Alois Prinz

Das Leben der Simone de Beauvoir

Cover: Das Leben der Simone de Beauvoir
Insel Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783458179412
Gebunden, 303 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Simone de Beauvoir kämpfte ihr Leben lang gegen Mythen, Vorurteile, Gewohnheiten. Dass man nicht als Frau zur Welt kommt, sondern dazu gemacht wird, ist der Satz, der sie berühmt gemacht hat. Doch Beauvoir ist selbst zum Mythos geworden: zur Ikone des Feminismus, zum Vorbild der modernen, emanzipierten Frau, zur Königin des Existentialismus, zur selbstbewussten Partnerin an der Seite Jean-Paul Sartres. Dabei wollte sie in ihrem Leben nichts verklären. Ihrer Überzeugung folgend, dass man nichts verheimlichen darf, alles offenlegen muss, hat sie sich nicht davor gescheut, auch Enttäuschungen und die dunklen Seiten ihrer Persönlichkeit zu zeigen. Simone de Beauvoir wollte vom Leben alles, Luxus und Entsagung, Stetigkeit und Wandel. Sie glaubte, dass wir Menschen an Hoffnungen und Versprechen festhalten müssen, die letztendlich unerfüllbar sind. Alois Prinz erzählt ihr Leben zwischen dem Verlangen nach Glück und der Treue zu einer Wirklichkeit, die keine Flucht erlaubt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 25.11.2021

Rezensent Harry Nutt muss natürlich fragen, ob es angesichts all der autobiografischen Texte über die Beauvoir statthaft ist, noch eine Biografie obendraufzulegen. Das "Konzentrat", das Alois Prinz liefert, scheint ihm zudem eher konventionell, chronologisch. Überrascht zeigt sich der Rezensent schließlich dennoch. Gelesen als zur Lektüre der Primärtexte anleitenden Zettelkasten nämlich macht das Buch ihm deutlich, wie sehr die Themen der Beauvoir, Rassismus, Kolonialismus, Gender etc. den heutigen Diskurs (weiterhin) bestimmen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 30.10.2021

Rezensentin Alexandra Wach ist geteilter Meinung in Bezug auf Alois Prinz' Simone de Beauvoir-Biografie. Es gelingt dem Autor, der sonst vor allem Biografien für junge Leser schreibe, einerseits eine gut handhabbare und nicht wissenschaftlich überfrachtete Biografie dieser "streitbaren Autorin", lobt Wach. Doch obwohl er die Widersprüche der Person eigentlich "präzise auszuleuchten" weiß, so Wach, lässt er auch manches weg, etwa, dass sich Beauvoir für die Entkriminalisierung von sexuellen Beziehungen zu Minderjährigen einsetzte, was der Kritikerin besonders missfällt. Auch an Formulierungen, mit denen sich der Autor in den Kopf Beauvoirs versetzen zu wollen scheint, stört sie sich. Neue Erkenntnisse beschert ihr das Buch nicht. Vielleicht eignet es sich eher für eine erste Begegnung mit Beauvoir?