Aus dem Inhalt: Frankreich und Deutschland bis zur Nachkriegszeit - Die französischen Intellektuellen von der Dreyfus-Affäre bis zur Ära Sartre - Die Kulturpolitik in der französischen Besatzungszone - Initiativen und Diskurse französischer Intellektueller zur deutsch-französischen Verständigung nach 1944/ 45: Joseph Rovan, Alfred Grosser, Emmanuel Mounier, Raymond Aron, Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre, Albert Camus, Paul Ricoeur, Jean du Rivau, Claude Bourdet, Andre Gide, Paul Claudel u.v.a. - Die ersten deutsch-französischen Treffen von Schriftstellern, Wissenschaftlern, Jugendleitern, Journalisten u.a. nach 1945 - Deutsch-französische Intellektuellen-Biografien.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.06.2005
Trotz geringfügiger Kritikpunkte ist Joseph Jurt stark beeindruckt von dieser Studie Martin Strickmanns, die eine lange vernachlässigte Lücke schließe. Im Allgemeinen werde davon ausgegangen, dass Frankreich bis 1947 zum eigenen Schutz eine klare Dominanzpolitik gegenüber Deutschland einnahm, die sich erst durch angloamerikanischen Druck zu einer Integrationspolitik wandelte. Mit seinen Hinweisen auf die Initiativen französischer Intellektueller zur Demokratisierung Deutschlands schon in den letzten Kriegsjahren relativiere Strickmann dieses Bild. Dabei gehe der Historiker "präzise", "informativ" und "kenntnisreich" zu Werke, freut sich der Rezensent, auch wenn ihm die Schlussfolgerung des Autors, dass Frankreich seine Kultur als Kompensation von Minderwertigkeitsgefühlen in anderen Bereichen gebrauchte, "zu hart" erscheint. In einigen Bereichen hätte sich Jurt eine "sozialanalytische Vertiefung" gewünscht, doch tut dies seinem überaus positiven Fazit keinen Abbruch: Bei Strickmanns Studie handele es sich schlicht um ein "Referenzwerk".
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