Deutsch von Sandra Lehmann. Mit Texten von Paul Ricoeur und Jacques Derrida sowie einem Nachwort von Hans Rainer Sepp. In der Zeit der "Normalisierung" nach der Niederschlagung des "Prager Frühlings" denkt Patocka über Europa als widersprüchliches, stets gefährdetes und niemals abschließbares Projekt nach - ein noch zu entdeckendes Denken, dessen Bedeutung für das Selbstverständnis Europas erst heute sichtbar wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.09.2010
Sperrig ist der Prager Phänomenologe, das räumt Bettina Engels gleich ein. Die in dieser Neuauflage vorgenommene "Einwickelung" von Jan Patockas "Ketzerischen Essays" aus dem Jahr 1975 in kommentierende Texte von Derrida, Ricoeur und dem Autor selbst sowie die Erläuterung von Patockas persönlicher Situation am Ende des Prager Fühlings kann Engels deshalb gut verstehen. Als Verbeugung vor dem Menschen und inhaltliche Kritik begreift sie Ricoeurs Text. Nicht zuletzt, da ihr das Unbehagen angesichts von Patockas eurozentristischem Geschichtsverständnis und seinem Nihilismus zumindest stellenweise plausibel erscheint.
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