Stendhal und Balzac, Tolstoi und Gogol, Melville und Nabokov, Kleist, Goethe und Thomas Mann - dies sind die Stars dieser Sammlung, aber unter dem gleichzeitig schwärmerischen wie unerbittlichen Blick Stephen Vizinczeys erscheinen einige von ihnen in einem ganz neuen Licht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.03.2005
Eine "Anstiftung zum Lesen" bieten die Essays von Stephen Vizinczey, meint Uwe Stolzmann. Kann man Schöneres über einen Essayband zur Weltliteraur behaupten, als dass man am liebsten gleich zum Original gegriffen hätte? Die Helden des ungarisch-stämmigen Schriftstellers Stephen Vizinczey, der nach dem Ungarn-Aufstand von 1956 zunächst nach Kanada auswanderte und innerhalb kürzester Zeit auf Englisch zu schreiben anfing, heißen Balzac, Stendhal, Kleist. Es sind also die großen Romanciers des 19. Jahrhunderts, die "Unangepassten", stellt Stolzmann fest, denen sich Vizinczey mit Sachverstand und Leidenschaft nähere. Vizinczey ficht dabei weniger mit dem Florett als mit dem Schwert, findet Stolzmann. Er sei ein Mann, der lieber aufs Ganze gehe und die Literatur bevorzuge, die nicht etwa vor dem Spiel mit dem Feuer warne, sondern an der sich auch die Leser die Finger verbrennen könnten.
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