Zwei plus Vier

Die internationale Gründungsgeschichte der Berliner Republik
Cover: Zwei plus Vier
De Gruyter Oldenbourg Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783110727906
Kartoniert, 251 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Tim Geiger, Jürgen Lillteicher und Heramnn Wentker. Der Zwei-plus-Vier-Vertrag vom 12. September 1990 war das Gründungsdokument für die Berliner Republik, mit dem das vereinigte Deutschland seine volle Souveränität zurückerhielt. Die dort gefundenen Regelungen betrafen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Deutschlands und Europas. Der Band widmet sich daher zunächst vor dem Hintergrund des Abschieds vom Kalten Krieg den internationalen Voraussetzungen für die deutsche Einheit. Es geht zudem um den Umgang mit den 1989/90 wieder zutage getretenen Hypotheken der Vergangenheit, wie der Reparations- und Entschädigungsproblematik sowie der deutsch-polnischen Grenzfrage. Angesichts der beendeten Ost-West-Konfrontation stellte sich überdies die Frage nach neuen Ordnungsentwürfen für Europa: Thematisiert werden die Rolle der KSZE als gesamteuropäischer Organisation, Abrüstung und Auflösung der Militärallianzen als Element zur dauerhaften Stärkung der internationalen Ordnung sowie die Renaissance der Nationalstaaten in Ostmitteleuropa und deren gleichzeitiges Streben in die Europäische Gemeinschaft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.04.2022

Mit Interesse liest Rezensent Christian Hillgruber diesen Sammelband, der die Ergebnisse einer internationalen Tagung zur deutschen Wiedervereinigung verbindet. Hillgruber kann hier nachlesen, wie Fehler, Irrtümer und Missverständnisse des Zwei-plus-Vier-Prozesses bis heute nachwirken. Als da wären: Die Reparationsleistungen, die Deutschland verhindert hat, indem der Zwei-plus-Vier-Vertrag explizit nicht als der bis dahin immer noch ausstehende Friedensvertrag geschlossen wurde. Die von Russland als Niederlage betrachtete Osterweiterung. Die Nato anstelle der KSZE. Die Illusion der mitteleuropäischen Staaten, bei der EU Wohlstand zu bekommen, ohne nationale Souveränität abgeben zu müssen. Aber über allen Enttäuschungen und Missstimmungen schwebt unheilvoll, wie Hillgruber resümiert, die ungeklärte Rolle Deutschlands in der Weltpolitik.

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