Buchautor

Laszlo Solyom

László Sólyom, geboren 1942 in Pécs, ist ein ungarischer Jurist, Bibliothekar, Politiker und war von 2005 bis 2010 Staatspräsident des Landes. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Pécs. 1964 erwarb er einen Doktortitel. Ein Jahr später absolvierte er eine Ausbildung als Bibliothekar an der Széchényi-Nationalbibliothek. Mit diversen Stipendien setzte er seine Studien an verschiedenen Universitäten in Hamburg, Köln und Berkeley fort. Er arbeitete im Gericht von Kispest als Referendar, von 1966 bis 1969 lehrte er an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Danach war er bei der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und in der Bibliothek des Parlaments tätig. Sólyom lehrte von 1983 bis 1996 an der Loránd-Eötvös-Universität, danach wurde er lehrstuhlleitender Professor an der Katholischen Péter-Pázmány-Universität in Budapest. Ab 2002 lehrte er auch an der deutschsprachigen Gyula-Andrássy-Universität.
Er arbeitete mit dem Verfassungsrechtler Georg Brunner zusammen, mit dem er mehrere Sachbücher über das Verfassungsrecht verfasste. Zwischen 1999 und 2000 war er Gastprofessor an der Universität zu Köln. Seine Forschungsgebiete sind Verfassungsrecht und Bürgerliches Recht. Politisch wurde Sólyom erst Ende der 1980er-Jahre aktiv. Er war Ratgeber inoffizieller Umweltbewegungen und nahm am "Treffen von Lakitelek" (lakitelki találkozó) teil, wo sich die führenden oppositionellen Persönlichkeiten des Landes zur Besprechung der Lage Ungarns trafen. Dort entstand die christlich-konservative Partei MDF (Ungarisches Demokratisches Forum) im Jahre 1987, dessen Gründungsmitglied er wurde. 1989 war er für kurze Zeit Mitglied des Parteipräsidiums. Sólyom nahm an den "Nationalen Verhandlungen am Runden Tisch" teil und war an der Ausarbeitung der jetzigen Verfassung Ungarns beteiligt.  Von 1989 bis 1998 war Sólyom Vorsitzender Richter des ungarischen Verfassungsgerichtshofes. Deshalb trat er aus dem MDF aus und ist seither parteilos. Während seiner Amtszeit wurde die Todesstrafe für verfassungswidrig erklärt, das Entschädigungsprinzip als vorrangig erklärt und die Meinungsfreiheit gestärkt.
1 Buch

Laszlo Solyom: Das Gewand des Grundgesetzes. Zwei Verfassungsikonen - Ungarn und Deutschland

Cover
Berliner Wissenschaftsverlag (BWV), Berlin 2017
ISBN 9783830537687, Kartoniert, 38 Seiten, 14.00 EUR
Verfassungen haben eine symbolische Funktion. In sorgfältig konzipierten Prachtausgaben eines Grundgesetzes kommt diese Symbolik besonders zum Ausdruck - ihre Gestaltung verrät viel über die Natur und…