Jan Patocka

Jan Patocka, geboren 1907 in Turnov, war
ein tschechischer Philosoph. Nach seinem Studium - unter anderem bei Martin Heidegger - promovierte und habilitierte er und wurde Redakteur der philosophischen
Zeitschrift "Der tschechische Geist". Während des Dritten Reichs und der
kommunistischen Diktatur wurde ihm fast durchgehend eine universitäre
Tätigkeit verboten. So hielt er privat Vorträge und war in den Sechziger
Jahren Gastdozent in Deutschland und Frankreich. 1972 wurde er
zwangspensioniert und 1977 zusammen mit Vaclav Havel und Jiri Hajek zum
Sprecher der Charta 77. Er wurde anschließend mehrmals verhört und starb
schließlich kurz nach einem dieser Verhöre an Apoplexie 1977 in Prag. Seine
Beerdigung wurde zum Symbol für den antikommunistischen Widerstand.

Jan Patocka: Ketzerische Essays zur Philosophie der Geschichte.

Cover: Jan Patocka. Ketzerische Essays zur Philosophie der Geschichte. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2010.
Suhrkamp Verlag, Berlin 2010
Deutsch von Sandra Lehmann. Mit Texten von Paul Ricoeur und Jacques Derrida sowie einem Nachwort von Hans Rainer Sepp. In der Zeit der "Normalisierung" nach der Niederschlagung des "Prager Frühlings"…