Gerd Ruge gilt als Pionier der Auslandsreportage. Seine wichtigsten Stationen als Korrespondent waren die Sowjetunion, die USA und China. Er hat den Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg die Welt vorurteilsfrei und unideologisch nahegebracht und erklärt - dafür hat ihn sein Publikum geschätzt. In seinem Buch berichtet er von den Begegnungen mit großen Politikern wie Robert Kennedy, Willy Brandt oder Michail Gorbatschow wie auch mit den einfachen Menschen vor Ort. So entsteht eine politische Autobiografie aus der Nahsicht, eine Erzählung, die den Leser an zentrale Ereignisse, Orte und Gestalten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts heranführt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.10.2013
Höchst erfreut zeigt sich Friederike Bauer über das Buch "Unterwegs. Politische Erinnerungen", das der Journalist Gerd Ruge nun zu seinen Erlebnissen als Auslandskorrespondent verfasst hat. Wie ein James Bond des Kalten Kriegs habe Ruge heute nicht mehr vorstellbare Hürden wie technisches Versagen und staatliche Kontrollen überwinden müssen, was seine Erzählungen besonders spannend mache, berichtet die Rezensentin. Ruges Geschichten lassen für Bauer die großen Momente der Geschichte lebendig werden; ob bei der Kubakrise oder die Rassenunruhen - Ruge war vor Ort und kann teils erschütternde, teils unterhaltsame Anekdoten dazu liefern. Sichtlich fasziniert hat Bauer die Erinnerungen dieses Mannes gelesen, der, so lobt sie, auch stets den einfachen Menschen Gehör schenkte. Dies mache seine Geschichten lebendig und ehrlich.
Als Autor ist der Journalist Gerd Ruge leider nicht ganz so brillant wie mit dem Mikrofon vor seiner Kamera, verrät Rezensentin Nina Grunenberg, die sich mit weiterer Kritik aber respektvoll zurückhält. In "Unterwegs" beschreibt Ruge seine journalistische Laufbahn, die Anfänge in der Nachkriegszeit, ohne wirkliche Ausbildung, dafür mit einer guten Spürnase ausgestattet - und mit ein wenig Glück. Zum Beispiel stellte sich eine flüchtige Partybekanntschaft als Tochter des amerikanischen Botschafters in London heraus, sie besorgte Ruge das für Deutsche damals unerreichbare Visum für Jugoslawien, wo er dann als erster deutscher Journalist über Titos Abkehr von Moskau berichten konnte, erklärt die Rezensentin. Der Rest war gute alte Schule: Fragen, die zu neuen Fragen führen. Gerd Ruge haben sie jedenfalls ziemlich weit herumgeführt, staunt Grunenberg.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.08.2013
Aus Stefan Kleins Rezension von Gerd Ruges Erinnerungen "Unterwegs" spricht die Sehnsucht nach der Guten Alten Zeit, als das Fernsehen staatlich war und die Weltkarte noch weiße Flecken hatte: "Vieles war damals noch umständlich, vieles war aber auch das reine Glück." Der Rezipient referiert die wichtigsten Lebensstationen des Reporters - Moskau, Peking, Harvard - und beschwört die Epoche der analogen Medien mit ihrer "stark entschleunigten Form" und ihren "Momenten der Besinnung". Nicht narzisstisch, nicht geschwätzig und offenbar angemessen nostalgisch, ist "Unterwegs" ganz nach Kleins Geschmack.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…