Hans-Martin Schönherr-Mann

Sartre - Philosophie als Lebensform

Cover: Sartre - Philosophie als Lebensform
C. H. Beck Verlag, München 2005
ISBN 9783406511387
Broschiert, 173 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Jean-Paul Sartre, dessen Geburtstag sich am 21. Juni 2005 zum hundertsten Male jährt, hat durch sein Denken und sein Engagement eine ganze Epoche geprägt. Hans-Martin Schönherr-Mann stellt Sartres intellektuelle Existenz vor und führt den Leser durch Sartres Werk. Er wird dabei von der Frage geleitet, inwieweit Sartres Philosophie und Lebensform des Existenzialismus Antworten auf die aktuellen Probleme im Zeitalter der Globalisierung und Individualisierung zu geben vermag.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.06.2005

Mit Skepsis begegnet Rezensent Thomas Macho der neuen Sartre-Biografie Hans-Martin Schönherr-Manns, der den französischen Philosophen als "Theoretiker des Individualismus", als "Denker der Freiheit und der moralischen Verantwortung" präsentiere. Schönherr-Manns Behauptung einer "neuen Aktualität des Existenzialismus", sein Verständnis von Sartres Philosophie als "Lebensform" und insbesondere seine Deutung Sartres als eines Denkers, der nicht nur Grundsätze aufgestellt, sondern auch Perspektiven und Ratschläge formuliert habe für die konkrete Existenz im 21. Jahrhundert, wecken bei Macho "erhebliche Zweifel". Plausibel scheinen ihm zwar Schönherr-Manns Ausführungen über die zunehmende Reflexivität der Lebensformen der Moderne, die als Chance zu begreifen sei. Für "fragwürdig" aber erachtet er Schönherr-Manns Versuch, ausgerechnet Sartre als Kronzeugen für diese Prozesse anzuführen. Macho erscheint das Buch "auf den ersten Blick" als eine "lesenswerte Einführung", auch wenn sie, was er für legitim hält, nur für den halben Sartre, für den Existenzialisten, plädiert. Bei genauerem Hinsehen aber stellt sich für Macho die Frage, "ob Schönherr-Manns Einführung überhaupt von Sartres Philosophie handelt." Bei ihm jedenfalls ist der Eindruck entstanden, dass es vielleicht doch eher um eine politische Theorie des Liberalismus oder um eine systemtheoretische Analyse der wachsenden Reflexivität von Kulturen und Lebensformen geht.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.06.2005

Recht süffisant bespricht Rezensent Christian Geyer dieses Buch über die Philosophie Sartres, das Hans-Martin Schönherr-Mann anlässlich des hundertsten Geburtstags des Denkers vorgelegt hat. Als "Philosophie des Individuums für das 21. Jahrhundert" wolle Schönherr-Mann Sartres Werk vorstellen. Dabei entwerfe er einen Sartre "zum Anfassen", einen, "der mitten in unseren verwurschtelten Alltag hineinspricht". Die Aktualität Sartres, das was uns heute mit ihm verbindet, sehe Schönherr-Mann im "Reflexionszwang". Die eigenen Lebensentwürfe zerfallen angesichts von "Bastelbiografien und Patchworkexistenzen", erfährt Geyer und ergänzt:: "Denkend müssen wir unsere Krümel wieder zusammensetzen". Wer aufhöre zu reflektieren, falle laut Schönherr-Mann augenblicklich ins Nichts zurück, verkrümle sich sozusagen. Für Geyer ist der Autor deshalb das "Krümelmonster Sartres". Hämisch zerpflückt er noch ein paar Sätze, um sich dann auch gleich zu verabschieden: Für ihn ist das Buch eine jener Abhandlungen, die das Denken so mühevoll darstellen, dass man die Lust am Mitdenken schnell verliert.
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