportunistische Ankaufspolitik Buchners als Generaldirektor der Münchner Museen taugt das Buch hervorragend, meint Lorch.
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