Bernhard Fetz (Hg.), Ernst Fischer

Ernst Fischer

Texte und Materialien
Sonderzahl Verlag, Wien 2000
ISBN 9783854491613
Broschiert, 256 Seiten, 17,38 EUR

Klappentext

Viele Rollen haben Ernst Fischers Profil geprägt: Als Feuilletonredakteur der "Arbeiter-Zeitung" verlieh er dem Lebensgefühl einer linksorientierten, durch den Krieg geprägten jungen Generation emphatischen Ausdruck. Zurückgekehrt aus dem Moskauer Exil wurde Fischer der erste Unterrichtsminister der Zweiten Republik, um in den 60er Jahren zu einem der führenden undogmatischen marxistischen Theoretiker zu avancieren. Prag 1968 war für den 1969 aus der KPÖ Ausgeschlossenen nicht zuerst das Scheitern eines Experiments, sondern für einen historischen Augenblick die Verwirklichung von Freiheit. Der Band bringt neben unveröffentlichten Texten und Materialien aus dem Nachlass ausgewählte Briefwechsel mit John Berger, Georg Lukacs und Ernst Bloch sowie Essays, die die intellektuelle und biografische Entwicklung nachzeichnen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.07.2000

Paul Jandl begrüßt diese Zusammenstellung von Essays des österreichischen Kommunisten und Autors, in denen es unter anderem um Kleist, Aragon, Gogol und Grillparzer geht. Der Rezensent weist auch auf John Bergers "sehr persönlichen" Aufsatz hin, der diesem Band beigestellt ist und in dem der Essayist an Fischer erinnert. Auch die Auszüge aus Briefwecheln mit Berger und mit Georg Lukacs machen den Band nach Ansicht des Rezensenten lesenswert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.06.2000

Der Rezensent mit dem Kürzel "u. we." glaubt nicht, dass Ernst Fischer durch dieses "anregende wie berührende" Buch dem zunehmenden Vergessen entrissen werden kann - auch wenn er dies äußerst bedauerlich zu finden scheint. In seiner recht kurzen Besprechung erinnert der Rezensent mit deutlicher Sympathie an die vielfältigen Tätigkeiten Fischers, der nicht nur durch sein politisches Engagement hervorgetreten ist, sondern sich auch einen Namen als "Romantiker und Rebell, (...) Poet, Publizist und Philosoph" gemacht hat. Besonders berührt zeigt sich "u. we." von den Beiträgen in diesem Band, die eher privater Natur sind, so etwa dem "in subtiler Ambivalenz von Nähe und Distanz gehaltene Rückblick der Tochter auf den Vater" oder aber von John Bergers Essay über das Sterben Fischers.
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